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Der merkwürdige Fall Berlin Berlin

Können sich wieder über den Gruppesieg freuen: Berlin Berlin mit Andreas Helfenbein, Besitzerin Heike Bischoff-Lafrentz und Trainer Markus Klug (rechts) nach dem 113. IDEE Hansa-Preis in Hamburg. www.galoppfoto.de - Sabine Brose

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 278 vom Donnerstag, 15.08.2013

Es gibt glasklare Dopingfälle, es gibt aber Fälle, bei denen es nicht ganz so eindeutig ist, etwa bei der Handhabung einer Probe oder Ähnlichem. Der Fall Berlin Berlin ist aber von einiger Merkwürdigkeit, zumal der Umgang damit. Am 19. Juli informierte das Gestüt Görlsdorf die Öffentlichkeit mittels einer Presseinformation (Klick zur kompletten Info!), darüber, dass Berlin Berlin nach ihrem Sieg im IDEE Hansa-Preis (Gr. II) positiv Omeprazol getestet sei. Das Gestüt zog die für den am Sonntag darauf gelaufenen Großen Preis von Berlin vorgesehene Stute, die für dieses Rennen nachgenannt war, zurück. Omeprazol ist in einem Mittel vorhanden, dass Berlin Berlin zur Behandlung von Magengeschwüren verabreicht bekam, dass nach Meinung der behandelnden Tierärztin aber rechtzeitig abgesetzt war.

Auch in der in Newmarket geöffneten und untersuchten B-Probe fand sich laut dem Direktorium Omeprazol. Doch hat das Institut für Biochemie der Sporthochschule Köln angemerkt, dass bei diesem Medikament ein positiver Befund im Sinne der Rennordnung nicht eindeutig festgestellt werden kann. So gibt es also keine Disqualifikation, die zumindest vom Verband auch so nicht kommuniziert worden ist. Harald Siemen, beim Direktorium zuständig für den Bereich Sicherheit und Ordnung, stellt auch klar, "dass das Direktorium zu keiner Zeit von einem positiven Fall gesprochen hat." Jan Antony Vogel, das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des Direktoriums, sagte der "Sport-Welt", dass "es nicht ratsam war, dass der Besitzer mit der Sache an die Öffentlichkeit geht."

Doch stellt sich die Frage, ob Berlin Berlin in Hoppegarten hätte laufen können. Da ist sich denn auch das Direktorium keineswegs sicher, denn möglicherweise wäre das Kölner Institut dann doch zu einer anderen Einschätzung gekommen, ein möglicher Geldgewinn in Hoppegarten wäre wieder verlustig gewesen. Aber "da der Besitzer und der Trainer das Pferd sofort aus eigener Inititiave zum Nichtstarter erklärten", so Harald Siemen, "ist das eine hypothetische Frage".

Ein vertrackter Vorgang mit teilweise etwas mysteriöser Kommunikation. Der Verband wäre besser beraten gewesen, wenn er gleich nach der Presse-Info von Görlsdorf nach außen gegangen wäre. Fazit: Berlin Berlin bleibt Siegerin im IDEE Hansa-Preis, Markus Klug kann sich unverändert Gruppe-Sieger nennen. Und Berlin Berlin läuft am kommenden Sonntag auf Listenebene im Großen Preis der Dr. Klein & Co. AG in Hannover.  

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