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Miki Melnicki lebt nicht mehr

Miki Melnicki in einer Aufnahme aus dem Jahr 2000. www.galoppfoto.de

Autor: 

Martin Cáp

TurfTimes: 

Ausgabe 554 vom Freitag, 08.02.2019

Es war eine Nachricht, der zuerst in Polen und den Nachbarländern niemand so richtig glauben wollte. Der erfolgreichste polnische Jockey Mieczyslaw Melnicki ist letzte Woche im Alter von 80 Jahren gestorben. Mit dem Tod des Mannes, der auf den Rennbahnen von Warschau bis Budapest stets “Miki” oder “Mietek” genannt wurde und 1663 Rennen gewonnen hatte, geht definitiv ein Stück osteuropäischer Turfgeschichte zu Ende.

Melnicki, der sich in den 60er Jahren als Jockey der Ausnahmestute Demona (Masis) einen Namen machte, konnte sechsmal das Polnische Derby gewinnen. Zweimal war er auch im Österreichischen Derby erfolgreich und je einmal im Blauen Bändern der Tschechoslowakei und in Belgien. Ein richtiges Kunststück gelang ihm 1984, als er im Laufe von wenigen Wochen Derbys in drei verschiedenen Ländern gewonnen hatte - in Wien und Warschau mit Neman (Dakota) und in Prag auf Juror (Saragan).

Er war als Nachfolger seines legendären Landsmannes Jerzy Jednaszewski regelmässig auch auf den damaligen Internationalen Meetings der sozialistischen Staaten erfolgreich, wo er zu den härtesten Gegnern der damals dominierenden Ekipe der UDSSR war. Seit Anfang der 70er Jahre war er auch immer wieder in Deutschland unterwegs, einem zweijährigen Aufenthalt folgten dann zahlreiche Gastspiele. Unvergessen bleibt der Einlauf des Preises von Europa 1972 Prince Ippi - Tarim - Doris Day, auf denen William Carson, Lester Piggott und Melnicki saßen. “Miki” gewann zahlreiche Rennen für Josef Hochstein, Bruno Schütz oder Theo Grieper.

Der immer gut gelaunte und freundlicher Mann mit idealer Jockeyfigur (1,58 m) wechselte in den 80er Jahren ins Trainerlager und auch im neuen Metier setzte er sich durch. Mit Joung Islander (Tioman Island) gewann er 2003 noch einmal das Polnische Derby und hatte stets eine gute Hand auch für arabische Pferde. Außerdem war er ein passionierter Züchter.

Martin Cáp

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