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Aufgalopp 639

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 639 vom Freitag, 09.10.2020

Es gibt nach diesem ereignisreichen Wochenende eine Reihe von Erkenntnissen:

Erstens: Der Jahrgang 2017 ist bei den Hengsten in Deutschland außergewöhnlich gut gelungen. Die Vorstellung von In Swoop im „Arc“ war schlichtweg grandios und lässt im kommenden Jahr auf noch mehr hoffen. Er ist aktuell der beste europäische dreijährige Hengst über 2400 Meter und weltweit die geteilte Nummer zwei. Die im Derby hinter ihm platzierten Torquator Tasso, Dicaprio, Kaspar und Grocer Jack dominierten den Großen Preis von Berlin. Sicher war die ältere Konkurrenz übersichtlich, aber: Es war für einige von ihnen ein Quantensprung gegenüber Baden-Baden und da es sich durchweg um wenig geprüfte Hengste handelt, ist mit weiterer Leistungssteigerung zu rechnen.

Zweitens: Wer ein gutes Pferd hat, kann es auch gut verkaufen. Der Preis, den Virginia Joy am Samstag erzielte, kann schon fast als astronomisch bezeichnet werden, denn schließlich handelte es sich „nur“ um eine Gruppe III-Siegerin. Die Branche mag die harten, langlebigen und in der Regel geschonten Pferde aus deutscher Zucht. Und bei den aktuellen Rennpreisen, auch in den besseren Prüfungen, kann man es niemand verdenken, dass er bei entsprechenden Angeboten zum Verkauf bereit ist.

Drittens: Kaum, dass die Tore der Rennbahnen wieder etwas weiter geöffnet werden, kommt auch der Bahnumsatz wieder etwas stärker auf Touren, Hoppegarten war da ein gutes Beispiel, auch in Düsseldorf war es in Ordnung. Es bleibt aber unverändert bei schon grenzwertigen Basisrennpreisen. 4.000 Euro im Ausgleich III etwa. Oder ein drittes Platzgeld von 1.500 Euro im Listenrennen, für das in der Regel eine Leistung von 90kg gezeigt werden muss. Das ist auf Dauer für die Besitzer nicht durchzuhalten.

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