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Salestopperin aus der Anna Paola-Familie

Coplow brachte 2,1 Millionen gns. Foto: Tattersalls

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 597 vom Freitag, 06.12.2019

Weniger Highlights als sonst, ein mehr als solider Mittelmarkt und in den unteren Kategorien wie immer in der jüngeren Vergangenheit wenig Interesse: Die December Sale Mares von Tattersalls, wichtigste Zuchtauktion der Welt, endete am Donnerstag nach vier Tagen trotzdem mit einem vorzeigbaren Ergebnis. Ein Rekord waren die 27 Zuschläge im Bereich oberhalb von 500.000gns., der Schnitt war besser als 2018, auch wenn die sechsstellige Bestmarke von 2017 so schnell nicht wieder erreicht werden wird. 

2018 hatte es noch sieben Millionen-Zuschläge gegeben, diesmal war nur ein einziger siebenstelliger Verkauf zu verzeichnen, der von Coplow (Manduro), einer zehn Jahre alten Stute aus der Familie der Anna Paola, sie ging für 2,1 Millionen gns. an M. V. Magnier von Coolmore. Selbst nur ein mäßiges Rennpferd, das mehrfach platziert gelaufen ist, hat sie sich in der Zucht als Mutter von Billesdon Brook (Champs Elysees) auszeichnen können, Siegerin in den 1000 Guineas (Gr. I) und den Sun Chariot Stakes (Gr. I), dazu hatte sie mit Billesdon Bess (Dick Turpin) eine Listensiegerin auf der Bahn. Angeboten wurde sie tragend von Kingman vom Stowell Hill Stud der Familie McCreery, die noch im Besitz von Billesdon Brook ist. Die aktuell Vierjährige wird nach einem Koppelaufenthalt wieder in den Rennstall von Richard Hannon zurückkehren.

Coplow ist eine Tochter der Anna Oleanda (Old Vic),  Mutter von fünf Black Type-Pferden, Tochter selbst der einflussreichen Anna Paola (Prince Ippi). Logischerweise war an ihr großes Interesse und als Ross Doyle zwei Millionen gns. für sie bot, schien er für das Barnane Stud der Käufer zu sein. Doch nur ein einziges Mal hob Magnier für Coolmore die Hand und bekam den Zuschlag. „Vermutlich wird sie im kommenden Jahr von Galileo gedeckt“, meinte Magnier.

Ein weiteres Ass der Auktion wechselte nicht den Besitzer: Mabs Cross (Dutch Art), Siegerin im Prix de l’Abbaye de Longchamp (Gr. I), wurde von ihrem Eigner, der Armstrong-Familie, für 1,1 Millionen gns. zurückgekauft. Die Fünfjährige soll jetzt in die eigene Zucht gehen.

Knapp an der Million vorbei schrammte die drei Jahre alte Big Brothers Pride (Invincible Spirit), Siegerin im Prix Sigy (Gr. III), Schwester der Gr. I-Siegerin Polydream (Oasis Dream). Sie gehörte Qatar Racing und Kin Hung Kei, ging jetzt an die BBA Ireland, die für ein amerikanisches Syndikat tätig war, es geht für sie vermutlich gleich in die Zucht.

Zu den aktivsten Käufern zählte in Newmarket Ibrahim Araci aus der Türkei. Unweit von Newmarket hat er unlängst das Old Mill Stud erworben, besitzt allerdings auch in seiner Heimat ein großes Gestüt. Zu seinen Akquisitionen zählte die von Lope de Vega tragende Guerriere (Invincible Spirit), die mehrfach platziert gelaufen ist, aus der Familie der „Arc“-Siegerin Solemia (Poliglote) stammt. Sie kostete 825.000gns., wird in England bleiben. Das gilt auch für die von Justify tragende Butterscotch (Galileo), Halbschwester des Deckhengstes Coach House (Oasis Dream), die 700.000gns. kostete, und Predawn (Fastnet Rock), rechte Schwester der Epsom Oaks (Gr. I)-Siegerin Qualify, die tragend von No Nay Never für 600.000gns. in den Araci-Besitz überging.

In die Türkei geht es jedoch für eine weitere Araci-Investition, die vom Gestüt Görlsdorf angebotene Marilu (Maxios). Die nicht gelaufene Schwester von Matchwinner (Sternkönig) trägt ein Hengstfohlen von Sea The Moon, was für Araci ein wichtiger Kaufgrund war.

Dreimal fiel am Mittwoch, dem wie immer wichtigsten Auktionstag, der Hammer bei 800.000gns. Diesen Betrag erzielte Shambolic (Shamardal), eine Listensiegerin aus der Zucht des unlängst verstorbenen Duke of Roxburghe. Sie wird in die Herde des Merry Fox Studs einziehen. Aus dem Besitz von Martin Schwartz kam Onthemoonagain (Cape Cross), eine Fünfjährige, Listensiegerin und vielfach gruppeplatziert, auch auf Gr. I-Ebene in den USA. Der Agent Luke Lillingstone ersteigerte sie im Kundenauftrag für 800.000gns. Diesen Betrag erzielte auch noch Easter (Galileo), eine von Kingman tragende Listensiegerin, die an die Athens Wood Farm in Kentucky ging. Aus dem wie immer attraktiven Angebot von Juddmonte war die nicht gelaufene Time Saver (Frankel) das teuerste Pferd. Die Dreijährige ist eine Halbschwester der Gr. I-Siegerinnen Timepiece (Zamindar) und Passage of Time (Dansili), wurde für 750.000gns. von Demi O’Byrne für die australische Aquis Farm erworben.

Das internationale Interesse war wie immer erheblich, insbesondere amerikanische Käufer waren in höheren Bereichen dabei. Der Mittlere Osten, etwa die Maktoum-Familie, war als Bieter eher nicht aktiv, doch das war schon in der jüngeren Vergangenheit bei dieser Auktion der Fall gewesen. Aus Deutschland gab es nur wenige Akzente. Immerhin 75.000gns. legte die RTC GmbH von Hans-Gerd Wernicke für die drei Jahre alte Ambling (Lope de Vega) an. Harald Schneider unterschrieb den Kaufzettel für die Enkelin der Blandford Stakes (Gr. II)-Siegerin Royal Ballerina (Sadler’s Wells). Ambling war bei John Gosden für Lord Vestey im Training, hat bei einer Handvoll Starts im August in Lingfield gewonnen. Sie wird natürlich eine Box bei Sarah Steinberg in München beziehen. Das Gestüt Brümmerhof kam als Käufer nicht zum Zuge, trennte sich jedoch von der für Dominik Moser platziert gelaufenen Narrative (Archipenko), die für 38.000gns. an Sunderland Holdings ging. Umsonst hingegen war die Karlshoferin Anabasis (High Chaparral) nach Newmarket gereist. Tragend von Mastercraftsman fand die Mutter der Gr. I-Siegerin A Racing Beauty (Mastercraftsman) keinen neuen Besitzer und wurde für 575.000gns. zurückgekauft. 

Tattersalls December Mare Sale

 20192018
Angeboten812878
Verkauft668728
Umsatz57.790.900gns.60.712.100gns
Schnitt86.513gns.83.396gns.

1gn. = ca. 1,25 Euro

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