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Aufgalopp 635

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 635 vom Freitag, 11.09.2020

„Es war eine sehr gute Auktion“ kommentierte ein irischer Züchter am Abend des Freitags das Resultat der BBAG-Jährlingsauktion. Präziser gesagt: Es war eine sehr gute Auktion unter den derzeitigen Umständen. Die Stimmung auf dem Gelände in Iffezheim war bei bestem Wetter eigentlich wie in den letzten Jahren, nämlich hervorragend. Es war trotz der Restriktionen bestens besucht, vieles, was in der nationalen und auch internationalen Branche wichtig war, war vor Ort. Das Wort Corona nahm niemand in den Mund. Dass am Ende ein Ergebnis herauskam, das unter dem des Vorjahres lag, war nicht anders erwartet worden. Es war besser als im Jahre 2018, lag in etwa auf dem Niveau der Jahre zuvor. Und es gab bei der Salestopperin die Botschaft, dass es unverändert in Iffezheim hohe Preise gibt, wenn denn ein entsprechendes Pferd im Ring ist.

Der Blick in die Statistik zeigt, dass zwar im sechsstelligen Bereich deutlich weniger Jährlinge als sonst den Besitzer wechselt, dass es aber im Bereich zwischen 60.000 und 99.999 Euro 15 Zuschläge gab gegenüber 19 im Jahr zuvor. Der gehobene Mittelmarkt, gerade in Deutschland enorm wichtig, ist also nicht entscheidend eingebrochen. Darunter aber gab es dann schon Probleme, kein Wunder auch, da verlässliche Prognosen, was etwa Renntage und Rennpreise in 2021 betrifft, derzeit nicht seriös getroffen werden können. So mancher „kleine“ Besitzer hat da doch zurückhaltender reagiert. Hilfreich ist jedoch die Botschaft der BBAG, dass die Auktionsrennen finanziell nicht angetastet werden.

Im oberen Preisbereich war es natürlich auffällig, dass Godolphin nichts gekauft hat, auch der Hong Kong Jockey Club fehlte – bei Arqana hingegen waren sie präsent, auch wenn das Unternehmen von Scheich Mohammed dieses Jahr dem Vernehmen nach zurückhaltender agieren wird. Die Zeiten bleiben herausfordernd.

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