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Schlenderhaner Erfolg im Bremer Derby-Trial

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Turf aktuell

Normalerweise würde sich der Besitzer eines dreijährigen Hengstes, der zwei Wochen vor dem Deutschen Derby eines der der renommierten Derby-Trials gewinnt, darüber ärgern, wenn sein Vollblüter keine Nennung mehr für Hamburg besäße. Vermutlich würde er grübeln, ob sich eine kostspielige Nachnennung lohnen könnte. Wie gesagt, so sähe die Situation nach dem swb Derby-Trial (Listenrennen, 2200m, 20.000€) am Sonntag auf der Bremer Galopprennbahn in einem normalen Jahr aus.

In diesem Jahr wird dies nach dem Erfolg von Gestüt Schlenderhans Atempo wohl kaum so sein, denn was ist 2011 schon normal in den Rennen für den Derby-Jahrgang? Der Erfolg eines Schlenderhaner Hengstes aus dem Quartier von Jens Hirschberger gehört zu den Selbstverständlichkeiten. Da Schlenderhan derart reich gesegnet an chancenreichen Derby-Startern ist, bestätigt der Sieg von Atempo nur den Eindruck, dass die diesjährige Besetzung der Bremer Derby-Vorprüfung nicht zu den allerstärksten zu rechnen ist und wenig Konsequenzen für das Deutsche Derby haben wird.

Adrie de Vries ritt den zuvor sieglosen Monsun-Sohn, der dennoch als 21:10 Favorit ins Rennen gegangen war, aus der Reserve und überrollte in der Zielgerade die Konkurrenten. Lange Zeit hatte der mitfavorisierte Mi Senor (Jozef Bojko) das Geschehen bestimmt, doch ließ der Wöhler-Schützling des Rennstalls Darboven auf den letzten 100m nach und endete letztlich nur auf Rang 4. Vor ihn schob sich noch der von Sascha Smrczek nach Bremen entsandte Appleby (Daniele Porcu), der noch als Letzter in die Zielgerade gekommen war und erst spät, dann aber umso rasanter in die Partie fand. Der nach vier Starts noch sieglose Mamool-Sohn kam noch an Gestüt Auenquelles Oriental Fox (Viktor Schulepov) vorbei, der als Dritter seinen Baden-Badener Sieg bestätigte.

Ob man überhaupt Kandidaten des Bremer Rennens in Hamburg beim Derby am Start sehen wird, bleibt abzuwarten. Zumindest bei einigen Hoffnungsträgern wie z.B. dem erneut nur auf dem vorletzten Platz endenden Diego (Stefanie Hofer), sollte die Erkenntnis reifen, dass andere Ziele anzuvisieren sind. Der zweite Schlenderhaner Vertreter, der von Michael Cadeddu gerittene Shan (bei der Vorstarterangabe noch der Ritt von Adrie de Vries), konnte diesmal nicht für einen Schlenderhaner Doppelerfolg sorgen. Er endete nur als Siebter, hatte jedoch auch an der Startmaschine für einige Aufregung gesorgt, als in der Maschine stieg und sich dabei verletzt zu haben schien. Doch nach veterinärmedizinischer Untersuchung erhielt er die Freigabe zur Teilnahme am Rennen.

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