Drucken Redaktion Startseite

Wer gewinnt das erste Kräftemessen der Jahrgänge in Wambel?

Acadius vertritt die Dreijährigen in Dortmund Foto: www.klatuso.com

Autor: 

Turf aktuell

Das am Wochenende beginnende Hamburger Derby-Meeting wirft seinen Schatten auch auf das Turf-Geschehen in NRW. Der Dortmunder Rennverein weicht mit seinem Sommer Grand Prix, der unter dem Renntitel Großer Preis der Wirtschaft – 125 Jahre Dortmunder Rennverein (Gruppe III, 2000m, 55.000€) gelaufen wird, auf den Feiertag aus. Dieses Gruppe-Rennen auf der Mitteldistanz, das den sportlichen Höhepunkt einer zehn Rennen umfassenden Veranstaltung auf Fronleichnam in Dortmund-Wambel markiert, bietet oft das erste Aufeinandertreffen von Vertretern des aktuellen Derby-Jahrgangs und älteren Galoppern auf diesem sportlichen Parkett. Auch diesmal kommt es zu einem Kräftemessen der Jahrgänge, da sich unter den acht Startern zwei dreijährige Kandidaten befinden.

Mit von der Partie ist dabei der von Jean-Pierre Carvalho aus Frankfurt in die Westfalenmetropole entsandte Acadius, der bereits in seiner Youngster-Saison im Vorjahr zur engsten Jahrgangsspitze rechnete und diese Einschätzung auch in dieser Saison bestätigte. Der zuletzt Drittplatzierte des Mehl-Mülhens-Rennen wird vom eigens verpflichteten Franzosen Anthony Crastus geritten. Der zweite Dreijährige namens Sinnerman (Filip Minarik) kann noch nicht auf ähnliche Meriten verweisen, doch als Vertreter des Gestüts Schlenderhan, dem im Augenblick einfach alles gelingt, könnte er auf der Erfolgswelle mitschwimmen.

Doch ist er nicht der einzige Schlenderhaner im Feld, auch der 5jährige Illo (Adrie de Vries) vertritt die Interessen des rheinischen Traditionsgestüts. Im Vorjahr überquerte der von Jens Hirschberger trainierte Hengst in dieser Prüfung sogar als Erster die Ziellinie, wurde jedoch von der Rennleitung wegen einer Behinderung auf den 3. Rang zurückgesetzt. Diese Scharte will der in dieser Saison bei der Kölner Grand Prix Premiere zum Gruppesieger aufgestiegene Spätentwickler am Donnerstag ausmerzen. Mit dem von Waldemar Hickst trainierten Zaungast ist ein weiterer Kandidat, der bereits einmal in dieser Prüfung seinen Kopf vorne hatte, im diesjährigen Aufgebot. Der 7jährige Hengst gewann hier vor zwei Jahren und beendete die letztjährige Auflage als Vierter. Beim letzten Start in Hoppegarten zeigte wieder aufsteigende Form und blieb dabei u.a. vor Illo.

Zur engsten Favoritengruppe ist auch die 4jährige Stute Elle Shadow (Andrasch Starke) zu rechnen. Die zweifache GP-Siegerin des Gestüts Wittekindshof aus dem Quartier von Peter Schiergen kommt allerdings mit dem Nachteil des Saisondebüts in Dortmund an den Start. Sie ist eine von insgesamt drei älteren Stuten, die in Wambel den Kampf gegen die Hengste aufnehmen werden. Die beiden anderen Vertreterinnen des vermeintlichen schwachen Pferdegeschlechts, die von Torsten Mundry für das Gestüt Brümmerhof vorbereitete 4jährige Not for Sale (Eugen Frank) und die von Dr. Andreas Bolte trainierte Kalatos-Tochter Ovambo Queen (Henk Grewe), haben ihre sportlichen Erfolge bislang ausschließlich in reinen Stutenrennen errungen und sollten unter Elle Shadow rangieren.

Als größter Außenseiter des Feldes wird der mittlerweile von Andreas Löwe trainierte Derwisch (Andreas Helfenbein) in Dortmund antreten. Der 5jährige Wallach muss darauf hoffen, dass sich die Erfolgsserie der stark gewetteten Pferde in diesem Gruppe-Rennen nicht fortsetzt. In den letzten 20 Jahren kam nur ein einziges Mal ein Außenseiter mit einer dreistelligen Siegquote in Dortmund zum Zuge: Der damals 5jährige Hengst Kalatos gewann hier 1997 mit Willie Ryan im Sattel als 163:10 Chance in einem elfköpfigen Feld. Da Derwisch vermutlich zu noch längeren Odds an den Start gehen wird, muss man schon bis zum Jahr 1986 zurückgehen, um den Fährhofer Aguarico zu finden, der in Dortmund als 212:10 Außenseiter unter Horst Horwart in einem achtköpfigen Feld gewann und als Vorbild für Derwisch dienen kann.

Verwandte Artikel: