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Spektakuläre Auktion mit neuen Rekorden

Der teuerste in diesem Jahr weltweit im Ring verkaufte Jährling: Rund 3,5 Millionen Euro kostete dieser Galileo-Sohn. Foto: Tattersalls

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 338 vom Donnerstag, 09.10.2014

Die Erwartungen waren nicht gering gewesen vor der dreitägigen October Yearling Sale von Tattersalls in Newmarket, denn „Book 1“ dieser Mammutveranstaltung ist unverändert die wichtigste Jährlingsauktion in Europa. Im vergangenen Jahr hatte es einen noch nie zuvor erreichten Schnitt pro Zuschlag von 207.501gns. gegeben. Doch es gab noch einmal einen Zuwachs – als am Donnerstag Bilanz gezogen wurde, kam ein Gesamtumsatz von knapp 80 Millionen gns. und ein Schnitt von 235.935gns. für 336 verkaufte Pferde heraus. Tattersalls-Chairman Edmond Mahoney sprach deshalb nicht zu Unrecht von einer „spektakulären Auktion“.

Insbesondere der Mittwoch, der zweite Auktionstag, sorgte für einen sensationellen Umsatz und es war John Ferguson, der mit Scheich Mohammed an seiner Seite gleich drei junge Hengste im siebenstelligen Bereich ersteigerte. Doch bei dem Salestopper, auf den man bei dieser  Auktion lange warten musste, waren Scheich Mohammed und seine Crew eher nicht interessiert. Denn es handelte sich dabei um einen Sohn des Coolmore-ChampionGalileo, der am Nachmittag des Donnerstags mit der Katalog-Nummer 442 in den Ring kam. Der Hengst ist Halbbruder des Gr. I-Siegers und Deckhengstes Harbinger (Dansili) aus der Listensiegerin Penang Pearl (Bering), angeboten wurde er vom Ashbrittle Stud. Ganz sicher war es ein Plus, dass Harbinger in Japan einen sehr guten Start als Vererber hingelegt hat, er ist derzeit dort der führende Deckhengst mit seinem ersten Jahrgang. Coolmore musste schließlich bis 2,4 Millionen Guineas gehen, um sich diesen Hengst zu sichern, John Warren, der Harbinger einst für das Highclere Syndikat als Jährling gekauft hatte, war der Unterbieter. „Ein sehr attraktiver Hengst, Bruder eines außergewöhnlichen Pferdes“, kommentierte M. V. Magnier den Kauf, „der Preis war korrekt und verdient.“

Dieser Shamardal-Hengst ging für 1.700.000gns. an John Ferguson. Foto: TattersallsDieser Shamardal-Hengst ging für 1.700.000gns. an John Ferguson. Foto: TattersallsDoch ansonsten gab Darley bei dieser Auktion den Ton an. John Ferguson gab an den drei Tagen in Newmarket im Auftrag von Scheich Mohammed für 38 Jährlinge 17.465.000gns. aus und war damit natürlich mit großem Abstand der Käufer mit dem größten finanziellen Volumen. Bei dem zweitteuersten Pferd der Versteigerung, einem Shamardal-Hengst aus der mehrfachen Gr.-Siegerin Cassandra Go (Indian Ridge), einem Bruder zur dreifachen Gr. I-Siegerin Halfway to Heaven (Pivotal) musste er interessanterweise John Magnier als Unterbieter schlagen, um bei 1,7 Millionen gns. zum Zuge zu kommen. „Es ist nicht einfach, ein solch außergewöhnliches Pferd zu züchten“, meinte Ferguson, „die Mutter war ein exzellentes Rennpferd und hat bereits eine klassische Siegerin auf der Bahn, da besteht schon die Chance, dass sich das wiederholt“, fuhr er in seinem Kommentar zu dem in Irland von Trevor Stewart gezogenen Hengst fort. Bis zu 1,6 Millionen gns. musste Ferguson gehen, um sich einen vom Watership Down Stud offerierten Dubawi-Sohn der Fillies Mile Stakes (Gr. I)-Siegerin Crystal Music (Nureyev) zu sichern. „Ein herausragendes Pferd“, sagte Ferguson, „wie überhaupt die Qualität in diesem Jahr hervorragend ist. Vielleicht lag es an dem teilweise sehr guten Sommer, dass die Pferde so aussehen. Und unter dem Strich sind in Europa einfach die besten Deckhengste, auch wenn in Amerika auch gute Hengste stehen.“

Letzteres unterstrich Scheich Mohammeds züchterischer Berater am Donnerstag, als er im höheren Preisbereich zwei Nachkommen von in den USA stationierten Hengsten erwarb. Den Street Cry-Erstling aus der zweimaligen Gr.-Siegerin Meeznah (Dynaformer), der von Rabbah Bloodstock, also der Entourage von Scheich Mohammed gezogen wurde, ließ er sich eine glatte Million Guineas kosten. Und eine War Front-Tochter der Personal Ensign Stakes (Gr. I)-Siegerin Icon Project, angeboten vom Watership Down Stud der Familie Lloyd-Webber, war ihm 950.000gns. wert. Noch vom Mittwoch resultierte der Kauf eines Dubawi-Sohnes aus der Comic (Be My Chief), die mit Viva Pataca (Marju) und Laughing (Dansili) bereits zwei Gr. I-Sieger gebracht hatte. Deren jüngerer Bruder kostete 1,4 Millionen gns. Als Verkäufer zeichnete das Floors Stud des Duke of Roxburghe, der es auf mehrere exzellente Verkäufe brachte.  

Für 1,25 Million Guineas ging diese Galileo-Tochter durch den Ring. Foto: TattersallsFür 1,25 Million Guineas ging diese Galileo-Tochter durch den Ring. Foto: TattersallsDie teuerste Stute der Auktion ging an einen amerikanischen Käufer: Bobby Flay, bekannter TV-Koch, Züchter und inzwischen auch ein erfolgreicher Käufer wie unlängst in Keeneland, ließ über den Agenten James Delahooke eine Galileo-Schwester des Epsom Derby (Gr. I)-Siegers Pour Moi (Montjeu) für 1,25 Millionen gns. ersteigern. „Gut möglich, dass sie in Europa bleibt“, erklärte Delahooke.

Das deutsche Engagement auf der Käuferseite war bei dieser Auktion naturgemäß übersichtlich. Das von Holger Faust gemanagte Unternehmen Darius Racing war allerdings am letzten Tag aktiv, als über Tina Rau zwei Pferde erworben wurden. 135.000gns. kostete eine vom New England Stud angebotene Galileo-Tochter, eine rechte Schwester zum Gr. II-Sieger Kite Wood und zum hoffnungsvollen Dreijährigen Odeon. Für den Markt war ein Hengst von Lope de Vega, Sohn einer Schwester des Gr. II-Siegers Shakespearen (Shamardal) mit 30.000gns. fast schon günstig.

Mehrere Jährlinge hatte das Gestüt Fährhof nach England geschickt. Den höchsten Zuschlag erzielte eine Sea The Stars-Tochter aus der Kahara, die für 375.000gns. an das Cheveley Park Stud ging. 200.000gns. erlöste einer der letzten Monsun-Jährlinge in einem Auktionsring, Charlie Gordon-Watson war der Käufer. Für 100.000gns. ging ein Dubawi-Hengst aus der Casanga an Rabbah Bloodstock, ein Cacique-Sohn aus der Singuna brachte 75.000gns.

Stauffenberg Bloodstock konnte zwei bemerkenswerte Pinhooking-Erfolge verbuchen, insbesondere für eine Champs Elysees-Tochter, die als Fohlen immerhin auch schon 140.000gns. gekostet hatte, jetzt für 320.000gns. an John Warren verkauft wurde.  


Tattersalls October Yearling Sale Book 1

PferdAnbieterKäuferPreis
H., v. Galileo-Penang PearlAshbrittle StudM V Magnier2.600.000gns.
H., v. Shamardal-Cassandra GoBallyhimikin StudJohn Ferguson BS1.700.000gns.
H., v. Dubawi-Crystal MusicWatership Down StudJohn Ferguson BS1.600.000gns.
H., v. Dubawi-ComicFloors StudJohn Ferguson BS1.400.000gns.
St., v. Galileo-GwynnCamas Park StudJames Delahooke1.250.000gns.
H., v. Street Cry-MeeznahHillwood StudJohn Ferguson BS1.000.000gns.
St., v. War Front-Icon ProjectWatership Down StudJohn Ferguson BS950.000gns.
H., v. Galileo-Another StormClare Castle StudMichael Wallace/China Horse Club875.000gns.
H., v. Dubawi-Dash to the FrontMeon Valley StudJohn Ferguson BS800.000gns.
H., v. Oasis Dream-TitivationFloors StudJohn Ferguson BS775.000gns.
H., v. Galileo-FlirtationFloors StudM V Magnier750.000gns.

1gn = ca, 1,25 Euro

 

Tattersalls October Yearling Sale

 20142013
Angeboten 450
Verkauft336339
Umsatz79.274.000gns.70.343.000gns.
Schnitt235.935gns.207.501gns.

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