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Gestüt Schlenderhans Almandin gewinnt als 148:10-Außenseiter den Großen Preis der Badischen Wirtschaft

Da schaut her .... Filip Minarik zelebriert den Überraschungssieg mit Gestüt Schlenderhans Almandin im Großen Preis der Badischen Unternehmer. www.galoppfoto.de - Sarah Bauer

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Pressemitteilung & Turf-Times Redaktion

Jean-Pierre Carvalho war am Sonntag auf der falschen Veranstaltung. Der Trainer aus Bergheim bei Köln, mit Schwung in das neue Engagement im Gestüt Schlenderhan gestartet, war nach Paris gefahren, um mit Ivanhowe einen seiner Stallcracks beim Grand Prix de Chantilly zu beobachten. Der wurde nur Sechster, in Iffezheim gewann derweil mit Almandin (beim Klick auf den Pferdenamen geht es zum Profil mit der kompletten Rennlaufbahn) einer seiner Schützlinge den  Großen Preis der Badischen Unternehmer (beim Klick auf den Renntitel gibt es das komplette Ergebnis inkl. Video und Fotos).

Zur Überraschung aller, als drittletzter Außenseiter war der vierjährige Wallach an den Start gekommen. Sein Profil war auch nicht unbedingt so, dass man eine größere Wette hätte platzieren müssen. Einmal war er bislang nur in Deutschland am Start, ein kleines Rennen hat er vergangenen November in Krefeld gewonnen, in Frankreich sprangen Platzierungen heraus. "Eigentlich hatten wir uns auch nicht besonders viel ausgerechnet", gestand Gebhard Apelt, General Manager des Gestüts Schlenderhan, "wenn wir Dritter geworden wären, hätten wir uns keineswegs beschwert." Filip Minarik im Sattel von Almandin ritt zudem ein sehr kluges Rennen. Er gab rund 400 Meter vor dem Ziel richtig Gas, hatte schnell einen beruhigenden Vorsprung, die Kollegen ließen ihn ziehen und kamen am Ende nicht mehr heran. Der Schnellste war dann noch Protectionist, doch war Almandin schon entscheidend enteilt. Auch der favorisierte Lucky Speed, Derbysieger des Vorjahres, konnte sich von hinter nur noch marginal auf Rang drei verbessern.

Der Sieger Almandin hatte sich als junges Pferd mit allerlei unangenehmen Dingen plagen müssen. "Er hatte Harnsteine", erläuterte Apelt, "die mussten erst einmal weg." Und bei der Behandlung erledigte man dann gleich auch noch etwas Anderes, Almandin wurde zum Wallach befördert. "Sein Bruder Atempo, der ja auch Grand Prix-Sieger war, der war auch ein etwas schwieriger Geselle", erinnerte sich Apelt, "und Almandin ist eben auch nicht ganz einfach." Für Filip Minarik war es zwar nicht der erste Sieg im Schlenderhaner Dress, aber doch ein Besonderer: Am Samstag einigte man sich auf eine intensivere Zusammenarbeit, künftig wird der zweimalige Deutsche Meister die Nummer eins in Deutschland sein. Erst vor einigen Tagen hatte Adrie de Vries diese Position aufgekündigt, dem Vernehmen nach, weil er nicht mehr die Schlenderhaner Pferde im Ausland reiten durfte. Für Minarik, der sich wegen eines Burnouts Ende letzten Jahres eine Auszeit von drei Monaten nahm ("Bei mir hatte es richtig gescheppert") eine enorme Chance. "Etwas Besseres hätte mir nicht passieren können", sagte der 39jährige Tscheche, "viele Ritte, eine Menge guter Pferde im Stall, in nahezu allen großen Rennen vertreten."

Bei der Siegerehrung sah es relativ übersichtlich aus, die Chefs von Baden Racing waren beruflich verhindert (Beiratsmitglied Klaus Allofs übernahm die Siegerehrung) und auch Schlenderhan-Chef Georg Baron von Ullmann hatte die Region schon am Vortag verlassen. 

Mit Almandin wird man im Grossen Hansa-Preis in Hamburg weitermachen, in vier Wochen. Dort  dürften auch die hinter ihm platzierten Pferde an den Start kommen, Protectionist und Lucky Speed. Das Team des Letzteren zeigte sich nach der langen Pause durchaus zufrieden. "Das war schon ganz in Ordnung" meinte Trainer Peter Schiergen. Besitzer Arend Oetker vom Stall Hornoldendorf wurde das Ergebnis fernmündlich mitgeteilt, gesehen hat er das Pferd im Rennen noch nie.  

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