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Guiliani (Tertullian) Gr. I-Sieger im Großen Dallmayr-Preis - Bayerisches Zuchtrennen in München

 Gr. I-Sieger: Guiliani und Filip Minarik nach dem Sieg im Großen Dallmayr-Preis. Foto: Dr. Jens Fuchs

Autor: 

Daniel Delius

Es war schon eine kleine Überraschung, als im vergangenen Jahr Tertullian (Miswaki) zum ersten Mal in seiner auch schon relativ langen Karriere als Deckhengst erstmals zum Champion der Deckhengste in Deutschland gekürt werden konnte. Eine Wiederholung, da waren sich die die meisten Experten einig, sei ziemlich ausgeschlossen. Das könnte eine Täuschung gewesen sein, denn spätestens seit dem Sieg von Guiliani im Großen Dallmayr-Preis mischt der im Gestüt Erftmühle stehende Schlenderhaner wieder vorne mit, liegt hinter Duke of Marmalade, dem Vater des Derbysiegers Nutan, und Areion auf Rang drei der entsprechenden Bestenliste. Mit Eric und Kerosin hatte er bezeichnenderweise noch zwei weitere Starter in dem Gr.-I-Rennen am Sonntag, bei den Dreijährigen gibt es Ice Man StarSanta LuciaNeve,Niyama, hinzu eine Reihe hoffnungsvoller Zweijähriger. Da ist nach oben noch Einiges möglich, selbst wenn die Bedeckungszahlen für den jetzt 20jährigen kaum noch astronomische Höhen erreichen werden. 17 Jährlinge etwa sind nur von Tertullian im Direktoriums-Computer gelistet, drei Hengste und eine Stute kommen zur BBAG-Jährlingsauktion.

Das mütterliche Pedigree von Guiliani ist im Nachfolgenden genauer dokumentiert. Die Ursprünge des deutschen Zweiges liegen 1995 in Newmarket, 140.000gns. kostete damals die Jährlingsstute Guernica, das war damals schon gutes Geld. Rüdiger Alles von der IVA war für die Familie Ullmann tätig, es handelte sich um eine Unfuwain-Stute, die aus einer durchaus schnellen Linie stammte, die zweite Mutter Greenway (Targowice) hatte mit dem Prix d’Arenberg und dem Prix du Petit-Couvert zwei Gr. III-Rennen über 1000 Meter gewonnen. Ein schnelles Pferd aus der Verwandtschaft war auch die schnelle Oczy Czarnie (Lomond), u.a. zweijährig im Prix de la Salamandre (Gr. I) erfolgreich. Es handelt sich um Familie der großen Goldikova (Anabaa), die damals natürlich noch gar nicht geboren war. Auch nicht Royal Rebel (Robellino), zwei Jahre jüngerer Bruder von Guernica, später zweimal im Ascot Gold Cup (Gr. I) erfolgreich, der Beweis, dass in dieser Familie doch erhebliches Stehvermögen steckt.

Guadalupe hat mit dem jetzt zwei Jahre alte Gauguin noch einen Tertullian-Sohn in Bergheim, dazwischen steht Guignol (Cape Cross), lange Zeit ein Derby-Kandidat, aber wohl doch eher ein Pferd, dessen Karriere langfristig zu sehen ist. Er hat in den nächsten Wochen einige interessante Engagements. Ein Stutfohlen stammt von Lawman, dieses Jahr war Guadalupe bei Australia. Für Guiliani könnte es jetzt auf internationaler Ebene weitergehen, in Deutschland ist er als Gr. I-Sieger nicht mehr ganz einfach zu platzieren.  

Hier geht es zum kompletten Rennen mit dem Video unter "Renndetails": Klick!

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