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Aufgalopp 194: Der Derby-Termin und die Solidarität im deutschen Rennsport

Start frei zum Derby, aber mit welchem Rahmenprogramm? www.galoppfoto.de

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 194 vom Donnerstag, 08.12.2011

Es ist dem normalen Rennsportfreund nur schwer vermittelbar, warum denn nun der Hamburger Renn-Club und damit auch der deutsche Rennsport bei der Terminvergabe des Deutschen Derbys unbedingt Rücksicht auf andere Turf-Länder nehmen muss. Letztlich, so könnte man annehmen, ist es doch relativ egal, ob nun das wichtigste Rennen des Jahres am ersten oder zweiten Juli-Sonntag 2012 gelaufen wird. Jetzt ist es nun der 1. Juli geworden, ein Tag, an dem in den Abendstunden das Finale um die Fußball-Europameisterschaft angepfiffen wird. Zudem könnten gleich drei weitere Kick-Termine der Derby-Woche mit möglichen Rennterminen kollidieren, was, im wahrscheinlichen Fall einer deutschen Teilnahme, aus vielerlei Gründen wenig erfreulich ist.

Es handelt sich ursprünglich um einen Zwist zwischen Franzosen und Iren, mitten drin ist der unbeteiligte deutsche Rennsport, aber mit den Franzosen will man sich nicht anlegen, schließlich bringen die PMU-unterstützten Renntage aktuell gutes Geld in die Kassen.

Der Derbytermin 1. Juni könnte nun aber zu einem extrem verkürzten Meeting führen, das erste Wochenende steht bereits zur Disposition, von nur noch drei Renntagen ist die Rede. Als, vorsichtig formuliert, störend hat es auch der Hamburger Renn-Club empfunden, dass der Dachverband unlängst ein Schreiben an andere Rennvereine versandt hat, in dem das Derby regelrecht ausgeschrieben wird. Hamburg soll nicht informiert worden sein, sieht dies als unerfreulichen Akt, als wiederholte Stichelei gegen den norddeutschen Standort. Nur: Welcher Rennverein kann denn noch zusätzliche Renntage inklusive einem Derby ausrichten?  Gemeinsames, zielführendes Handeln sieht anders aus.

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