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Frankreich und der Überfluß

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 205 vom Donnerstag, 08.03.2012

Das Jahresprogramm des französischen Turfs wird 2012 weiter ausgeweitet, zudem gibt es flächendeckend Preisgelderhöhungen, von denen die Bahnen in Paris, aber auch in der Provinz profitieren. Weiter ansteigend ist auch die Zahl der Veranstaltungen, die über die  PMU bewettet und auf Equidia ausgestrahlt werden. So sind im Sommer 17 Meetings am Samstagspätnachmittag zusätzlich ausgeschrieben worden, elf in der Provinz und sechs auf der neuen Allwetterbahn in  Chantilly. Das Budget für die Preiserhöhungen allein in Flachrennen beträgt immerhin 5 Millionen €, nimmt man die Besitzer- und Züchterprämien hinzu, sind es 7,45 Millionen €. Ganz bewusst werden dabei die Basisrennen gestärkt, denn allein in kleinere Handicaps und Verkaufsrennen fließen 1,4 Millionen €. Altersgewichtsrennen und Rennen für Dreijährige werden um 1,095 Millionen € angehoben. In der Provinz wird zudem ganz gezielt Cagnes-sur-mer bedacht, wo die Rennpreise 2012 um drei Prozent angehoben werden. Bedacht wird auch der in Frankreich traditionell gut versorgte Hindernissport. Hier werden 2012 zusätzlich 3,2 Millionen € ausgeschüttet.
Bemerkenswert ist sicher, dass es sich bei diesem finanziellen Schub ausschließlich um Gelder des Dachverbandes France-Galop handelt. Die Preiserhöhungen am "Arc"-Wochenende, wo sämtliche Gr. II-Rennen des Samstags jetzt mindestens 200.000 € wert sind (bisher 130.000 €), der Prix Royallieu sogar mit 250.000 € dotiert ist, gehen auf das Konto des Sponsors Qatar. Der Uhrenhersteller Longines, Sponsor auch in Baden-Baden, gibt zusätzliches Geld für den Prix de Diane (Gr. I) und den Prix de l'Opéra (Gr. I). Der Prix de Diane ist jetzt mit einer Million € dotiert, wobei zur siebenstelligen Summe allerdings auch France-Galop 100.000 € zusätzlich gibt.

France-Galop investiert aber auch in die Infrastruktur. Von den 4,4 Millionen €, die die neue Bahn in Chantilly gekostet hat, kommen drei Millionen aus dem Topf des Verbandes, der Rest wird von der Kommune bezahlt. Dieser Bau war im übrigen der Schlußpunkt unter die seit 1994 getätigten Renovierungsarbeiten auf Frankreichs Derbybahn, die insgesamt rund 30 Millionen € verschlungen haben.

Einen deutlichen Zuwachs gibt es 2012 in unserem Nachbarland auch bei den aus dem Ausland übertragenen Renntagen. An dieser Stelle hatten wir in der letzten Woche bereits eine Aufstellung der deutschen PMU-Renntage 2012 veröffentlicht, es sind zwölf an der Zahl. Ausgeweitet wird das Engagement auch in der Schweiz und selbst an exotischen Orten wie Singapur: Von der dortigen Rennbahn Kranji wird in diesem Jahr 40mal übertragen, doppelt so viel wie 2011.

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