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Perelle-Hengst toppt Arqana-Auktion

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 482 vom Donnerstag, 24.08.2017

Gut besucht: Der Führring bei der Arqana-Jährlingsauktion von oben gesehen. www.arqana.com - Zuzanna LupaGut besucht: Der Führring bei der Arqana-Jährlingsauktion von oben gesehen. www.arqana.com - Zuzanna LupaDie Auktionshalle von Arqana: Hier ist der Ein- und Ausgang der Pferde, die in den wenigen Minuten dazwischen in 75 % aller Fälle den Besitzer wechselten. www.arqana.com - Zuzanna LupaDie Auktionshalle von Arqana: Hier ist der Ein- und Ausgang der Pferde, die in den wenigen Minuten dazwischen in 75 % aller Fälle den Besitzer wechselten. www.arqana.com - Zuzanna LupaWenn eine Auktion mit einem Verkauf von 310.000 Euro beginnt, dann kann es am Ende auch so schlecht nicht ausgehen. So war es dann auch bei der ersten Jährlingsauktion 2017 in Europa, Arqanas Flaggschiff, der Vente de Yearlings in Deauville. Als am Ende Bilanz gezogen wurde, stand beim Schnitt pro Zuschlag ein solides Plus gegenüber dem Vorjahr zu Buche, der Gesamtumsatz lag etwas unter 2016, was jedoch an der geringen Zahl der Pferde im Ring lag.

Kein Wunder, dass die Stimmen bezüglich der Auktion zumindest nach außen hin positiv waren. So war katarisches Geld zwar nur sehr übersichtlich im Einsatz, blieb Godolphin bei seinen Käufen im guten, aber nicht überbordenden Bereich, doch sprangen dafür neue Interessenten, so aus Japan, aber auch aus Frankreich selbst in die Bresche.

Das Lot 160 avancierte zum Topseller: Der Dubawi-Sohn aus der Giofra, der von Jürgen H. Winters Haras de la Perelle angeboten wurde. www.arqana.com - Zuzanna LupaDas Lot 160 avancierte zum Topseller: Der Dubawi-Sohn aus der Giofra, der von Jürgen H. Winters Haras de la Perelle angeboten wurde. www.arqana.com - Zuzanna LupaDer Höchstpreis der Auktion war am zweiten Tag fällig, als ein Dubawi-Sohn aus der Giofra in den Ring kam. Jürgen H. Winter aus Baden-Baden, seit den 90er Jahren mit seinem Haras de la Perelle in der Normandie als Züchter tätig, hatte schon einmal vor einigen Jahren den Salestopper gestellt, doch so etwas ist natürlich keine Selbstverständlichkeit. Es war natürlich ein Glücksfall, dass sich zwei finanziell starke Parteien an dem Hengst aus der Falmouth Stakes (Gr. I) und Prix d’Harcourt (Gr. II)-Siegerin Giofra (Dansili) festbissen, Hamdan Al Maktoum und Kerri Radcliffe, die Agentin, die mit ihren Käufen für Phoenix Thoroughbreds in den vergangen Monaten die Szene kräftig aufgerüttelt hatte. Sie hatte auch das bessere Ende, bei 1.550.000 Euro fiel der Hammer.

Freizeitlook bei der Auktion: Andre Fabre (rechts) bei der Suche nach dem Nachwuchs für seinen Stall - und der Startrainer wurde reich bedacht. www.arqana.com - Zuzanna LupaFreizeitlook bei der Auktion: Andre Fabre (rechts) bei der Suche nach dem Nachwuchs für seinen Stall - und der Startrainer wurde reich bedacht. www.arqana.com - Zuzanna Lupa„Es war der beste Jährling der Auktion“, beeilte sich die Ehefrau des Trainers Jeremy Noseda zu sagen, „er wird in den Stall von Andre Fabre gehen.“ Dieses ist der neue französische Trainer von Phoenix Thoroughbreds, dem in Luxemburg ansässigen Unternehmen, das auch noch einen weiteren Ankauf tätigte, einen No Nay Never-Sohn, der ebenfalls zu Fabre geht und 480.000 Euro kostete.

 

War schon im Vorfeld optimistisch: Jürgen H. Winter im Interview nach dem Verkauf des Topsellers von Dubawi aus der Giofra, die beste Mutterstute seine Haras de la Perelle. www.dequia.deWar schon im Vorfeld optimistisch: Jürgen H. Winter im Interview nach dem Verkauf des Topsellers von Dubawi aus der Giofra, die beste Mutterstute seine Haras de la Perelle. www.dequia.deJürgen Winter zeigte sich im Vorfeld positiv optimistisch in Bezug auf den Verkauf des Dubawi-Hengstes. „Hier bei Arqana sind vier Nachkommen des Hengstes im Ring, in Newmarket werden es fünfzehn sein“, meinte er am Tag vor der Auktion, „das könnte sich positiv auswirken.“ Nach dem hochpreisigen Zuschlag konnte er seine Freude dann aber nicht verbergen. „Es war eine Leistung des Teams“, sagte er, „so ein Verkauf ist natürlich immer auch eine emotionale Angelegenheit. Ich bin ja in erster Linie Züchter, auch wenn es einen gar nicht so kleinen Rennstall gibt. Giofra ist unsere beste Mutterstute und sie wird mit den besten Hengsten der Welt gepaart. Das ist schon ein Investment, aber es trägt auch Früchte. Sie hat ein Hengstfohlen von Galileo und ist tragend wieder von Dubawi. Unsere Politik ist es, die Hengste in der Regel zu verkaufen und die Stuten in den Rennstall zu schicken.“ 

Eifrigster Käufer: Hamdan Al Maktoum mit seinem Berater Agnus Gold auf der Jährlings-Auktion von Arqana. www.arqana.com - Zuzanna LupaEifrigster Käufer: Hamdan Al Maktoum mit seinem Berater Agnus Gold auf der Jährlings-Auktion von Arqana. www.arqana.com - Zuzanna LupaGrößter Käufer war Shadwell France, das neun Jährlinge für insgesamt 2,4 Millionen Euro ersteigerte. Hamdan Al Maktoum war persönlich vor Ort, sein Manager Angus Gold war schon Tage vor der Auktion in die Normandie gereist. Der teuerste Ankauf war ein Bruder zu der erstklassigen Rennstute Quemah (Danehill Dancer), der junge Hengst aus dem ersten Jahrgang von Charm Spirit kostete 500.000 Euro.

In der Statistik der Käufer folgten Mayfair Speculators und Coolmore mit drei über Peter Doyle getätigten Zuschlägen für 2,35 Mio. Euro. Nicht überraschend hatte man sich Nachkommen von Galileo besonders angeschaut. Eine glatte Million brachte der Bruder von zwei Gr. I-Pferden, von Most Improved (Lawman) und Ectot (Hurricane Run). Der Galileo-Sohn war vom Ecurie des Monceaux angeboten worden, der auch für eine Stute von dem Championhengst aus der Prudenzia (Dansili) verantwortlich zeigte. Diese hatte mit Chicquita (Montjeu) bereits eine Gr. I-Siegerin gebracht, ihre Schwester erlöste 950.000 Euro und wird ging ebenfalls an die genannte Partnerschaft. Bei einer Galileo-Tochter aus einer Schwester der Gr. I-Siegerin Plumania (Anabaa) war jedoch Markus Jooste über Peter Doyle der alleinige Käufer, die Stute kostete 650.000 Euro.

Von allen Seiten begutachtet: Die vierbeinigen Angebote bei der Arqana-Jährlingsauktion. www.dequia.deVon allen Seiten begutachtet: Die vierbeinigen Angebote bei der Arqana-Jährlingsauktion. www.dequia.deFür eine bunte Besitzergemeinschaft mit Qatar Racing und chinesischen Investoren erwarb David Redvers die Schwester des diesjährigen Epsom Derby (Gr. I)-Siegers Wings of Eagles (Pour Moi). Die Stute aus derYsoldina, offeriert vom Züchter, dem Haras de Montaigu, kostete 750.000 Euro, sie wird vermutlich in Frankreich bleiben.

Deutsche Wurzeln hat eine Dubawi-Stute, die vom erfolgreichsten Anbieter der Auktion, dem Ecurie des Monceaux in den Ring geschickt wurde. Sie ist eine Tochter der vom Gestüt Etzean gezogenen Royal Highness (Monsun), Siegerin u.a. in den Beverly D Stakes (Gr. I), Mutter des mehrfachen Gr. II-Siegers und Deckhengstes Free Port Lux (Oasis Dream). Für 650.000 Euro ging sie in den Besitz des Japaners Koji Maeda.

Fünf Pferde erwarb der Hong Kong Jockey Club, der auch bei der erwähnten Nummer eins, einem Sohn von Frankel, zum Zuge kam. HKJC-Repräsentant Mark Richards hat sich natürlich auch für Iffezheim angesagt. 

Löwe berät Salzburg 

Blonds have more fun: Ein optischer Rausgucker bei der Arqana-Jährlingsauktion. www.dequia.deBlonds have more fun: Ein optischer Rausgucker bei der Arqana-Jährlingsauktion. www.dequia.deAus deutscher Sicht gab es mehrere Akzente bei dieser Auktion. Als einziger relevanter Käufer am Ring saß Hans-Gerd Wernicke, begleitet von seinem neuen Berater, dem ehemaligen Trainer Andreas Löwe. Zweimal kamen die Herren zum Zuge. Erstmals schon im frühen Stadium der Auktion, als eine Stute aus dem ersten Jahrgang von Australia in den Ring kam, angeboten über das Haras d’Etreham.  Die Mutter Kitty Matchem (Rock of Gibraltar) war Siegerin in den Rockfel Stakes (Gr. II), sie ist Schwester des Gr. I-Siegers Horatio Nelson (Danehill). 200.000 Euro kostete diese Stute, die wohl zu Sarah Steinberg nach München-Riem ins Training gehen wird. Das gilt für eine weitere Australia-Stute, die von der RTC Rennpferde Trainings Center GmbH gekauft wurde. Sie stammt aus der dreifachen Siegerin Mrs Dubawi (Dubawi), wurde außerhalb des Rings für 100.000 Euro erworben und kommt aus dem Haras du Cadran.

Erstling aus der Daksha im  Führring: Der Dubawi-Sohn aus der Zucht des Gestüt Hof Ittlingens wechselte für 400.000 Euro den Besitzer. www.dequia.deErstling aus der Daksha im Führring: Der Dubawi-Sohn aus der Zucht des Gestüt Hof Ittlingens wechselte für 400.000 Euro den Besitzer. www.dequia.deDie Zucht von Manfred Ostermann war durch einen über das Newsells Park Stud angebotene Dubawi-Sohn aus der Daksha (Authorized) vertreten. Der junge Hengst, bei dem es sich dem Vernehmen nach um ein Sharing handelte, ist der Erstling der erfolgreichen Rennstute, Siegerin u.a. im Prix Alles France (Gr. III). Er wird den Weg nach Japan nehmen, denn Käufer war der 37 Jahre alte Koichiro Yamaguchi, der seine erste Investition überhaupt in Frankreich tätigte.

Von dem im Gestüt Karlshof zu einer damaligen Decktaxe von 9.000 Euro aufgestellten Dabirsim fanden vier Jährlinge zu einem Schnitt von 123.000 Euro einen neuen Besitzer. Darunter war auch ein Sohn der vom Gestüt Bona gezogenen Salzburg (Zamindar), der immerhin 110.000 Euro erzielte, vom Haras de Grandcamp an den Hong Kong Jockey Club verkauft wurde.

Der erste Sea The Moon-Jährling in einem Auktionsring in diesem Sommer war ein vom Haras du Mezeray angebotener Sohn einer Danehill Dancer-Tochter. Er erlöste 60.000 Euro, ging an den Agenten Alex Elliott, der für Trainer Ralph Beckett geboten hatte.   

Solide V 2-Auktion 

Der dreitägigen Premium-Auktion nachgeordnet war die eintägige V.2-Auktion, bei der am Dienstag ausschließlich in Frankreich prämienberechtige Jährlinge versteigert wurden. Das Konzept wurde bereits im vergangenen Jahr ausprobiert, das Ergebnis war diesmal ähnlich. 108 Pferde wurden zu einem Schnitt von 39.088 Euro verkauft. Vor allem Pinhooker, wie der bestens bekannte Ire Con Marnane, waren am Ring.

Den Höchstpreis erzielte in diesem Segment ein Siyouni-Sohn, der für 110.000 Euro an den lokalen Trainer Stephane Wattel ging. Ein Dabirsim-Hengst brachte 100.000 Euro, der Käufer, das irische Powerstown Stud, wird ihn kommendes Jahr erneut auf die Auktion schicken. Con Marnane erwarb einen Dabirsim-Hengst für 95.000 Euro. 

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Arqana Vente de Yearlings - Salestopper

PferdAnbieterKäufer Preis
H., v. Dubawi-GiofraPerelleKerri Radcliffe BS€1.550.000
H., v. Galileo-TonnaraSkymarc Farm/MonceauxMayfair/Doyle/Magnier€1.000.000
St. v. Galileo-PrudenziaSkymarc Farm/MonceauxMayfair/Doyle/Magnier€950.000
St., v. Kingman-YsoldinaMontaiguMeridian INt./David Redvers€750.000
St., v. Galileo-SecreteMonceauxMayfair Speculators/Doyle€700.000
St., v. Dubawi-Royal HighnessMonceauxKoji Maeda€650.000
St., v. Frankel-SefrouaEtrehamCharlie Gordon-Watson BS€650.000
H., v. Frankel-RumoredGrandcamp Richard Knight BS €550,000 
H. v. Charm Spirit-KarticaCadran Shadwell €500.000 
St., v. Declaration of War-ShawaraEtreham Mandore International €500.000 

 

 Arqana Vente de Yearlings

 20172016
Angeboten305340
Verkauft232261
Umsatz€38.875.500€40.595.667
Schnitt€166.554€152.566

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