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Lord of England eingegangen

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 690 vom Freitag, 15.10.2021

Er war eigentlich immer etwas unterschätzt und wie viele deutsche Deckhengste fehlte ihm die internationale Anerkennung. Dabei war Lord of England fraglos einer der erfolgreichsten Vererber der letzten Jahre, hat Saison für Saison herausragende Nachkommen auf der Bahn. Vor wenigen Tagen ist er nach anhaltenden Herzproblemen eingegangen, ein großer Verlust für das Standortgestüt Etzean, aber auch für die deutsche Vollblutzucht.

Er war ein Sohn des erfolgreichen Etzeaners Dashing Blade aus einer vom Gestüt Fährhof gezogenen Los Santos-Tochter, es handelt sich um die Lomitas-Linie. Sein Züchter war der Stall Pontresina, trainiert wurde er von Mario Hofer für den Stall Lucky Owner von Klaus Hofmann. Zweijährig startete er ausschließlich in Italien, gewann ein Listenrennen in Mailand und war dort Dritter im Gran Criterium (Gr. I). Dreijährig begann es mit Rang zwei im Dr. Busch-Memorial (Gr. III), es folgte ein dritter Platz im Mehl Mülhens-Rennen (Gr. II) und ein Sieg im Großen Preis der Wirtschaft (Gr. III) in Dortmund. Seine beste Leistung bot er dann in München, als er unter Andrasch Starke den Großen Dallmayr-Preis (Gr. I) gegen Laverock (Octagonal) und Almerita (Medicean) gewann. Verletzungsbedingt war dann auf der Rennbahn Schluss, er bezog eine Deckhengstbox im Gestüt Etzean.

Zwölf Gruppe-Sieger hat er bisher auf der Bahn, angeführt vom Derbysieger und erfolgreichen Nachwuchshengst Isfahan und den beiden Diana-Siegerinnen Feodora und Palmas, beide aus Etzeaner Zucht. Gruppe II-Sieger waren bisher Fandango und Stex, auf Gr. III-Ebene waren Kronprinz, Lady Jacamira, Near England, Olorda, Pakal, Salona und Theo Danon erfolgreich. Immer mehr machen auch die Nachkommen seiner Töchter auf sich aufmerksam, ganz aktuell der „Winterfavorit“ Sea Bay, der aus der Strawberry (Lord of England) stammt. Stets lagen seine Bedeckungszahlen für deutsche Verhältnisse im oberen Bereich, sein kopfstärkster Jahrgang war mit 66 Nachkommen der von 2013. Deshalb werden die Söhne und Töchter dieses bemerkenswerten Fuchshengstes noch einige Jahre den Rennsport prägen. 

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