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Mülheimer BBAG Diana-Trial auf Black-Typ-Parkett: Treffer für Fährhofs Realeza und ihren Vater Maxios!

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Pressemitteilung & Turf-Times Redaktion

Landete einen Sieg im BBAG Diana-Trial: Realeza mit Jozef Bojko. www.galoppfoto.de - Sabine BroseLandete einen Sieg im BBAG Diana-Trial: Realeza mit Jozef Bojko. www.galoppfoto.de - Sabine BroseDas Drehbuch für das wertvollste Rennen seit vielen Jahren auf der Galopprennbahn am Mülheimer Raffelberg hätte Alfred Hitchcock wohl besser kaum schreiben können. Das mit 25.000 Euro dotierte BBAG Diana Trial für dreijährige Stuten war am Montagabend an Dramatik kaum zu überbieten. Erst das Zielfoto brachte für die rund 4.500 begeisterten Zuschauer endgültige Gewissheit über die Siegerin. Die 205:10-Außenseiterin Realeza, trainiert von Andreas Wöhler (Gütersloh) für das Gestüt Fährhof (Sottrum), hatte mit Jockey Jozef Bojko (Gütersloh) in dieser Vorbereitungsprüfung auf den 160. Henkel-Preis der Diana (500.000 Euro/Deutsches Stuten-Derby), der am Sonntag, 5. August, in Düsseldorf entschieden wird, im wahrsten Sinne des Wortes die Nase vorne. Gleichzeitig sorgte Realeza für den ersten Black-Type-Treffer ihres Vaters Maxios (Monsun), der im Gestüt Fährhof stationiert ist. Hier geht es zum kompletten Renntag mit allen Ergebnissen: Klick!

Realeza lieferte sich bei herrlichem Sonnenschein einen packenden Zweikampf mit der Lokalmatadorin Viva Gloria, die am Raffelberg von Jens Hirschberger trainiert wird. Viva Gloria gehört dem Gestüt Auenquelle von Peter-Michael Endres (Duisburg) und Karl-Dieter Ellerbracke (Rödinghausen). Bemerkenswert: Endres ist Präsident des Düsseldorfer Galopprennvereins, Ellerbracke führt den neuen Rennclub Mülheim an der Ruhr. Zum erhofften Heimsieg reichte es nicht ganz, dennoch war der Auftritt und die gute Platzierung auch eine Art Belohnung für das bemerkenswerte Engagement in den letzten Monaten.

Nach Kampf hatte Realeza gegenüber Viva Gloria (75:10) auf der Ziellinie laut Richterspruch den minimalen Vorteil von einer Nase. Rang drei, nur eine weitere dreiviertel Länge zurück, ging an die französische Gast-Stute und 34:10-Favorition Amaranthe aus dem Trainingsquartier von Henri-Alex Pantall (Beaupreau).

Unmittelbar nach der endgültigen Verkündung der Siegerin des Raffelberger Hauptereignisses fragte Rennclub-Präsident und Mitbesitzer Karl-Dieter Ellerbracke sicherheitshalber noch einmal bei der Rennleitung nach: „Seid ihr euch sicher mit der Nase?“ Die „Video-Schiedsrichter“ waren es. „Schade, dass es nicht ganz gereicht hat“, so Ellerbracke. „Trotzdem war die Leistung sehr gut.“ Das sah auch Trainer Jens Hirschberger so: „Es war für Viva Gloria erst der zweite Karrierestart. Deshalb bin ich auch überhaupt nicht enttäuscht. Bleibt sie gesund, nehmen wir jetzt den ‚Henkel-Preis der Diana‘ in Angriff. Die Qualifikation dürfte sie mit dem zweiten Platz in Mülheim geschafft haben.“

Möglicherweise sehen die Galopprennsport-Freunde am 5. August in Düsseldorf auch die von Hirschberger vorbereitete Ittlingerin Area (48:10), die ebenfalls eine „Diana-Nennung“ besitzt, auf der Heimatbahn aber mit Spitzenjockey Andrasch Starke (Langenfeld) nicht über Rang sechs hinauskam. Hirschbergers Erklärung: „Sie hing im Feld fest.“

Das konnte der Siegerin Realeza nicht passieren, denn sie war - länger als ursprünglich geplant - an erster Position zu sehen. „Sie sollte sich schon weit vorne aufhalten. Weil aber kein Konkurrent Führungsarbeit übernehmen wollte, ist sie das Rennen komplett von vorne gelaufen. Das war nicht der Plan“, gab Andreas Wöhler zu. Trotz des großen Aufwands hatte Realeza jedoch die Kraft, die sehenswerte Attacke von Viva Gloria, die auf der Zielgeraden durch eine Lücke schlüpfte und so auf freie Bahn kam, zu kontern.

Jede Menge Applaus von den 4.500 Besuchern am Raffelberg, darunter auch Ex-Fußballnationalspieler und Galopper-Besitzer Klaus Allofs (Düsseldorf), hatte zuvor auch der Kölner Jockey Andreas Helfenbein bei seinem Erfolg mit Lady Mac Ben aus dem Trainingsquartier von Dr. Andreas Bolte (Lengerich) in einem 7.500 Euro-Rennen über 2.200 Meter bekommen

Helfenbein versuchte es erfolgreich mit der Ausreißer-Taktik. Schon unterwegs war die fünfjährige Stute Lady Mac Ben mit deutlich mehr als zehn Längen vor dem restlichen Feld zu sehen. Beim Erreichen der Ziellinie hatte die überlegene Siegerin immer noch fünfeinhalb Längen Vorsprung auf die zweitplatzierte Granja (Trainer: Peter Schiergen/Köln, Jockey: Andrasch Starke). „Genau so war es geplant“, freute sich der siegreiche Jockey Helfenbein.

Aus Sicht der norddeutschen Trainerin Ana Bodenhagen (Großenkneten) verlief die Auftaktprüfung beim After-Work-Renntag auf der Galopprennbahn am Mülheimer Raffelberg am Montagabend perfekt. Der von ihr trainierte sechsjährige Hengst Prefect sprintete über die 1.200 Meter-Distanz am schnellsten und heimste in dem mit 6.000 Euro dotierten Rennen den Prämien-Löwenanteil von 3.000 Euro ein.

Prefect entwickelt sich mit Jockey-Champion Alexander Pietsch (Bonn) für Ana Bodenhagen damit immer mehr zu einer Erfolgsgeschichte. Sechs Karrieresiege hat der Hengst auf dem Konto. Stets hieß der Reiter Alex Pietsch.

Dabei hatte der Tag zumindest für Prefect und seine Trainerin alles andere als optimal begonnen. „Ich bin gefühlt in acht Staus geraten“, verriet Bodenhagen, die für die knapp 240 Kilometer von Großenkneten nach Mülheim rund vier Stunden benötigte, glücklicherweise aber dennoch rechtzeitig zum ersten Start am Raffelberg eintraf.

Auch zu Beginn des Mülheimer Auftaktrennens blieb Prefect erst einmal „im Verkehr stecken“. Der 48:10-Mitfavorit war im Neuner-Feld zunächst nur an fünfter, sechster Position zu sehen. Auf der Zielgeraden gab es dann jedoch kein Halten mehr. Gegner für Gegner kassierte Prefect ein. Wie ein heißes Messer durch die Butter schnitt der Hengst durch das Feld. Am Ende stand ein sicherer Sieg mit einer Länge zu Buche.

Die Plätze zwei und drei gingen an die belgische Gast-Stute One Too Many (70:10, Jockey: Marco Casamento/Köln) und den 38:10-Favoriten Monte Cinq (Janine Beckmann/Sassenberg).

Bei hochsommerlichen Temperaturen auf der bestens besuchten Mülheimer Rennbahn strahlte Siegjockey Alexander Pietsch, der früher selbst am Raffelberg als Stalljockey von Trainer Jens Hirschberger tätig war, bei der Siegerehrung mit der Sonne um die Wette. „Da ich Prefect mittlerweile perfekt kenne, gibt es von Ana keine Order für die Rennen. Ich kann die Taktik also selbst wählen. Gleich nach dem Start hatte ich das Gefühl, dass das Rennen zu schnell war. Deshalb habe ich Prefect zunächst zurückgehalten. Gut, dass ich auf mein Bauchgefühl gehört habe“, freute sich der erfahrene Rennreiter.

Wo und wann Prefect seinen nächsten Start absolviert, konnte Trainerin Bodenhagen noch nicht abschätzen. „Erst einmal wollen wir gesund nach Hause kommen - hoffentlich ohne Staus“, lachte die Galopper-Trainerin, die früher unter anderem auch schon auf den Rennbahnen in Düsseldorf und Neuss Pferde vorbereitet hatte.

Passend zum hochsommerlichen Wetter bei der Raffelberger After-Work-Veranstaltung entschied die fünfjährige Stute Summer Princess mit Jockey Maxim Pecheur (Lohmar) das zweite Rennen des Tages um Prämien von 5.000 Euro zum Totokurs von 51:10 für sich. Freuen konnte sich damit auch der ehemalige Mülheimer Trainer John Warren, der die „Sommer-Prinzessin“ in Dortmund trainiert.

Kurios: Ebenso wie zuvor schon Prefect und Summer Princess trug auch der Sieger des dritten Rennens die Startnummer „8“. Der sechsjährige Hengst Schirkan (46:10), vorbereitet von Katja Gernreich (Neuss), gewann den zehnten Lauf zur „Sport Welt Amateur-Trophy“ (5.000 Euro) mit Lena Marie Mattes (ebenfalls Lohmar) im Sattel. Maxim Pecheur, Lebensgefährte der erfolgreichen Amateur-Rennreiterin, freute sich mit.

Der Renntag endete dann doch mit einem Mülheimer Heimsieg. Der fünfjährige Wallach Part of Ireland untermauerte mit seinem Volltreffer (ausgerechnet) im „Preis der Trainingszentrale Mülheim an der Ruhr“ (7.500 Euro) die blendende Stallform der Raffelberger Trainerin Yasmin Almenräder. Während der Derby-Woche in Hamburg-Horn hatte sie schon vier Rennen gewonnen. Einen Tag vor dem Mülheimer Renntag entschied sie in Köln auch noch eine Prüfung für sich. Nun gelang ihr am Raffelberg sogar eine optimale Ausbeute: Ein Starter, ein Sieg! „Das Jahr ging schleppend los. Jetzt stimmt die Form. So kann es gerne weitergehen“, meinte Almenräder.

Der Umsatz nach insgesamt acht Rennen auf der Mülheimer Familien-Rennbahn betrug beachtliche 108.417 Euro (Schnitt pro Rennen 13.552 Euro). Es war damit das bisher beste Ergebnis in diesem Jahr. Rennclub-Vizepräsident Werner Krüger (Berlin) zeigte sich nach dem dritten Renntag in dieser Saison unter neuer Regie äußerst zufrieden: „Sowohl der Zuschauerzuspruch als auch das Umsatzergebnis zeigen eindrucksvoll, dass die Mülheimer ihre Rennbahn nach wie vor bestens annehmen. Mülheim ist wieder da.“

Der nächste Renntag am Raffelberg steigt am Samstag, 18. August. Der Start des ersten Rennens ist für ca. 13 Uhr geplant. Die Veranstaltung führt der Rennclub Mülheim an der Ruhr e.V. gemeinsam mit dem langjährigen Sponsor Sparkasse Mülheim durch. Geplant ist ein buntes Rahmenprogramm für die gesamte Familie.

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