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Französischer Sieg im Großen Preis der Sparkasse

Momayyaz holt den Sieg im Grafenberger Hauptereignis nach Frankreich. Foto: Dr. Jens Fuchs

Autor: 

Daniel Delius

Die Marseillaise, die französische Nationalhymne, zählt nicht unbedingt zum Repertoire der musikalischen Protagonisten nach den Hauptrennen in Grafenberg. Am Sonntag wurde sie jedoch intoniert, denn der Große Sparkassenpreis ging außer Landes. Etwas überraschend, denn Momayyaz, die aus dem Stall von Henri-Alex Pantall aus Beaupreau an der Lore angereiste Stute, zählte eigentlich zu den Außenseitern im sechsköpfigen Feld.

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Nicht jedoch für ihren Reiter Fabrice Veron. „Die letzte Leistung muss man streichen“, verwies er auf den fünften Platz der Stute in München, „da hat sie enormen Startverlust gehabt und da liefen auch vierzehn Pferde. Das mag sie nicht so gerne, wenn da so viel Konkurrenz dabei ist.“ Da kam es ihr zupass, dass mit Ajaxana, die ihrem Trainer im Abschlusstraining nicht gefallen hat, und Peace Society zwei mutmaßlich chancenreiche Pferde kurzfristig zurückgezogen wurden. Das Preisgeld von 17.500 Euro wird nach Dubai überwiesen, denn Besitzer von Momayyaz ist Scheich Mohammed al Maktoum, der die große Zahl seiner Rennpferde auf der ganzen Welt verteilt hat, so eben auch in Frankreich. Im Ziel war Momayyaz, als vorletzte Außenseiterin am Start, eine knappe Länge vor Queenie und Romance Story. Die Favoritinnen spielten keine größere Rolle, wobei Weichsel entschuldigt ist. Die Stute, ohnehin am Start nie einfach, verlor viel Boden, als die Boxen aufgingen, das konnte sie nicht mehr gutmachen. Und Darasita, die auf 27:10 herunter gewettet wurde, ging nach langer Führung in der Zielgeraden völlig unter. „Das kann so nicht stimmen, da ist irgendetwas nicht in Ordnung“, zeigte sich Jockey Andrasch Starke ziemlich konsterniert.

Bei besten äußeren Bedingungen war die Grafenberger Rennbahn hervorragend besucht, um die 10.000 Besucher dürften den Weg dorthin gefunden haben. Da stimmte dann auch der Wettumsatz, in den neun Rennen wurden rund 230.000 Euro umgesetzt. Besonders bei der „Wettchance des Tages“ eilte das Publikum an die Schalter, denn in der Viererwette wurden 30.000 Euro ausgeschüttet.  Gleich mehreren Zuschauern gelang es, die ersten vier Pferde in der richtigen Reihenfolge anzukreuzen, denn mit dem aus den Niederlanden angereisten Tjerk unter Alexander Pietsch gewann einer der Favoriten.

Die Gäste aus dem Nachbarland konnten noch ein weiteres Rennen gewinnen, die vorletzte Prüfung des Tages mit dem Favoriten Severus. Hier saß Andreas Suborics, 44, im Sattel, Österreicher, einstiger deutscher Jockey-Champion, nach mehreren Jahren beruflicher Tätigkeit in Hong Kong wieder in Deutschland tätig. „Da werde ich auch jetzt bleiben“, sagt er, „denn irgendwie bin ich auch zu alt, um noch irgendwelche Abenteuer zu wagen.“ Den Sonntag wird er aber trotzdem nicht in bester Erinnerung behalten, denn beim Absatteln nach dem siebten Rennen verlor er seinen Ehering – ein noch relativ neues Stück, denn erst vor zwei Jahren hatte Suborics geheiratet. Gattin Natascha nahm es vorerst gelassen.

Erfolgreich war auch ein Mann, der früher sein Geld als Profifußballer verdient hat. Markus Münch, der einst bei Bayern München stürmte hat inzwischen zum Galoppertrainer umgesattelt. Mit Finoras hat er offensichtlich ein besseres Pferd im Stall, der Vierjährige gewann das vierte Rennen des Tages wie ein Pferd, das längst noch nicht alle Karten aufgedeckt hat.  

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