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Post aus Prag - Interessante Zweijährige von Amico Fritz und Zazou

Alle wollen auf die Rennbahn: Andrang an der Eintrittskasse in Kolesa. Foto: Cap

Autor: 

Martin Cáp

TurfTimes: 

Ausgabe 694 vom Freitag, 12.11.2021

Eine Woche nach der Slowakei beendete auch der tschechische Rennsport seine Saison. Das Highlight des letzten Wochenendes war zweifellos der Gastauftritt von Bauyrzhan Murzabayev in Prag. Der deutsche Champion wurde vom Publikum enthusiastisch gefeiert und man konnte die Atmosphäre auf der Rennbahn mit einem Heimspiel eines Top-Fußballvereines vergleichen, denn Tschechien ist noch immer die zweite Rennsport-Heimat von Bauyrzhan. Hier machte er seine ersten Schritte als Jockey, hier war er dreimal Champion und er hat im Lande zahlreiche Freunde. Und dass alles beim alten ist, zeigte auch der Star des Tages selbst, als er zwei Siege im Rahmenprogramm schaffte.

Das letzte bessere Rennen der Saison, der Prager Winterfavorit (1800 m, ca. 4.000 Euro), ging an den vom Stall Rabbit Trhový Stepánov selbstgezogenen Zamico (Amico Fritz) aus dem ersten tschechischen Jahrgang des im Gestüt Napajedla stehenden Siegers der Goldene Peitsche. Der zweijährige Sohn der Oaks-Siegerin Rabbit Zamindar (Zamindar) ging auf dem weichen Boden in der Hälfte der Zielgeraden an die Spitze und setzte sich unter Jaroslav Línek sicher um 1 3/4 Längen vor American Charlie (Myboycharlie) und Josephino (Pearl Secret) durch. Der Sieger aus dem Training von Allan Petrlík war dermaßen souverän, dass er sich 100 Meter vor dem Ziel sogar einen Sprung über den Schatten der Tribüne leisten konnte. 

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Das letzte Kapitel machte einen Tag später das Meeting in Kolesa bei Kladrub. Die kleine Hindernisbahn, die vor 1989 als Trainingsbahn des staatlichen Rennstalls Kladrub diente und auf der sich Sieger der Großen Pardubitzer Sagar und Festival vorbereiteten, veranstaltet Basisrennen in beiden Metiers. Zu ihren ersten Hindernissiegen kamen hier zwei Ex-Röttgener. Der ursprünglich für klassische Rennen gekaufte Bruder von Adrian, Arion (Reliable Man) und die vierjährige Eleonora (Reliable Man) gewannen hochüberlegen über den Hürden, beide werden von Radek Holcák trainiert. Auf der flachen Bahn feierte ihren 200. Karriereerfolg Martina Havelková, die somit als erste in Tschechien tätige Reiterin diese Marke knackte. Es gelang ihr mit einem Kistenritt, denn auf der Stute Bonanza Gold (Gala Force Ten) musste sie kurzfristig einen kranken Kollegen ersetzen.

Die meisten tschechischen Championate waren bereits lange Wochen vor dem Saisonende entschieden. Jockey-Champion wurde zum vierten mal Jaromír Safár mit 26 Siegen, über den Hindernissen konnte Jan Faltejsek mit 18 Erfolgen seinen Titel verteidigen. Auch unter den Trainern – Helena Vocásková auf der Flachbahn und Josef Vána sr. in Hindernisrennen – gab es keine Überraschungen. Der vor allem auf Italien konzentrierte Vána musste allerdings bis zum letzten Renntag zittern, denn auch der zweite Pavel Tuma sattelte auf tschechischem Boden 13 Hindernissieger, wofür er nur 24 Starts brauchte und eine Erfolgsquote von 54,2 Prozent hatte. Über den Championtitel musste somit die Anzahl von zweiten Plätzen entscheiden.

Einen großen Renntag veranstaltete am letzten Sonntag die Budapester Rennbahn Kincsem Park. Im Lovaregyleti Díj (2800 m, ca. 8.200 Euro) zeigte einmal mehr der vierjährige Calabrese (Alhebayeb) seine Klasse. Der von Pál Csontos für den Croatian Owners Club trainierte Zweite aus dem letztjährigen St. Leger siegte unter den Händen von Stanislav Georgiev leicht um 2 1/2 Längen vor Avoiding Water (Sidestep) und Agata Christie (Sir Percy). 

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Stark im Focus waren aber die Zweijährigen. Als der ungarische Winterfavorit wird der erst zum zweiten mal antretende Mágnás Miska (War Command) in die Winterpause gehen. Der Schützling von Szilvia Kovács-Bakos aus dem Stall Sztankov Racing fand im Kétévesek Kritériuma (1600 m, ca. 5.500 Euro) keinen Gegner und gewann unter Martin Laube im Stil eines besseren Pferdes. Der Favorit Régi Csibész (Nathaniel) holte sich das zweite Platzgeld, Dritter wurde Spartan Devil (Buratino). 

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Die Position des besten Zweijährigen einheimischer Zucht sicherte sich mit dem Erfolg im Kerekes Gábor Emlékverseny (1400 m, ca. 4.400 Euro) Golden Boy (Zazou). Der Sohn des im tschechischen Krabcice deckenden Zazou war schon vorher Zweiter im Szent László Díj, nun setzte er sich unter Jirí Palík gegen Masamód (Anabaa Blue) und Suhanó Üstökös (Eagle Top) durch.

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Martin Cáp, Prag

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