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Post aus Prag - Palík gewinnt 2000 Guineas, interessante Dreijährige in Prag

Royal Word holt sich unter Jiri Palik die 2000 Guineas in Prag. www.galoppfoto.de - Petr Guth

Autor: 

Martin Cáp

TurfTimes: 

Ausgabe 669 vom Freitag, 21.05.2021

Jirí Palík hat zuhause schon so ziemlich alles gewonnen, aber die tschechischen 2000 Guineas (1600 m, ca. €23.500) haben bisher in seiner Erfolgsbilanz gefehlt. Am letzten Sonntag holte er sich auf Royal Word (Wootton Bassett) aus der eigenen Zucht von Valentin Bukhotoyarov und Yevgeni Kappushev einen Sieg, der nicht gerade unerwartet kam, da der Hengst nicht nur sämtliche klassische Nennungen besitzt, sondern auch für den Prix du Jockey Club nominiert ist. Es war eher die Leichtigkeit, mit der sich noch recht grün wirkende Halbbruder des französischen Listensiegers Moderator (Rio de la Plata) durchsetzte, die verblüffend war. „Im Schlussbogen waren die vorderen Pferde früh müde und zu meiner Überraschung war im am Anfang der Zielgerade auf einmal auf der Spitze. Er ist nur so galoppiert, ohne richtig zu wissen, was er machen soll, und kam trotzdem unter den Händen leicht nach Hause,“ stellte Palík fest.

Die weitere Route von Royal Word bleibt noch offen. Auf den zweiten Platz kam mit gutem Speed Vert Liberte (Muhaarar) vor Mandarin (Elusive City) und dem im Gestüt Napajedla geborenen Lailaho (Stormy Jail). Der von Dieter Brand gezogene Aidensfield (Guiliani) wurde nach aktivem Rennverlauf auf der Spitze müde und musste sich mit dem elften Platz zufrieden geben. Arion (Reliable Man), der rechte Bruder von Adrian aus der Röttgener Zucht, war früh vorne auszumachen, blieb aber in der Zielgeraden regelrecht stehen und seine Derby-Ambitionen scheinen zur Zeit rein theoretisch zu sein.

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Am Sonntag wurde in Prag auch das erste Derby-Trial gelaufen. Das Dr. Otakar Frankenberger-Memorial (2200 m, ca. €5.300) war ein schnelles Rennen, in dessen zweiten Hälfte der leichte Sieger aus Most Locomotive (French Fifteen) entwischt ist und mit mehreren Längen Vorsprung in die Schlussphase ging. Am Ende konnte aber der Favorit Hazarder (Harzand) mit Jan Verner den Ausreißer kurz vor dem Ziel um 1 3/4 Längen abfangen.

Der Hengst im Besitz von Jirí Charvát scheint ein interessantes Derby-Pferd zu sein. Seine Maidenschaft legte er Ende Dezember in Pisa gegen gute Pferde inklusive des listenplatzierten Wild Explosion (The Gurkha) ab und gewann somit zwei von seinen drei Karrierestarts. Der Schützling von Pavel Tuma hat keine Probleme mit der Distanz und seine größte Waffe ist der tolle Endspeed, auch wenn er offensichtlich noch Zeit braucht. Dritter hinter Locomotive wurde der stark gesteigerter Zoriyman (Sinndar) vor Tcheque King (Montmartre). Das restliche Feld folgte mit großem Abstand, die vom Gestüt Schlenderhan gezüchtete Lady In Pink (Adlerflug) war weit geschlagen.

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Das letzte Wochenende brachte auch zwei Top-Rennen für ältere Pferde auf mittlerer Distanz. Im Prager Großer Mai-Preis (1600 m, ca. €5.300) zeigte der fünfjährige Ignacius Reilly (Worthadd) einmal mehr, warum er zur Zeit der beste tschechische Meiler ist. Unter Petr Foret schlug er leicht um 3 1/2 Längen ein Top-Feld, auf den weiteren Plätzen landeten Torque Power (Toronado) und kurioserweise der beste tschechische Sprinter Mr Right (Echo Of Light), der mangels anderer Startmöglichkeiten auch gegen die Meiler-Elite antritt. 

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In Warschau gab es im Nagroda Golejewka über 2000 Meter ein attraktives Zusammentreffen der Derbysieger Nemezis (Sea the Stars), Night Thunder (Nathaniel) und dem besten dreijährigen Steher der letzten Saison Night Tornado (Night of Thunder). Auf dem weichen Boden kam es aber schließlich zu keinem großen Kampf. Night Tornado mit Stefano Mura setzte sich 500 Meter vor dem Ziel ab und kam locker nach Hause, die stark endende Nemezis kam nur an 3/4 Längen heran. Night Thunder fehlten auf dem dritten Platz weitere sieben Längen. 

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Martin Cáp, Prag

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