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Penelopa (Giant's Causeway) Gr. I-Sieger im 155. Henkel-Preis der Diana in Düsseldorf

Penelopa (links) mit Eduardo Pedroza gewinnt den 155. Henkel-Preis der Diana. www.galoppfoto.de - Sebastian Höger

Autor: 

Daniel Delius

Ein einziges Mal war der bulgarische Unternehmer Grischa Gantchev auf einer deutschen Rennbahn. Das war am Tag der German 1000 Guineas des Jahres 2008, damals gewann seine Stute Briseida diesen Klassiker in Düsseldorf, dort, wo es jetzt einen noch größeren Erfolg für diesen Mann gab, der öffentlich zumindest im Rennsport keine Rolle spielt, ohnehin stets sehr zurückgenommen und bescheiden auftritt.

Die Ausbeute seiner Pferde in Deutschland ist gemessen an der Quantität schon erstaunlich. 2006 tauchten seine Farben unter dem Namen Stall Litex erstmals auf, der erste Treffer war am 17. Juni 2006 fällig, als die drei Jahre alte Stute Aijala (Night Shift) in Dresden ein 1400-m-Rennen in Dresden gewann. Damals zeichnete noch Karen Haustein in Hoppegarten als Trainerin verantwortlich. Später war Peter Schiergen, Trainer auch von Briseida verantwortlich, seit 2010 trainiert der ehemalige Military-Reiter Miltcho Mintchev die Pferde, zunächst im westfälischen Delbrück, inzwischen in Köln. Gerade einmal 14 Pferde stehen auf seiner Trainingsliste, zwölf sind derzeit einsatzfähig, wenn überhaupt, schaut man sich die Nennungen an, dann sind aktuell nur welche für Penelopa und die vorjährige Gr. I-Siegerin Temida (Oratorio) abgegeben.

Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass in der Regel auch die richtigen Pferde die klassischen Rennen in Deutschland gewonnen haben, bei den Stuten wie auch bei den Hengsten. Ob Penelopa wirklich die beste Vertreterin des Jahrgangs 2010 in unseren Ställen ist, wird man frühestens Ende des Jahres sehen. Sie hatte, ohne Frage, im Gegensatz zu mancher Konkurrentin einen sehr guten Rennverlauf. Hätte es bei ihrem innen angesetzten Angriff auch nur einen Stopp gegeben, hätte sie sicher nicht gewonnen. Sie hat aber auch sehr gute Vorleistungen gezeigt. Zweijährig gewann sie gleich beim Debut in Hoppegarten, war dann im Zukunfts-Rennen nur von dem englischen Gast Ayaar (Rock of Gibraltar) geschlagen. Das Rennen war, abgesehen von Penelopa, zweifellos unterdurchschnittlich besetzt, doch konnte die Stute bei ihrem zweiten Start überhaupt kaum besser abschneiden. In diesem Jahr lief sie ausschließlich in Düsseldorf, landete in den 1000 Guineas (Gr. II) im Mittelfeld, war dann Dritte im BMW Preis Düsseldorf (LR), die Steigerung ist schon enorm, doch wenn man sich ihre Gesamtform anschaut, war sie kaum aus der Welt.

Der Prix Vermeille (Gr. I) ist das nächste Ziel für die Stute, eine mehr als ambitionierte Aufgabe, aber sicher auch eine Standortbestimmung. Sie hat aber auch eine Nennung für den Preis von Europa (Gr. I) und die Quipco British Champions Fillies and Mares Stakes (Gr. I) über 2400m bekommen.

Penelopa ist im englischen Britton House Stud gezogen und auch dort aufgewachsen. Dieses Gestüt hat Gantchev vor einigen Jahren erworben, in der Vergangenheit sind dort schon einige Cracks beherbergt gewesen, u.a. war es das Aufzuchtgestüt der Melbourne Cup-Heldin Makybe Diva.

Penelopa war als Jährling auf der Tattersalls October Yearling Sale, doch wurde sie für 65.000 gns. zurückgekauft. Ihre Mutter kommt aus den USA, wo sie Grischa Gantchev bei seinen bisher sehr wenigen, dafür gezielten Einkäufen erworben hat. Das war im Januar 2009 in Keeneland, wo sie Anthony Penfold im Auftrag von Litex dür 120.000 Dollar ersteigerte. Dazu kaufte er auch noch Landy Lindas Mutter La Cucina (Last Tycoon), die damals immerhin schon 16 Jahre alt war und sogar 150.000 Dollar kostete.

Lady Linda war tragend von Exchange Rate, heraus kam Evtalia, die im Juni bei ihrem erst zweiten Start für Miltcho Mintchev gewonnen hat, aber nicht mehr im Training ist. Noch in den USA wurde Lady Linda von Giant's Causeway gedeckt, das Produkt ist Penelopa. Eine zwei Jahre alte Pivotal-Stute namens Ledena steht ebenfalls in Köln, in diesem März kam ein Hengst von High Chaparral zur Welt. Auch aus der La Cucina wird ein Nachkomme von Miltcho Mintchev trainiert, es ist eine von Mr. Greeley stammende drei Jahre alte Stute.

Bei den Hengsten wurde also immer Wert auf Qualität gelegt. Giant's Causeway (Storm Cat) ist da nur ein Beispiel. Er steht zu einer Decktaxe von $85.000 im Ashford Stud in Kentucky, der dortigen Coolmore-Dependance und gehört seit Jahren zu den führenden Vererbern weltweit. Seit Aushängeschild in Europa ist Shamardal. In der deutschen Zucht hat er bislang noch keine Rolle gespielt, wie sollte es auch sein.

Penelopa wird dem deutschen Rennsport sicher noch einige Zeit erhalten bleiben. Grischa Gantchev hat sich in der Vergangenheit nicht unbedingt als Verkäufer gezeigt, das sollte auch im Fall der aktuellen Diana-Siegerin so sein.

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