Drucken Redaktion Startseite

Der ungewöhnliche Halbblüter

Apoleon. www.galoppfoto.de - Stephanie Gruttmann

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 637 vom Freitag, 25.09.2020

Bei seinen ersten öffentlichen Auftritten, als er in Reitpferderennen die Konkurrenz pulverisierte, trug er noch den Namen Napoleon. Das „N“ fiel dann den Vorgaben des Verbandes zum Opfer, denn einen Vollblüter mit Namen Napoleon gab es damals schon, so wurde der Halbblüter zum Apoleon. Und begann für die Familie Schleusner, Vater Volker und Tochter Anna, eine ungewöhnliche Karriere, die am Sonntag im schwedischen Bro Park tragisch endete. Nach einer schweren Verletzung, die er sich in einem Hürdenrennen zuzog, musste der inzwischen zehn Jahre alte Wallach eingeschläfert werden.

Es begann mit einem Sieg 2014 in Bad Harzburg, insgesamt gewann er bei 59 Starts acht Flach- und drei Hindernisrennen. Sein höchstes Rating, 92kg, hatte er 2017 nach seinem dritten Platz im Preis von Dahlwitz (LR) in Berlin-Hoppegarten bekommen. Es gab weitere Listensiege, einen Ausgleich I-Erfolg und im letzten Jahr einige bemerkenswerte Auftritte über Sprünge.

Apoleon war über seinen Vater Ogatenango (Colon) Halbblüter. Dessen zweite Mutter Corina (Carvo) stammt aus einer Julius Caesar-Stute, dann kommen Mütter von Jonkheer und dem Oleander-Sohn Marabou (Oleander), doch danach stehen im Papier Fragezeichen, was dann letztlich den Halbblutstatus erklärt. Apoleons Mutter Abisou (Goofalik) hat fünfjährig ein Rennen gewonnen, Vollblutnachkommen sind von ihr nicht eingetragen, aber es gibt noch den drei Jahre alten Apollo von Marlow (Ogotenango) und den Jährlingshengst Achilles (Ogotenango), natürlich auch Halbblüter. Immerhin stammt Abisou aus der Familie von Galileo, denn sie geht auf Anatevka (Espresso) zurück, es ist ihre fünfte Mutter.

Verwandte Artikel: