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Godolphin kauft Ghaiyyath-Bruder zum Rekordpreis

Der rechte Bruder zu Ghaiyyath. Foto: Goffs

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 595 vom Freitag, 22.11.2019

Nicht immer ist das auf dem Papier interessanteste Angebot einer Auktion am Ende das teuerste. Bei der Goffs November Foal Sale, deren erster Teil von Montag bis Mittwoch im irischen Kill über die Bühne ging, war es aber so: Für 1,2 Millionen Euro erwarb Godolphin einen Dubawi-Sohn aus der Nightime, das einzige Fohlen seines Vaters auf dieser Auktion. Auch dieser Verkauf führte dazu, dass die Auktion eine der stärksten der letzten Jahre war. 525 der angebotenen 645 Fohlen fanden für 25.751.800 Euro einen neuen Besitzer, die Verkaufsrate war um neun Prozent besser als im Vorjahr und der Schnitt pro Zuschlag stieg sogar um 16% auf 49.051 Euro. Ein qualitativ sehr gutes Angebot und die Präsenz von allen wichtigen Investoren führten zu diesem ausgezeichneten Ergebnis.

Der Salestopper wurde vom Castlebridge Consignment für das Springbank Way Stud der Familie Weld angeboten und es war klar, dass Godolphin größtes Interesse an ihm haben musste. Denn es handelt sich um den rechten Bruder von Ghaiyyath, der an gleicher Stelle vor vier Jahren 1,1 Millionen Euro gekostet hatte. Sein Bruder, Sohn der Irish 1000 Guineas (Gr. I)-Siegerin Nightime (Galileo), die auch die Gr. I-Siegerin Zhukova (Fastnet Rock) gebracht hat, war noch etwas teurer, auch dank des Unterbieters David Redvers, am Ende war es das teuerste Fohlen, das je in Irland in einem Ring zugeschlagen wurde. „Es war aber unser letztes Gebot“, bekannte Anthony Stroud, der einmal mehr für Godolphin in Aktion war. Das Unternehmen von Scheich Mohammed erwarb noch ein weiteres Hengstfohlen, einen Invincible Spirit-Sohn, er kostete 330.000 Euro.

Seine Präsenz zeigte auch Shadwell, das mit einer Dark Angel-Schwester der Irish 1000 Guineas (Gr. I)- und E P Taylor Stakes (Gr. I)-Siegerin Just The Judge (Lawman) eine exzellent gezogene Stute in seinen Besitz brachte. 575.000 Euro mussten für sie auf den Tisch gelegt werden. Für eine Lope de Vega-Schwester zur zweifachen Gr. III-Siegerin Venus de Milo (Duke of Marmalade) ging Shadwells Repräsentant Stephen Collins bis zu 360.000 Euro, um sie sich zu sichern. Diesen Preis erzielte auch ein No Nay Never-Sohn, dessen rechter Bruder Mystery Power im Sommer die July Stakes (Gr. II) gewinnen konnte. Käufer war Ciaran Conroy, ein führender Pinhooker, für den jetzt die Messlatte für einen möglichen Wiederverkauf natürlich sehr hoch liegt.

Gefragt waren zudem Nachkommen von Sea The Stars. Das Stonethorn Stud kaufte mit Sunderland Holdings einen Co-Züchter bei einem Hengst heraus, dafür mussten 350.000 Euro aufgebracht werden. 300.000 Euro legte der Agent John McCormack für eine Sea The Stars-Stute aus der Familie von High Chaparral an. Bei zwei Kingman-Nachkommen für 310.000 bzw. 270.000 Euro unterzeichnete Cormac McCormack den Kaufzettel, beide Hengste sollen nächstes Jahr erneut in den Ring kommen.

Beim Letzteren, der aus einer Schwester des Gr. I-Siegers Prince Arch (Arch) stammt, war Philipp Graf Stauffenberg Unterbieter, doch gab es für ihn auch positive Momente. Stauffenberg Bloodstock ging am Dienstag bis zu 130.000 Euro, um sich einen Sohn von Wootton Bassett zu sichern. Angeboten von Altenbach Bloodstock ist er Erstling der Round Tower Stakes (Gr. III)-Zweiten Holy Cat (Kittens Joy), dürfte genauso zum Wiederverkauf bestimmt sein wie ein Exceed and Excel-Bruder zum einstigen italienischen Champion Dylan Mouth (Dylan Thomas), der am Mittwoch für 140.000 Euro ersteigert wurde. Ein Hengst aus dem ersten Jahrgang des Gr. I-Siegers Mondialiste (Galileo) aus einer nicht gelaufenen Lope de Vega-Tochter, Schwester eines Gr. II-Siegers, wurde für 25.000 Euro gekauft. Das Gestüt Riepegrund erwarb im Nachverkauf eine Stute aus dem ersten Jahrgang von Aclaim für 10.000 Euro. Sie ist Erstling einer von Shamardal stammenden Siegerin, die zweite Mutter war Gr. III-Siegerin.

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