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Der Sieg in den German 1000 Guineas geht an die Favoritin Hawksmoor

Die 22:10-Favoritin Hawksmoor gewann mit James Doyle im Sattel in Grafenberg die German 1000 Guineas. Foto: Dr. Jens Fuchs

Autor: 

Daniel Delius

Am Ende war alles sehr einfach: Die 22:10-Favoritin Hawksmoor gewann in Düsseldorf die German 1000 Guineas (beim Klick auf den Renntitel gibt es das komplette Ergebnis inkl. Video unter "Renndetails"!), den Klassiker für drei Jahre alte Stuten, eine halbe Länge war sie nach 1600 Metern mit James Doyle im Sattel vor Shy Witch, Dritte wurde Dynamic Lips. Logisch, aber nicht vorhersehbar, denn im 16köpfigen Feld hatte Hawksmoor die Startnummer eins gezogen – das bedingte von Beginn an innen eine gute Position und die hatte ihr Reiter dann auch.

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„Es ist ein schwieriger Kurs mit vielen Ecken und zudem mit dem Berg“, kommentierte Doyle seinen Erfolg, „ich bin die Bahn vorher abgegangen, hatte schon meine Bedenken, aber es hat dann doch sehr gut geklappt.“ Hawksmoor lag von Beginn an im Fahrwasser der eilig an die Spitze strebenden Double Dream, ging Mitte der Zielgeraden nach vorne, musste nur noch den Angriff von Shy Witch abwehren. „Zuletzt ist sie über zweitausend Meter in Frankreich gelaufen“, gab Hawksmoors Trainer Hugo Palmer zu Protokoll, „der damalige Jockey hat dazu geraten, es auf einer kürzeren Strecke zu versuchen und das hat dann auch sehr gut geklappt.“

Besitzer des Pferdes sind die Lael Stables, dahinter verbergen sich Roy und Gretchen Jackson aus den USA, ein Ehepaar, das in fortgeschrittenem Alter noch größere Investitionen in den Rennsport tätigt. „Sie haben Hawksmoor erst vor wenigen Wochen gekauft“, berichtete Hugo Palmer, „ehrlich gesagt habe ich noch nie ein Wort mit ihnen gewechselt. Sie wollen Spaß haben, sind inzwischen Besitzer auch von anderen Pferden bei mir im Stall.“ So schnell wird man Hawksmoor in Deutschland nicht mehr am Start sehen, „wir haben größere Rennen in England im Auge, vielleicht geht es auch mal mit ihr nach Übersee.“

Beste einheimische Stute war am Ende die aus Hannover angereiste Shy Witch, die wie auf Rollschuhen angerauscht kam, es aber nicht mehr ganz schaffte. „Kein Vorwurf an Jockey Ian Ferguson, er hat alles richtig gemacht“, sagte Trainer Hans-Jürgen Gröschel, „eine tolle Stute, es hat leider nicht ganz geklappt.“ Besitzerin Karin Schwerdtfeger hatte am Steuer ihres PKW die Anreise aus dem bayerischen Iffeldorf angetreten, musste das nicht bereuen. „Ich bin noch ganz durcheinander“, sagte die im Status einer Urgroßmutter stehende Dame, „Platz zwei ist ja fast wie ein Sieg.“ Die höher eingeschätzte Dhaba wurde am Ende nur Achte, „Startplatz fünfzehn hat uns das Rennen gekostet, da musste das Pferd einfach zu viel galoppieren“, kommentierte Besitzer Helmut von Finck.

Ein erfolgreiches Comeback feierte im Rahmenprogramm das Grand Prix-Pferd Protectionist, der einst mit dem Sieg im Melbourne Cup 2,2 Millionen Euro auf das Konto seiner Besitzer galoppierte. Zurück von Australien war er in Grafenberg in einem kleineren Rennen ohne Gegner. „Wir können jetzt auch wieder große Rennen anpeilen“, meinte Trainer Andreas Wöhler.

Der aktuelle deutsche Champion aus Gütersloh war ohnehin gut in Form, er gewann an diesem Nachmittag noch zwei andere Rennen. Und von seinem Trio in den 1000 Guineas gewann Monaco Show als Vierte zumindest noch einen ordentlichen Trostpreis: 8.000 Euro werden auf das Konto von Besitzer Jaber Abdullah aus Dubai überwiesen. 

Seinen 44. Geburtstag feierte gestern der Grafenberger Trainer Sascha Smrczek. Auf der Heimatbahn gab es jedoch nur Platzgelder für ihn, immerhin konnte Bellcanto in Mannheim ein Rennen gewinnen. 8.200 Zuschauer verfolgten bei idealem Wetter die Rennen, der eine oder andere wird aber doch den verkaufsoffenen Sonntag in der Innenstadt genutzt haben. Der Wettumsatz lag bei 208.000 Euro in neun Rennen, etwas oberhalb des vorjährigen Wertes.  

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