Drucken Redaktion Startseite

Die Umfrage bei den Experten - Nachtrag

Philipp Graf von Stauffenberg. www.galoppfoto.de - Sabine Brose

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 501 vom Freitag, 19.01.2018

In unserer Umfrage unter Agenten und Experten bezüglich der Decksaison 2017 fehlte in der Ausgabe 499 der eine oder andere Befragte aus Urlaubsgründen. Philipp Graf von Stauffenberg und Tina Rau haben ihre Antworten nachgereicht.

Die Fragen waren die Folgenden: 

 

1 - Die Decktaxe spielt keine Rolle - welcher Deckhengst in Europa ist Ihre Wahl?

2 - Ein Geheimtipp oder ein „vergessener“ Hengst in Europa?

3 - Ihre Wahl in Deutschland?

4 - Je ein „value for money“-Hengst - In Deutschland - England/Irland - Frankreich

5 - Ein interessanter Debutant – europaweit?

 

Philipp Graf von Stauffenberg

1 - Galileo ist sicherlich der herausragende Deckhengst nicht nur der letzten Jahre – er bringt nicht nur die zu erwarteten Topferde auf Distanzen ab 2.000m, sondern in den vergangenen Jahren auch mehr und mehr herausragende Meiler, die auch schon 2-jährig Spitzenleistungen abliefern. Mit der immer stärker werdenden Dominanz dieser Hengstlinie gerade auch in Verbindung mit Danehill muss man sich ernsthaft Gedanken um Alternativen machen – eine Schlüsselrolle wird hier wohl Dubawi haben. Er hat bis jetzt nur 50% der Nachkommen von Galileo und wenn man bedenkt, dass er am Anfang selbst im eigenen Camp „belächelt“ wurde, sollte von ihm weitere Steigerung zu erwarten sein

2 - Die große Auswahl, auch der jedes Jahr neu aufgestellten Hengste, macht es für jeden einzelnen immer schwieriger, sich und seine Qualitäten unter Beweis zu stellen. Einige Beispiele sind Nayef, Sir Percy in England, Holy Roman Emperor und Mastercraftsman in Irland, Areion in Deutschland.

3 - Adlerflug hat sehr kleine Jahrgänge, das kann die Statistik verzerren; aber das, was er auch außerhalb der Schlenderhaner Zucht erreicht hat, ist schon sehr, sehr gut. Areion, wenn man nicht auf den Verkauf angewiesen ist. Ich hoffe Maxios kann die großen Erwartungen, die in ihn gelegt werden erfüllen, aber er muss in 2018 liefern. 

4 - In Deutschland

Ich denke Adlerflug ist trotz der Steigerungen der Decktaxe der Hengst mit dem besten Preis/Leisungsverhältnis. Im preisgünstigsten Segment Tai Chi.

In England/Irland

Sir Percy im unteren Bereich, New Approach bei den hochpreisigen Hengsten. Hier kommt Oasis Dream auch preislich wieder da an, wo er besser aufgehoben ist.

In Frankreich

„Good Value“ ist inzwischen immer schwieriger zu erzielen. Reliable Man könnte einer sein, wenn er tatsächlich außerhalb der Röttgener Zucht erfolgreich sein sollte. 

5 - Zarak in Frankreich, trotzdem er seinen Gr. I-Sieg nicht dreijährig erreicht hat. Ingezogen auf Mr. Prospector und in den ersten 4 Generationen frei von den Mainstreamhengsten des Northern Dancer-Mannesstamms.

 

Tina Rau

1 - Galileo, führt kein weg dran vorbei...

2 - Passt eigentlich zur Frage "value for money": Mastercraftsman, Tamayuz und Oasis Dream - alle drei proven sires mit mehreren Gr. I-Siegern, die aber markttechnisch ein wenig in Vergessenheit geraten und dadurch für annehmbares Geld zu buchen sind.

3 - Soldier Hollow und Adlerflug.

4 - In Deutschland

Lord of England

In England/Irland

siehe Frage 2

In Frankreich

Myboycharlie

5 - Ribchester. Ich mochte schon den Vater, der sich ja (siehe Wootton Bassett) auch als Sire of Sires gut anlässt. Auch bezüglich Exterieur und Rennleistung gibt es an Ribchester wenig auszusetzen.

Verwandte Artikel: