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Post aus Prag - Die Turf-Gala ist zurück

Autor: 

Martin Cáp

TurfTimes: 

Ausgabe 671 vom Freitag, 04.06.2021

Es ist schon ein Kontrast, wenn man das Renngeschehen von der letzten Woche mit dem kommenden Wochenende vergleicht. Im osteuropäischen Raum herrschte Ende Mai etwas wie die Ruhe vor dem Sturm – in Tschechien und der Slowakei war rennfrei, in Budapest und Warschau gingen Renntage mit Basis-Programm über die Bühne. Das interessante Rennen der letzten Tage, das Memorial Jerzego Jednaszewskiego (2200 m) für Dreijährige, wurde auf der Rennbahn Sluzewiec in Polen von Zanzily Passion (Zanribari) mit Martin Srnec gewonnen. Der interessanterweise noch vor der Coronakrise benannte Bat Eater (Mukhadram) kam im fünfköpfigen Feld als Letzter ins Ziel.

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Das erste Juni-Wochenende verspricht dagegen eine Reihe von wichtigen Ereignissen. Am Samstag wird in Prag das letzte Derby-Trial im Rahmen einer 11 Rennen-Tageskarte und zum ersten mal seit acht Monaten mit Zuschauern gelaufen und auch in Budapest wird im Alagi Díj für das Blaue Band geprobt. Außerdem fiebert man auch der Rennbahn Kincsem Park dem traditionellen Millenniumi Díj entgegen, mit dem von Bayarsaikhan Ganbat gerittenen vierjährigen Near Poet (Poet’s Voice) ist auch ein Ex-Deutscher dabei.

Doch das alles spielt trotz allen interessanten Aspekten diesmal nur eine Nebenrolle, denn am Sonntag findet in Bratislava das Turf Gala-Meeting statt. Dass der Renntag auf der Rennbahn Starý Háj auch von den Nachbarländern als Höhepunkt der ersten Saisonhälfte angesehen wird, zeigt auch die Tatsache, dass Bratislava am Sonntag Alleinveranstalter ist. Die Turf Gala hatte einen guten Namen schon vor der Wende, damals noch als eine zweitätige Veranstaltung mit Flach- und Hindernisrennen und eine der wenigen Möglichkeiten des internationalen Vergleiches für die Pferde des damaligen Ostblocks. Nach 1993 ging man in Bratislava neue Wege und die jetzige eintägige Form ist eine Art regionaler Antwort auf große englische und französische Meetings. Das Hauptrennen ist der Große Preis der Slowakei über 2400 Meter, der zweite Höhepunkt ist das größte slowakische Sprintrennen. Das Rahmenprogramm enthält ein Derby-Trial und Top Rennen für Meiler und Stuten.

2020 musste die Turf Gala der Corona-Krise weichen, finanzielle Schwierigkeiten und Führungsprobleme machten eine Nachholung im späteren Termin unmöglich. Die diesjährige Edition wurde zwar mit niedrigeren Rennpreisen – das Hauptrennen ist mit 26 000 Euro dotiert – aber im traditionellen Umfang und Termin ausgeschrieben. Und mi der Resonanz der internationalen Ställe kann der Veranstalter, die staatliche Rennbahn Bratislava, mehr als zufrieden sein. Vor allem der Große Preis der Slowakei lässt nichts zu wünschen übrig. Der beste slowakische Steher Opasan (French Navy) trifft hier auf den besten Polen Night Tornado (Night Of Thunder) und das gewinnreichste tschechische Pferd Subway Dancer (Shamardal). Auch im Rahmenprogramm gibt es eine stattliche Beteiligung aus Tschechien, Ungarn, Polen und Österreich.

Der letzte deutsche Turf Gala-Sieger war übrigens der von Wilfried Kujath trainierte Sprinter Sacho (Dashing Blade). 2006 holte er sich mit Jozef Bojko das damals mit 850 000 slowakischen Kronen dotiertes Sprintrennen Preis des Ackerbauministeriums vor dem Österreicher Sto Na Sto (Who Knows) und dem in den Farben des Stalles Jenny laufenden Glad to be fast (Big Shuffle).

Martin Cáp, Prag

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