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Aufgalopp 613: Zum Rennsport im Zeichen des Corona-Virus

Ostern 2020 unter besonderen Vorzeichen: Wenn es nur so einfach wäre, das Corona-Virus loszuwerden ... ©Miro-Cartoon

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 613 vom Freitag, 10.04.2020

Die Zylinderverleiher, die Hutmacherinnen, die  Champagner-Händler, die werden es schon merken, wenn in diesem Jahr Royal Ascot ohne Zuschauer über die Bühne gehen wird. Die Pferde, die die Kutsche der Queen ziehen, haben auch Pause und die Hausherrin bleibt im heimischen Palast – Historiker werden uns sicher mitteilen, wann das britische Staatsoberhaupt letztmalig dem wichtigsten Flach-Meeting im britischen Rennkalender ferngeblieben ist. Wenn es überhaupt schon einmal der Fall war. Die Rennen selbst sollen stattfinden, eigentlich kaum vorstellbar, sicher ist das ohnehin noch nicht, doch was ist schon planbar in diesen Tagen. Bedenkt man, dass simple Einlasskarten für Royal Ascot erst ab einhundert Pfund aufwärts zu haben sind und selbst die Parkplatzgebühr erstaunliche fünfzig Pfund betrifft, so wird es auch den Veranstalter treffen. Nicht dramatisch, schließlich gab es in den vergangenen Jahren regelmäßig Überschüsse von rund zwanzig Millionen Pfund, pro Meeting.

Guy Henderson, der CEO der Rennbahn von Ascot, wird deshalb trotzdem ruhig schlafen, was von den Verantwortlichen so mancher deutschen Bahn vielleicht nicht unbedingt gesagt werden kann. Der vom Dachverband vorgelegte Terminplan sieht Rennen ohne Publikum bis Mitte Juni vor, mit bescheidenen Rennpreisen zwar, die aber am Ende immer noch bezahlt werden müssen, plus anderer Gelder. Ein Minus ist vorprogrammiert. Es wird staatliche Unterstützung geben, auf den Konten einiger Rennvereine in Nordrhein-Westfalen ist auch schon die für ein Unternehmen dieser Art übliche Beihilfe von 15.000 Euro bereits eingegangen, doch reicht das natürlich nicht. Ein wichtiger Faktor wird der Wettumsatz sein. Sollte der deutsche Rennsport, was nicht unmöglich ist, Anfang Mai als Veranstalter in Europa ziemlich alleine auf weiter Flur sein, könnte es sogar eine positive Überraschung geben.  

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