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Überragende Habana im Zukunftsrennen, beeindruckende Comebacks durch Noble Heidi und Tünnes

Die Sieger der drei Toprennen am dritten Meetingstagen in Baden-Baden. ©galoppfoto - Frank Sorge

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Pressemitteilung

„Staunen und Feiern“, gab Rennkommentator Marvin Schridde auf den letzten Metern des 149. Renate und Albrecht Woeste Zukunfts-Rennens (Gruppe III,55.000, 1.400 m) am Mittwoch, dem dritten Tag der Grossen Woche auf der Galopprennbahn in Baden-Baden-Iffezheim, als Devise aus. Und die 4.950 Zuschauer waren mehr als beeindruckt von Stiftung Gestüt Fährhofs Habana, der imponierenden Siegerin des vom Ehrenpräsidenten des Dachverbandes Deutscher Galopp und seiner Gattin gesponserten Top-Rennens für zweijährige Pferde. Denn die von der Sottrumer Zuchtstätte der Familie Jacobs auch gezogene Kingman-Tochter verteidigte nach ihrem souveränen Debütsieg nicht nur ihre weiße Weste, sie beherrschte auch ihre sieben Konkurrenten in einem Stil, wie man ihn nur ganz selten sieht.

Mit viel Vertrauen geritten

Eduardo Pedroza (48), Stalljockey des in Spexard bei Gütersloh ansässigen Erfolgscoaches Andreas Wöhler, wusste offenbar ganz genau, was für ein Pferd ihm anvertraut war, denn er wartete an letzter Stelle den Gang der Dinge ab, um erst in der Schlussphase auf den Plan zu treten. Völlig mühelos ließ Habana die Konkurrenz einfach stehen. Die zwei Längen Vorsprung des Richterspruchs verdeutlichen nicht annähernd die Überlegenheit, die die 2,6:1-Favoritin an den Tag legte. Ihr stellen nun alle Türen für eine großartige Karriere offen, nachdem der erste Gruppesieg nur eine Durchgangsstation gewesen sein dürfte.

See Paris, der Gewinner des Kölner Auktionsrennens, holte sich Platz zwei, doch musste er die Konkurrentin passieren lassen. Auch der lange führende französische Gast Ghrainne lief auf Rang drei gut, während sich Evina als Vierte vor Bottle Of Bubbles, Sarasto, Winning Spirit und Empathie nicht mehr steigern konnte.

STIMMEN: 

Dr. Andreas Jacobs (Besitzer und Züchter von Habana): „Es ist lange her, dass wir so ein schönes Rennen gewonnen haben. Es erinnert mich an die tollen Jahre hier in Baden-Baden. Ich bin den Zuschauern dankbar für ihre Empathie, ein toller Moment.“

Simon Stokes (Racing Manager von Habana): „Ich bin sprachlos. Über Winter war Habana bei mir, ehe sie dann dieses Jahr in den Rennstall kam. Sie erinnert mich an Royal Dubai und Lavirco, die auch schon tolle Zweijährige für uns waren. Der Trainer war immer beeindruckt von ihr. Sie hat sich wie ein Profi benommen. Genannt ist sie nun für den Preis der Winterkönigin hier und den Prix Marcel Boussac am Arc-Tag in Paris.“

Andreas Wöhler (Trainer von Habana): „Habana ist schon etwas ganz Besonderes. Eddie hat sie mit viel Vertrauen geritten. Sie konnte unterwegs abschalten und dann großartig beschleunigen.“

Eduardo Pedroza (Jockey von Habana): „Ich hatte schon zu Hause ein gutes Gefühl mit ihr und habe sieheute  mit einigem Mumm geritten. Dass sie gut genug für ein solches Rennen sein würde, hatte sie uns im Training gezeigt.“

Holger Faust (Racing Manager von See Paris): „Das war eine sehr gute Leistung. Wir steuern jetzt den Preis des Winterfavoriten an, wo wir nicht auf Habana treffen werden.“

Michael Cadeddu (Jockey von See Paris): „Er ist stark gelaufen, zumal es erst sein zweiter Start war. Gerne hätte ich gewonnen, aber die Stute war überlegen vorne.“

Alexis Pouchin (Jockey von Ghrainne): „Ich bin sehr zufrieden mit ihrer Vorstellung. Gegen die Siegerin gab es nichts zu bestellen.“

Zwei beeindruckende Comebacks, perfekt vorbereitet von Trainer Peter Schiergen (Köln) und bestens vorgetragen von Championjockey Bauyrzhan Murzabayev, faszinierten die Galopp-Fans am Mittwoch, dem dritten Tag der Grossen Woche 2022 in Baden-Baden-Iffezheim. Noble Heidi und Torquator Tasso-Halbbruder Tünnes meldeten sich in grandioser Verfassung aus langen Pausen zurück.

De Anfang machte Noble Heidi: Vor zwei Jahren war sie die Nummer eins unter den jungen deutschen Stuten dank ihres Erfolges im Preis der Winterkönigin auf der Galopprennbahn in Baden-Baden-Iffezheim. Nun meldete sich die im Besitz von Manfred Schmelzer stehende vierjährige Intello-Tochter im Coolmore Stud Baden-Baden Cup (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.800 m) in toller Manier zurück.

Mit Bauyrzhan Murzabayev spurtete die 5:1-Chance, die früher bei Henk Grewe beheimatet war, ehe sie in den Nachbarstall von Peter Schiergen wechselte, mit achteinhalb Längen in atemberaubender Weise auf und davon. Und das obwohl sie ein Jahr nicht mehr am Start war.

Die Erwartungen übertroffen

„Das war eine sehr gute Vorstellung nach der langen Pause“, war auch Murzabayev beeindruckt. Und Trainer Peter Schiergen sagte: „Noble Heidi hatte eine Mini-Fissur, das Auskurieren hat lange gedauert. Wir hatten zwar mit einem guten Laufen gerechnet, aber nicht mit solch einem tollen Erfolg. Da sie die Inländer-Geltung in Frankreich besitzt, könnte sie nun dort weitermachen.“

La Estrellita überrascht

Die Riesenaußenseiterin La Estrellita hatte Platz zwei jederzeit sicher und meldete sich wieder groß zurück. „Sie mochte das Wetter und hatte auch wieder besser gearbeitet“, schilderte ihr Betreuer Michael Figge, der ein Listenrennen in Saint-Cloud als nächste Aufgabe nannte. Stella lief als Dritte ihre Form aus. „Sie ist sehr konstant geworden und kann auch weitere Wege“, meinte Trainer Markus Klug. Die Französinnen Nano Eagle und Layla mussten mit Rang vier bzw. fünf vorlieb nehmen. 

Ähnlich wie Noble Heidi gestaltete auch Tünnes, der im Besitz des in Köln und Baden-Baden lebenden Krankentransport-Unternehmers Holger Renz stehende Halbbruder des am Sonntag im 152. Wettstar.de Grosser Preis von Baden startenden Titelverteidigers und Arc-Gewinners Torquator Tasso, seinen Wiederauftritt.

Gekauft und umbenannt

38.000 Euro hatte Renz bei der BBAG für den Hengst, der damals noch Tijuan Hilleshage hieß und aus der Zucht des Holländers Paul Vandeberg stammt, bezahlt, eher er ihm später wie allen seinen Pferden einen „kölschen“ Namen gab. 2021 hatte Tünnes bereits das Ratibor-Rennen in Krefeld gewonnen, ehe eine Strecksehnenentzündung die Vorbereitung auf das Derby, für das er bei den Buchmachern favorisiert war, zunichte machte. Doch das Team Murzabayev/Schiergen gewann das Blaue Band dann mit Sammarco, ebenfalls einem Starter im 152. Wettstar.de Grosser Preis von Baden.

Doch nun ist Tünnes wieder da, und wie! Beim ersten Start 2022 spazierte der 1,9:1-Favorit den Gegnern im Preis der BBAG-Jährlingsauktion (52.000 Euro, 2.400 m) mit sechs Längen davon, wobei auch Lobelie (Trainer Waldemar Hickst: „Sie ist toll gelaufen und macht in Auktionsrennen weiter.“) und Niagaro (Trainerin Sarah Steinberg: „Ich bin mehr als zufrieden.“) auf Rang zwei bzw. drei gefielen, aber nicht den Hauch einer Chance gegen Tünnes besaßen.

Bauyrzhan Murzabayev sagte: „Tünnes hatte sehr gut gearbeitet, Ich war mir meiner Sache sehr sicher.“ Trainer Peter Schiergen fügte an:

„Er hat viel Zeit benötigt nach seiner Verletzung. Das war schon sehr gut heute. Wir werden sicher wieder Grupperennen ansteuern, haben aber noch keinen genauen Plan.“

Weston völlig ungefährdet

Begonnen hatte der Renntag, an dem elf Prüfungen ab dem späten Vormittag ausgetragen wurden (vier Rennen gehörten auch zum Wettprogramm in Frankreich) mit einem ungefährdeten Erfolg des Dreijährigen Weston (3:1), den Andreas Suborics in Köln für die vielköpfige Besitzergemeinschaft von Liberty Racing 2020 trainiert. Start-Ziel bestimmte der Soldier Hollow-Sohn gegen Power of Royal und Indian Sunset den Richterspruch. „Er ist ein großes Pferd mit einer großen Galoppade, das man unterwegs nicht festhalten darf. Er wird sich nach diesem Start und vor allem im nächsten Jahr noch stark verbessern“, kommentierte Jockey Martin Seidl.

Alle Blicke auf Look At Me

Leider nur drei zweijährige Pferde steuerten eine 10.000 Euro-Prüfung für die Youngsters über 1.200 Meter an. Hier landete Trainer Andreas Suborics genau wie sein Stalljockey Martin Seidl gleich den nächsten Treffer – mit der im Besitz des österreichischen Stalles Ad Episas von Hermann Pfister stehenden Stute Look At Me (4,4:1), die den Favoriten Tashker und Keano noch sicher in den Griff bekam. „Wir überfordern die Pferde nicht, sondern warten, bis sie sich selbst anbieten. Das zeichnet sich aus“, berichtete Martin Seidl über die Tochter des früheren Derbysiegers Pastorius, die Nennungen in mehreren Auktionsrennen besitzt.

Wieder Willi mit Lilli

Willi mit Lilli – wie beim Frühjahrs-Meeting bildete Reiterin Lillie-Marie Engels hier ein Erfolgsteam mit dem von Pavel Vovcenko trainierten Willi (7,7:1). Start-Ziel entfachte der Mitfavorit gegen Quelinda, New Diamond und Auensir immer neue Reserven. Die Viererwette in diesem 1.600 Meter-Ausgleich III brachte 10.845,9:1 Euro.

Ein Treffer in der Viererwette: 20.000 Euro Gewinn

Einmal getroffen wurde die Viererwette in einem 1.400 Meter-Handicap, als Heavenly Bound (13;1, R. Piechulek) aus dem Hoppegartener Quartier von Roland Dzubasz gegen Libertadore, No Stopping Her und Lady Calcaria überraschend vorne war. Ein Wetter kassierte 20.000 Euro.Der Gesamtumsatz in den elf Rennen betrug 437.178 Euro

 

Nächster Renntag am Samstag

Fortgesetzt wird die Grosse Woche am Samstag, 03. September, mit dem vierten Meetingstag. Höhepunkt der neun Rennen ist der T. v. Zastrow Stutenpreis (Gruppe II, 70.000 Euro, 2.400 m). Erster Start ist um 13:40 Uhr.

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