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Synthetischer Boden oder Sandgeläuf?

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 103 vom Freitag, 26.02.2010

Die Diskussion, die aktuell im Galopprennsport der USA geführt wird, ist bizarr genug, nimmt aber schon die Züge eines Glaubenskrieges an. Im Kern reduziert es sich auf eine Frage: Was für ein künstlicher Untergrund ist sicherer, ein synthetischer Boden oder ein Sandgeläuf.

Vor einigen Jahren wurden dort viele Bahnen umgerüstet, vom herkömmlichen, seit Jahrzehnten verwandten Sandbahngeläuf auf synthetischen Boden:

Polytrack, Pro-Ride, Fibersand oder Tapeta waren gefragt. Das hat aber schon damals insbesondere Altvorderen des Rennsports nicht gepasst. Und auch wenn gerade vorgelegte Untersuchungen einen signifikanten Rückgang von schweren Verletzungen in den Rennen zeigen, glauben die Skeptiker der synthetischen Bahnen, dass die Unfälle im Training gleich geblieben seien. Frakturen seien weniger geworden, dafür gäbe es ganz andere Verletzungen, die Bahnen seien härter und nicht etwa weicher. Behauptungen, die statistisch nicht erwiesen sind.

Luxusprobleme? Gut möglich, denn die Zahl der Verletzungen ist vergleichsweise gering. Trotzdem wird der vor einigen Jahren mit großem Aufwand verlegte synthetische Pro-Ride-Kurs in Santa Anita, an dem beim Breeders´ Cup niemand etwas auszusetzen hatte, im Frühjahr vermutlich gegen herkömmlichen Sand ausgetauscht. Was aber auch mit den Problemen des Belages bei extremen Witterungsproblemen zu tun hat.

Unsere rührigen Kollegen von den amerikanischen TDN vermuten im Übrigen, dass die Antipathie gegen das Synthetische ausschließlich mit Vorurteilen allem Neuen gegenüber zu tun hat. Wir in Deutschland können uns da nur entspannt zurücklehnen. Es ist leider kaum anzunehmen, dass es in Dortmund oder Neuss in naher Zukunft eine synthetische Bahn geben wird.

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