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Die Geschichte von Bill Vlahos

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 700 vom Freitag, 07.01.2022

Bill Vlahos, australischer Betrüger, ist von einem Gericht in Melbourne zu einer Gefängnisstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Er hatte gutgläubigen Anlegern vorgemacht, dass er auf Grund einer geheimen mathematischen Formel Wettgewinne erzielen könne. In Syndikaten unter Namen wie Richy Rich, Winners Circle oder Oceans 18 hatte er insbesondere in den Jahren 2007 bis 2013 von 1.800 Investoren rund 17,5 Millionen A-Dollar (ca. €11,05 Mio.) eingesammelt. Besonders finanzstarke Kunden wurden unter dem Namen „The Edge“ gebündelt und bekamen spezielle Tipps.

Nach Art eines Schneeballsystems zahlte Vlahos wohl auch einige Anleger aus, behielt aber das meiste Geld für sich, gab es für Luxushäuser, Autos, Erster-Klasse-Flüge und auch eine Peitsche aus, die einst der Jockey von Black Caviar benutzt hatte. Allein dafür hatte er 47.000 A-Dollar investiert. Einige Monate vor dem Zusammenbruch seines Systems hatte Vlahos einen Halbbruder von Black Caviar bei einer Jährlingsauktion für den damaligen Rekordpreis von fünf Millionen A-Dollar ersteigert, ihn aber nie bezahlen können. Er unterschrieb damals unter dem Namen seines Rennsyndikats BC3 Thoroughbreds, einem Besitzersyndikat, das kurz darauf Bankrott ging. Das Pferd musste wenige Wochen später wegen Hufrehe eingeschläfert werden. Vlahos hatte einst auch den Fährhofer Sanagas (Lomitas) gekauft, der in den Farben von Andreas Jacobs 2011 den Hollywood Gold Cup (Gr. I) gewonnen hatte. 2012 endete er im Melbourne Cup (Gr. I) auf Platz 18.

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