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Großer Sport in Auteuil

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 745 vom Freitag, 18.11.2022

Zwei Tage stand am Wochenende die Hindernisbahn in Auteuil im Blickpunkt des französischen Rennsports, gleich mehrere hochdotierte Gr. I-Rennen wurden auch mit irischer Beteiligung gelaufen, doch blieben die angereisten Schützlinge von Trainer Willie Mullins ohne bessere Möglichkeiten. Am Samstag gewann der fünf Jahre alte Wallach Theleme (Sidestep) unter Pierre Dubourg den mit 350.000 Euro dotierten Grand Prix d’Automne (Gr. I) über 4800 Meter der Hürdenbahn. Der Schützling von Arnaud Chaillé-Chaillé verwies den Favoriten Hermès Baie (Crillon) sowie L’Autonomie (Blue Bresil) auf die Plätze. Vergangenes Jahr hatte Theleme an diesem Wochenende das Grande Course de Haies des 4ans gewonnen, musste sich aber im Sommer einer Chip-Operation unterziehen, die er bestens überstanden hat. Bei seinem Comeback im Oktober hatte er in Auteuil den Prix Carmarthen (Gr. III) gewonnen.

Drei Gr. I-Rennen wurden am Sonntag vor 6.200 Zuschauern gelaufen, was für Pariser Verhältnisse ein akzeptabler Wert ist. Der Prix La Haye Jousselin (Gr. I), in dem es nach 5500 Meter der Jagdsprünge 520.000 Euro zu gewinnen gab, ging an den sieben Jahre alten Wallach Figuero (Yeats) aus dem Stall von Trainer Francois Nicolle. Jockey Angelo Zuliani, der noch am Samstag schwer gestürzt war, meldete sich erfolgreich zurück, die Plätze gingen an Grandeur Nature (Lord du Sud) und Poly Grandchamp (Poligote). 

Die Außenseiterin Gessy Raiselle (Gemix) im Training bei David Cottin gewann unter James Reveley den Prix Maurice Gillois (Gr. I), ein mit 320.000 Euro ausgestattetes Jagdrennen für Vierjährige über 4400 Meter gegen Diamond Carl (Diamond Boy) und In Love (Great Pretender). Erst neun Tage zuvor hatte Gessy Raiselle an gleicher Stelle ein Listenjagdrennen gewonnen. Schaut man sich ihr Pedigree an, so findet man in den ersten vier Generationen seit 1978 nicht einen einzigen Sieger, die meisten Vertreter der Familie sind überhaupt nicht gelaufen. 

Der beste dreijährige Hürdler in Frankreich ist der von dem 30 Jahre alten Hugo Merienne trainierte St. Donats (Saint des Saints), der im Prix Cambacérès (Gr. I) um 250.000 Euro die Konkurrenz deutlich abfertigen. Zweiter wurde Not Too Bad (No Risk At All) vor Bolero (Pastorius), der aus dem ersten französischen Jahrgang seines Vaters stammt. Pastorius stellte mit ihm seinen ersten Gruppeplatzierten über Hindernisse. 

Im Rahmenprogramm stellte König Turf einen besonderen Sieger, denn sein fünf Jahre alter Sohn Spes Militurf aus dem Trainingsquartier Macaire/Lageneste blieb mit seinem Sieg im mit 80.000 Euro dotierten Prix Fondeur (LR) nach 4400 Metern der schweren Sprünge auch bei seinem siebten Start ungeschlagen. Vor einem Jahr hatte er im italienischen Meran ein Gr. I-Hürdenrennen gewonnen.  

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