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Aufgalopp 792

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 792 vom Freitag, 03.11.2023

Der Name Wathnan Racing dürfte vor wenigen Monaten nur Eingeweihten bekannt gewesen sein. Rund sechs Wochen vor Royal Ascot wurde dieser Besitzername in Großbritannien registriert, am Ende der königlichen Renntage standen Siege im Gold Cup und in der Queen’s Vase, die jeweiligen Sieger waren kurz zuvor gekauft worden. Wobei die Jockeys stets einen Dress trugen, der dem des Gestüts Röttgen zum Verwechseln ähnlich sieht. Der Mann, der für die Neueinkäufe die Rechnungen bezahlt hat, ist Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, 43, seit 2013 der Emir von Katar, zumindest dieses Jahr nicht auf einer Rennbahn in Europa gesichtet. Die britischen Kollegen schreiben, dass es der wichtigste Newcomer im Rennsport auf der Insel seit Scheich Mohammed sei. 

Die Al Thanis sind keine Unbekannten in der Szene. Tamims Bruder Fahad ist der Supremo von Al Shaqab Racing, Qatar Racing wird von einem Cousin, Scheich Fahad, geführt. Tamim greift ganz oben an. Vor einem Jahr übernahm er einen Rennstall in Katar unter Führung von Alban de Mieuille, wurde natürlich gleich Champion. In Europa konzentrierten sich seine Beauftragten zunächst auf Pferde im Training, die teilweise nach Katar ausgeführt wurden. Gerade ist bei einer Aukton von Goffs im Vorfeld des Champions Day der Flieger Rogue Lightning für eine Million Pfund ersteigert worden. Nicht wenig für einen drei Jahre alten Wallach. Man habe halt kein Kurzstreckenpferd im Portfolio gehabt, sagte der Wathnan-Beauftragte Richard Brown. Zwölf Jährlinge, durchweg zu Preisen im mittleren sechsstelligen Bereich, wurden bei der Jährlingsauktion von Tattersalls gekauft. Und einen Privatjockey gibt es jetzt auch: James Doyle, bei Godolphin immer etwas im Schatten des ihm vorgesetzten William Buick, ist ab sofort für die Pferde des Emirs zuständig. Die Rallye hat gerade erst angefangen. 

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