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Rekordumsatz in Deauville

Deauville im Dezember gehört zu den Pflichtterminen der Branche. www.arqana.com

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 245 vom Donnerstag, 13.12.2012

Ein starker erster Tag sorgte bei der am Dienstag zu Ende gegangenen Vente d'Elevage von Arqana in Deauville für ein insgesamt deutlich besseres Ergebnis als im vergangenen Jahr. Am Ende summierte sich ein Umsatz von etwas mehr als zwanzig Millionen €, ein neuer Rekord für diese Versteigerung, wobei die deutschen Käufer einen gewissen Anteil hatten. Die Bedeutung der December Sale von Tattersalls ist zwar immer noch deutlich größer, doch gehört inzwischen auch Deauville im Dezember zu den Pflichtterminen der Branche, selbst wenn die ständigen Änderungen der Auktionsformate nicht unbedingt zur Transparenz beitragen. "Das neue Format hat sich sehr bewährt", bilanzierte jedoch Arqanas Chefmanager Eric Hoyeau, "wir sind mit dem Umsatz und insbesondere mit der Verkaufsrate von fast achtzig Prozent sehr zufrieden."

Die Salestopperin Wild Wind. www.arqana.comDie Salestopperin Wild Wind. www.arqana.comDie teuersten Pferde der Auktion waren sämtlich mit einer gerade bei Arqana inzwischen sehr beliebten "Wild Card" in den Katalog gekommen. So die von Haras des Capucines angebotene vier Jahre alte Stute Wild Wind (Danehill Dancer), Listensiegerin, mehrfach gruppeplatziert, u.a. als Dritte in der Poule d'Essai des Pouliches (Gr. I). Die von Galileo tragende Stute, die auf die große Miesque zurückgeht, erzielte 1,175 Millionen € und wurde auf den Namen der Three Chimneys Farm zugeschlagen. In das in Kentucky liegende Gestüt hat sich vor Kurzem die Familie Borges Torrealba eingekauft, sie hatte vor einigen Wochen in Keeneland mit Pure Clan (Pure Prize) für 4,5 Millionen $ die Salestopperin gekauft. "Wir sind stets auf der Suche nach herausragenden Mutterstuten, Wild Wind erfüllte alle Bedingungen", kommentierte Three Chimneys' Berater Michael Youngs den Deal. Die Stute soll vor ihrem Flug in die USA nochmals von einem in Europa stationierten Hengst gedeckt werden.

Auf 850.000 € kletterte die gleichaltrige Spin (Galileo), die Gr. III-Zweite war und ein Fohlen von Fastnet Rock erwarten lässt. Die Schwester von vier Black Type-Siegern kann auf viele prominente Namen in der Verwandtschaft verweisen, dazu zählt auch Danedream (Lomitas). Den Zuschlag bekam der Agent Nicolas de Watrigant von Mandore International, er war mutmaßlich im Auftrag von Scheich Joaan Al Thani aktiv, auch wenn er sich zur Identität des künftigen Besitzers von Spin nicht äußern wollte. Mandore International ist allerdings in allen Preisregionen tätig, kaufte in Deauville auch zahlreiche Pferde für vierstellige Beträge.

825.000 € brachte die sieben Jahre alte Elletelle (Elnadim), die sich Adrian Nicoll von der BBA Ireland für einen australischen Kunden sicherte. Die tragend von Galileo angebotene Siegerin u.a. in den Queen Mary Stakes (Gr. II) stammt aus der Flamanda (Niniski), die in Deutschland fünf Rennen gewonnen hat und einige Jahre in der Zucht von Dr. Klaus Schulte aktiv war.

Stark vertreten waren einmal mehr amerikanische und japanische Klienten, die den vorhergehenden Markt bei Tattersalls "zu teuer" fanden, so der aus den USA angereiste junge Agent Alex Solis. Er wurde für 525.000 € bei Gold Round (Caerleon) fündig, einer Halbschwester der großen Goldikova (Anabaa). Gold Round hat mit Goldwaki (Dalakhani) bereits einen Gr. III-Sieger auf der Bahn, sie ist erneut von dem Aga Khan-Hengst tragend.

Die Shadai Farm der Yoshidas erwarb zwei junge Stuten, für 350.000 € die Prix Royal Oak (Gr. II)-Zweite Miss Lago (Encosta de Lago) und für 200.000 € die von King's Best tragende Gr. III-Siegerin Boldogsag (Layman).  Den Weg in die USA nimmt die vom Gestüt Zoppenbroich gezogene Azeville (Shamardal), die als Fohlen an Gerard Augustin-Normand verkauft wurde, für diesen drei Rennen, darunter vor einigen Wochen eine Listenprüfung in Chantilly gewann. Für 250.000 € ging sie in den Stall von Trainer Patrick Biancone, für diesen wird sie ihre Rennlaufbahn in Übersee fortsetzen.   

210.000 € erlöste die zehn Jahre alte Peaceful Love (Dashing Blade), die über das Haras du Petit Tellier tragend von Monsun angeboten wurde. Die Mutter von Fort Hastings (Aragorn) und Rock Your Life (Manduro) wurde an französische Klientel abgegeben.

Dreimal fiel bei den Fohlen der Hammer bei 150.000 €. Den einzigen angebotenen Nachkommen von Sea The Stars, eine Tochter der Prix Saint-Alary (Gr. I)-Siegerin Germance (Silver Hawk), ersteigerte John Clarke für die Familie Tsui, Eigner von Sea The Stars. Ebenfalls auf 150.000 € kletterte eine Tochter von Fastnet Rock und ein Hengst von Shamardal aus der Listensiegerin Dancing Lady (Dansili). Stark gefragt waren Fohlen von Makfi, die in der Spitze 125.000 bzw. 120.000 € brachten. Letzeren Preis erzielte ein Stutfohlen von Fureau (Ferdinand), die in Deutschland drei Rennen gewann und eine Schwester der Gr. I-Siegerin Floriot (Monsun) ist.

Viele deutsche Elemente

Deutlich stärker als etwa bei Tattersalls war das deutsche Engagement, sowohl auf Käufer wie auf Verkäuferseite. Eine eigene Erfolgsstory hat dabei die vier Jahre alte Shaqira (Redoute's Choice) geschrieben. Im Februar war sie über Peter Brauer für 5.000 gns. bei Tattersalls an das mehrköpfige Munich Syndicate gegangen, zuvor hatte sie im Stall von Marcus Tregoning wenig bewegen können. Trotz mehrerer Schrauben im Bein lief sie für Trainer Wolfgang Figge zu großer Form auf, gewann sechs Rennen, u.a. auf Listenebene und kam mit einem Rating von 89,5 kg in Deauville in den Auktionsring. Bei 160.000 € fiel der Hammer, in einem Bieteduell zweier australischer Gruppen setzte sich Damien Gabbedy von Belmont Bloodstock gegen Hubie de Burghdurch. "Wir bemühen uns um einen Sprung zu Frankel", gab Gabbedy die Richtung für Shaqira vor, s. dazu auch: Wechselbäder der Gefühle für die Shaqira-Besitzer am Auktionsring.

Aus dem umfänglichen Angebot des Consignors Ronald Rauscher war Rolf Brunners fünf Jahre alte Mandura (Danehill Dancer) das herausragende Angebot. Die Halbschwester von Manduro (Monsun), selbst Siegerin in einem kleineren Rennen, wurde tragend von New Approach angeboten und erlöste 250.000 €, der Japaner Katsumi Yoshida war der Käufer. Mehrere Mutterstuten hatte das Gestüt Hofgut Mappen nach Deauville geschickt. Die sieben Jahre alte Suave (Sadler's Wells), tragend von Rock of Gibraltar, ging für 52.000 € an Tina Rau, die dem Vernehmen nach für das Gestüt Brümmerhof tätig war. Suaves Tochter Suama (Monsun), dreijährig und gleichfalls tragend von Rock of Gibraltar, wechselte für 46.000 € an Chantilly Bloodstock. Djoua (Galileo), eine Schwester u.a. von Diamante (Acatenango) und Divisa (Lomitas), ging tragend von Samum für 31.000 € an Stamina Turf. Die ebenfalls von Ronald Rauscher angebotene, von Monsun tragende Baselga (Second Set), die Werner Heinz gehörte, ging für 36.000 € an die Kölner Agentur Panorama Bloodstock

Von den fünf Mutterstuten, mit denen das Gestüt Etzean nach Deauville gereist war, wurden drei verkauft, die von Lord of England tragende Ratisbona (Sholokhov) für 7.000 €, die von Soldier Hollow tragende Wonderful Life (Tiger Hill) für 6.000 € und die von Lord of England tragende Pisa (Sholokhov) für 7.500 €, wobei in letzterem Fall Panorama Bloodstock als Käufer zeichnete. Das Gestüt Westerberg gab sämtliche vier Stuten ab, die im Ring waren. 14.000 € brachte die von Sholokhov tragende Leverage (Dashing Blade), auf 12.000 € kam die Literato (Kendor)-Schwester La Marisma (Sinndar), die ein Fohlen von Saddex erwarten lässt, 11.000 € erlöste die von Archipenko tragende Lupinie (Platini) und für 7.000 € wurde die von Areion tragende Lyrical (Grape Tree Road) verkauft.

Doch auch in der Käuferliste wurden deutsche Gestüte verzeichnet. Das Gestüt Röttgen, das aktuell in Newmarket bemerkenswerte Verkaufserfolge verzeichnen konnte, hat gleich neu investiert. Über Crispin de Moubray erwarb man für 82.000 € die neun Jahre alte Aramina (In the Wings), eine listenplatzierte Mutterstute aus Schlenderhaner Linie, die tragend von Monsun vom Ecurie des Monceaux angeboten wurde. Zwei Stuten erwarb die Stiftung Gestüt Fährhof. Rein amerikanisch gezogen ist die acht Jahre alte Sentimental Union (Dixie Union), die in den USA zwei Rennen gewinnen konnte und Schwester der in Argentinien auf Gr. I-Ebene erfolgreichen Alexine (Runaway Groom) ist. Sie wurde tragend von Myboycharlie angeboten, kostete 30.000 €. Über Tina Rau kam für 77.000 € die drei Jahre alte Neuquen (Rock of Gibraltar) in Fährhofer Besitz. Sie war für Trainer Carlos Lerner listenplatziert, ist eine Schwester des Listensiegers und gruppeplatzierten Capitaine Courage (Bering).  

Die von Holger Faust erst vor wenigen Wochen gegründete Agentur HFTB Racing Agency stieg gleich mit vier Käufen in das Geschehen ein. 50.000 € kostete die von Makfi tragende Siegerin Crackovia (Daylami), eine Schwester zur Prix Saint-Alary (Gr. I)-Siegerin Coquerelle (Zamindar). Für 35.000 € wurde die drei Jahre alte Super Vanny (Van Nistelrooy), eine Schwester zum Gr. II-Sieger Super Celebre (Peintre Celebre) aus der Schwarzgold-Linie erworben, sie ist tragend von Sageburg. Aus der "N"-Familie von Peter Hess stammt Nowosti (Lomitas), eine rechte Schwester der mehrfachen Listensiegerin Nianga, sie lässt ein Fohlen von Wootton Bassett erwarben, bei ihr fiel der Hammer bei 18.000 €. Schließlich ersteigerte Holger Faust noch für 14.000 € ein Stutfohlen von Orpen aus einer von Sadler's Wells stammenden Schwester der Deckhengste Dr. Fong und Lucky Story.

Panorama Bloodstock ersteigerte neben den beiden Mutterstuten Baselga und Pisa noch fünf Fohlen, zwei Hengste von Tertullian und Sholokhov sowie gleich drei  Fohlen von Soldier of Fortune, wobei eine Stute aus einer von Lando stammenden rechten Schwester von Scalo mit 18.000 € der teuerste Kauf war. Die Ebbesloher Gestütsleiterin Suzanne Roberts wurde dreimal als Käuferin aufgeführt. Eine von Le Havre tragende vier Jahre alte Holy Roman Emperor-Tochter der Irish 1000 Guineas (Gr. I)-Siegerin Nightime (Galileo) kostete 32.000 €, für 24.000 € ersteigerte sie die von Wootton Bassett tragende Shining Vale (Twilight Agenda), eine Schwester der Wiener Walzer (Dynaformer)-Mutter Walzerkoenigin (Kingmambo) und für 8.000 € ein Samum-Hengstfohlen aus der Lonie der von Holger Faust erworbenen Crackovia (Daylami). Bei zwei Fohlen von Mount Nelson und Sholokhov sowie einer dreijährigen Stute von Muhtathir wurde im jeweils unteren Preisbereich das Galopp Management Grässer als Käufer aufgeführt.

Arqana - Vente de l'Elevage

 20122011
Angeboten813788
Verkauft600544
Umsatz20.642.000 € (inkl. Nachverkäufe)17.455.000 €
Schnitt32.646 €29.705 €

Arqana - Vente de l'Elevage - Salestopper

PferdAnbieterKäuferPreis
Wild Wind (2008, v. Danehill Dancer), trgd. v. GalileoHaras des CapucinesThree Chimneys Farm1.175.000 €
Spin (2008, v. Galileo), trgd. v. Fastnet RockCoulonces ConsignmentMandore International850.000 €
Elletelle (2005, v. Elnadim), trgd. v. GalileoHaras des CapucinesBBA Ireland825.000 €
Gold Round (1997, v. Caerleon), trgd. v. DalakhaniWertheimer & FrèreSolis Bloodstock525.000 €
Sweet Stream (2000, v. Shantou), trgd. v. Oasis DreamEcurie des MonceauxBBA Ireland500.000 €
    

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