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Aufgalopp 598

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 598 vom Freitag, 13.12.2019

Der deutsche Rennsport, die Traber einmal eingeschlossen, haben in den vergangenen Jahren Veranstaltungsstätten in zweistelliger Zahl verloren. Bei den Trabern reputierliche Pisten wie Recklinghausen und Pfaffenhofen, demnächst Dinslaken, Frankfurt und Gelsenkirchen bei den Galoppern, plus einiger kleinerer Bahnen im Norden und Südwesten. Ob in Bremen noch jemals ein geregelter Rennbetrieb stattfinden wird, steht in den Sternen. Die Bahn, die eigentlich schon seit Längerem und jetzt wieder aktuell auf der Kippe steht, ist Neuss. Nach den letzten Meinungsäußerungen der örtlichen Politiker zur Wochenmitte steht es eher schlecht bezüglich der Zukunft der Rennen am Hessentor, Geld wird aus kommunalen Quellen eher nicht mehr fließen. Für den ersten Renntag 2020 ist der 12. Januar vorgesehen, doch scheint es nicht unmöglich, dass dann schon Dortmund einspringen muss.

Jede Rennbahn, die ihre Tore für immer schließt, ist eine zu viel. Ein Ende von Neuss wäre für die Region, ja für den gesamten Sport fraglos ein Schlag, aber ein „weiter so“ kann es dort auch nicht geben. Die Infrastruktur der Bahn ist für viele Beteiligte, etwa für die Pferdepfleger, nicht mehr akzeptabel. Ein Zwischenfall bei der Abspritzanlage am vergangenen Sonntag hat das noch einmal verdeutlicht, der Gastboxenbereich ist kaum vorzeigbar. Selbst hartgesottene Trainer erwägen inzwischen, keine Pferde mehr an den Rhein zu schicken. Für die Besucher ist die Bahn alles andere als eine Wohlfühloase. Die Tribüne hat sich von Beginn an als Flop für den Rennsport herausgestellt, das Streetfood-Konzept ist zumindest ein Ansatz, auch wenn sich nicht bei jedem der Hunger nach einem Burger sonntags um 10.50 Uhr einstellt. Wenn es in Neuss weitergehen soll, muss sich dort vieles ändern. Und das wird teuer und schwierig.

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