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Finale des Derby-Meetings: Büttenredner, Fußballer-Pferd und dann ging der Mond auf

Autor: 

Frauke Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 324 vom Donnerstag, 10.07.2014

Da muss ich als erster ankommen: Christophe Soumillon neben dem Zielhufeisen für 145. Deutsches Derby. www.galoppfoto.de - Sabine BroseDa muss ich als erster ankommen: Christophe Soumillon neben dem Zielhufeisen für 145. Deutsches Derby. www.galoppfoto.de - Sabine BroseNachdem das Derby-Meeting mehr oder weniger ziellos begonnen hatte, siehe auch unser Derby-Tagebuch Teil I: Klick, war das Derby-Hufeisen dann rechtzeitig zum Finale wieder an Ort und Stelle auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn. Auch das Wetter zeigte sich nun doch in seiner typischen hamburgisch wendischen Art, so dass Jedem klar war: Das IDEE 145. Deutsche Derby ist nah. 

 

 

Kino-Premiere für Image-Film

Die Premiere im Kino für den neuen Imagefilm des deutschen Galopprennsports. Foto: Figge & SchusterDie Premiere im Kino für den neuen Imagefilm des deutschen Galopprennsports. Foto: Figge & SchusterDer Samstag begann mit einer doppelten Premiere am Vormittag. In einem echten Kino, dem CinemaxX im Einkaufszentrum Wandsbek in Hamburg. Gezeigt wurde der neue Imagefilm des deutschen Galopprennsports, mit dem man sich qualitativ den filmischen Werbebotschaften aus England und Frankreich annähern möchte. Ziel des Projektes, das vom Direktorium in Auftrag gegeben und von der Agentur Figge & Schuster realisiert wurde, sei es, "Vorurteile gegenüber dem Galopprennsport in Deutschland abzubauen und ihn – auf transparente Art und Weise – als Erlebnis für die breite Bevölkerung zu etablieren." Es wurde aufwendig gedreht an gleich vier Orten (Hannover,KölnBaden-Baden inkl. BBAG-Auktion und Hoppegarten), leider war Hamburg nicht dabei, was den Ort des Premierengeschehens etwas in Frage stellt.

Als Einsatzmöglichkeiten des Films werden die Präsentation als Werbespot in Kinos, die Verbreitung in Online-Kanälen und sozialen Netzen, die Nutzung als Werbeinstrument für Sponsorengewinnung und als unterstützendes Material für die TV-Berichterstattung genannt. Man darf gespannt sein. Hier kann man sich selbst ein Bild machen: Klick

 

 

Unwetter stoppt Rennen in Horn 

Die letzten Rennen am Samstag wurden abgesagt: Über der Rennbahn braut sich ein Unwetter zusammen. www.galoppfoto.de - Frank sorgeDie letzten Rennen am Samstag wurden abgesagt: Über der Rennbahn braut sich ein Unwetter zusammen. www.galoppfoto.de - Frank sorgeBei den Rennen am Nachmittag hatte man den Sound der vorbeidonnernden Hufe dann live im Ohr und den Geruch dampfender, schwitzender Pferde nach getaner Arbeit in der Nase, aber das Vergnügen hielt nicht lange an. Dunkle Wolken zogen auf und hingen bedrohlich über der Hamburger Rennbahn. Kurz vor dem Hauptrennen entlud sich denn auch ein schweres Unwetter über dem Stadtteil Horn. Obwohl der Himmel wenige Minuten später schon wieder so aussah als ob ihn kein Wässerchen trüben konnten, stand auf der Bahn teilweise Wasser, die Sicherheit von Pferden und Reiten war gefährdet. Die beiden letzten Rennen mussten abgesagt werden, darunter auch das Hauptrennen, der Almased-Cup auf Gr. III-Parkett, der auf den Sonntag verlegt wurde.

Hier geht es zum kompletten Samstag-Renntag mit den Ergebnissen der sieben ins Ziel gebrachten Rennen: Klick!

Ein bisschen erinnerte das an das Szenario von 2001, als ebenfalls der Renntag vor dem Derby buchstäblich ins Wasser fiel. Ganz so schlimm war es dann aber doch nicht. 

Das Derby-Dinner

Vor dem Derby gibt es im kleinen, exklusiven Kreis erstmal lecker Essen und - wenn man Glück hat - auch eine unterhaltsame Rede, traditionell gehalten vom Besitzer des vorjährigen Derby-Siegers. Eingeladen sind ansonsten nur die Besitzer der Pferde, die ebenfalls am "Blauen Band" knabbern wollen, die Sponsoren, die Honorationen des Sports und noch so zwei bis 17 andere Leute, und deshalb auch unsereiner. Das Ganze nennt sich dann Derby-Dinner und fand in diesem Jahr - nach einem Ausflug in den Emporio-Tower 2013 - wieder im altehrwürdigen Hotel Atlantic statt, genauer im Frühstückraum. Vielleicht wäre es ohne die etwas traurige Tomatenpflanze im Plastikübertopf und den Wasserkocher auf den Buffettischen noch etwas stilvoller gewesen, aber o.k., wir wollen nicht kleinlich sind.

Von launig bis heiter: Dr. Arend Oetker, Besitzer des Vorjahressiegers Lucky Speed, hält die Derbyrede. www.galoppfoto.de - Frank sorgeVon launig bis heiter: Dr. Arend Oetker, Besitzer des Vorjahressiegers Lucky Speed, hält die Derbyrede. www.galoppfoto.de - Frank sorgeKommen wir zur mit Spannung erwarteten Rede des Besitzers von Lucky Speed, denn den hat auf einer Rennbahn noch nie jemand gesehen. Arend Oetker heißt er, ist Konzernchef der Dr. Arend Oetker Holding GmbH & Co. KG (u.a. Schwartau Marmelade), Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, langjähriger Sponsor des Hamburger Derby-Meetings und der Mann, der sich hinter dem Stall Hornoldendorf verbirgt. In seiner Rede stellte Arend Oetker schnell klar, dass sich auch zukünftig an seiner Rennbahn-Abstinenz wohl nichts ändern werde. "Ich war beim Derbysieg nicht dabei und überhaupt noch nie auf einer Rennbahn, auch morgen nicht, da bin ich in Berlin (beim 60. Geburtstag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Anm. der Redaktion)", gab er zum Besten und die vorbereitete Rede auch gleich mit dran. Die engagierten Simultandolmetscher, denen das Redekonzept vorab zur Verfügung gestellt worden war, fanden, so wurde berichtet, "nur noch an zwei Stellen gewisse Ähnlichkeiten mit dem Manuskript", ein Grund, weshalb wir die Rede hier nicht veröffentlichen. Er sei, so erklärte Oetker ein "Lucky Owner", habe in 15 Jahren nur ein Dutzend Pferde gehabt und damit über €800.000 gewonnen, "das ist eine gute Bilanz, das haben die Wenigsten." Einmal habe er seinen Derbysieger Lucky Speed im Stall von Trainer Peter Schiergen besucht, "eine tolle Arbeit, die er da mit seinem Team leistet", ansonsten überlasse er das mit den Pferden lieber anderen.

Das war es dann inhaltlich auch, was aus galoppsportlicher Sicht zu erwähnen wäre, der Rest der Rede wurde immer launiger, bunter, hatte mit dem Thema an und für sich nicht mehr viel zu tun, aber die Nichtfachleute hatten ihren Spaß. Diejenigen, die mit einer Erwartungshaltung einer programmatischen Rede gekommen waren, vielleicht weniger: "Ich bin erstaunt, dass auch Ostwestfalen Büttenreden halten können", entfuhr es einem Anwesenden, den wir an dieser Stelle namentlich nicht nennen möchten. 

Die Tierschützer vor den Derby-Toren 

Am Haupteingang: Tierschützer protestieren. www.dequia.deAm Haupteingang: Tierschützer protestieren. www.dequia.deStrahlend blauer Himmel am D-Day, die Derby-Karawane macht sich auf nach Horn. Vor dem Eingang hatten sich Tierschützer aufgebaut, worüber sich nach dem fürchterlichen Unfall mit zwei toten Pferden vom Vorjahr (klick zur Nachbericht) niemand wundern musste. Doch es blieb beim stummen, anklagenden Protest mit Plakaten, Bannern, Totenkreuzen, den meisten Besuchern, die auf dem Weg zur Bahn waren, nur einen kurzen Seitenblick wert, der Presse vor Ort kaum ein Zeile. Was im Wesentlichen daran liegt, das bei diesem Meeting nichts passiert ist. Keine negativen Schlagzeilen, alle Pferde heil im Ziel. 

Die Bahn beginnt zu summen 

23.000 Zuschauer, so die offizielle Zahl, finden sich am Derby-Sonntag auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn ein. Der Derby-Sponsor und Vize-Präsident des Hamburger Renn-Clubs, Albert Darboven, hat zu einem Empfang in die Pik-König-Lounge, benannt nach seinem Derbysieger von 1992, eingeladen. Die Tribüne gesteckt voll, am Ende vom Tag wird es Champagner nur noch aus Jever-Biergläsern und Kuchen auf die Hand geben, aber da war das Derby schon gelaufen.

Blick auf den Marktplatz. www.galoppfoto.de - Frank SorgeBlick auf den Marktplatz. www.galoppfoto.de - Frank SorgeDer Marktplatz ist nett arrangiert mit Liegestühlen, Restaurationsbereichen und Einkaufständen. Viel los ist am Hutstand zwar nicht, aber Trainerin Erika Mäder hat ein passenden Modell für den Derby-Tag gefunden. Ansonsten sieht man viele rote Gesichter und noch rötere Dekolletés, denn die Sonne brennt vom Himmel und Sonnenschirme sind Mangelware. Auch in der Derby-Lounge, wo nur frühes Kommen einen guten Platz sichert. Dafür pendeln sich schon am frühen Nachmittag die Betriebstemperaturen vom Essen (zu kalt) und Trinken (zu warm) auf ein betrübliches Mittelmaß ein, bei einem Einsatz von €120,- pro Person am Derbytag, verwundert einen das gezischte, "ich habe Rotwein, aber keinen Glühwein bestellt", einer Dame nicht wirklich. 

Soumillon probt auf "Mr. Ed" 

Auf dem German Tote-Stand: Jockey Christophe Soumillon macht sich vor dem Derby auf dem elektrischen Pferd warm. www.galoppfoto.de - Frank SorgeAuf dem German Tote-Stand: Jockey Christophe Soumillon macht sich vor dem Derby auf dem elektrischen Pferd warm. www.galoppfoto.de - Frank SorgeKommt er oder kommt er nicht? Gerüchte, dass Christophe Soumillon am Tag zuvor vom Pferd gefallen sei oder sich sonst irgendwie verletzt habe. Sollte der eigens engagierte belgische Jockey, für den Andreas Helfenbein als Stalljockey auf die Kiste gesetzt wurde, etwa gar nicht reiten können? Doch dann war Soumillon da, wenn auch mit verbundener Hand, die mit ein paar Stichen genäht worden war. Beim WM-Viertelfinale Deutschland gegen Frankreich hatte sich Soumillon über das 1:0 so aufgeregt, dass er mit der Hand auf den Tisch gehauen hatte und sich an einer Scherbe verletzt hat. Am Derbyritt hinderte ihn das ebenso wenig wie an einer Übungseinheit auf einem elektrischen Pferd namens "Mr. Ed", das auf dem Stand von German Tote aufgebaut war. 

Das Fußballer-Pferd gewinnt 

Das Fußballer-Pferd von Thomas Müller & Co.: El Tren mit Jozef Bojko nach dem Sieg. www.galoppfoto.de - Sabine BroseDas Fußballer-Pferd von Thomas Müller & Co.: El Tren mit Jozef Bojko nach dem Sieg. www.galoppfoto.de - Sabine BroseDas erste Rennen des Derbytages gewann der drei Jahre alte Hengst El Tren. Der steht im Besitz des Stalles 24, dahinter verbergen sich Thomas Müller, Claudia Pizarro und Tim Borowski. Anwesend war von den Herren niemand – auch wenn sie außer Müller gerade keine beruflichen Verpflichtungen haben. Der  Fußball-Nationalkicker fehlte aus durchaus verständlichen Gründen, hat er doch in Brasilien noch etwas zu tun.

Den wegen des Unwetters am Vortag ausgefallen Almased-Cup, Gr. III, schnappt sich der Asterblüte-Stall von Trainer Peter Schiergen mit Bermuda ReefZwei Finger voll: Jockey Adrie de Vries wird mit 10 Siegen Meetings-Champion. www.galoppfoto.de - Frank SorgZwei Finger voll: Jockey Adrie de Vries wird mit 10 Siegen Meetings-Champion. www.galoppfoto.de - Frank SorgIm Sattel sitzt Adrie de Vries, der am Ende mit zehn Treffern insgesamt Meetings-Champion der Jockeys wird. 

Die Derby-Sternstunde 

Stilecht im Cut: Manfred Hofer mit Jockey William Buick im Führring. www.dequia.deStilecht im Cut: Manfred Hofer mit Jockey William Buick im Führring. www.dequia.deStilecht mit Hut: Trainerin Erika Mäder sorgte für Umsatz auf dem Marktplatz. www.galoppfoto.de - Frank SorgeStilecht mit Hut: Trainerin Erika Mäder sorgte für Umsatz auf dem Marktplatz. www.galoppfoto.de - Frank SorgeSchon am Morgen war klar, dass Born To Run (Hufgeschwür) und Chartbreaker (unpassender Boden) nicht in Derby laufen würden. Also drehten nur 18 Pferde im Führring ihre Runde, alle imposant, mit breiter Brust, echte Stars, aber auch die schwitzen in der glühenden Sonne. Auch Sea The Moon läuft der Schweiß in breiten Strömen herunter, Lucky Lion nicht minder. Derweil zeigt das Gestüt Görlsdorf demonstrativ Team-Geist, man lässt sich Arm-in-Arm mit Andreas Helfenbein und Christophe Soumillon fotografieren. Für den zum Zuschauen degradierten Stalljockey kein ganz einfacher, aber eben doch ein Arbeitstag, an dessen Ende auch er die Gewinnprozente kriegen wird, bei €19.000, um die es da geht, fällt auch das Lächeln leichter.


Der Mond ist aufgegangen: Die Uhr zeigt 17:06 Uhr, kurz vor dem Start zum Deutschen Derby am Himmel über der Galopprennbahn in Hamburg-Horn. www.galoppfoto.de - Sabine BroseDer Mond ist aufgegangen: Die Uhr zeigt 17:06 Uhr, kurz vor dem Start zum Deutschen Derby am Himmel über der Galopprennbahn in Hamburg-Horn. www.galoppfoto.de - Sabine BroseWährend der Parade und beim Kreiseln vor der Startmaschine kommt man so ins Grübeln, ob es wohl sinnvoll wäre, den Rennbahn-Kommentatoren, die früher auch mal Positionsansager hießen, vielleicht ein "back to the roots" zuzurufen. Klar, gibt es großen Applaus für den angekündigten Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt auf der Tribüne, aber der war leider gar nicht da. 
Die Fotografin Sabine Brose von galoppfoto.de schaut derweil in den Himmel und entdeckt das Motiv, das bei uns als Foto der Woche erscheinen wird: Der Mond geht über der Rennbahn in Hamburg-Horn auf, die Uhr zeigt 17:06, als sie auf den Auslöser drückt. 

Wie von einem anderen Stern: Zuschauer bejubeln den Sieg von Sea The Moon mit Christophe Soumillon im IDEE 145. Detuschen Derby. www.galoppfoto.de - Francis BandermannWie von einem anderen Stern: Zuschauer bejubeln den Sieg von Sea The Moon mit Christophe Soumillon im IDEE 145. Detuschen Derby. www.galoppfoto.de - Francis BandermannWenige Minuten später geht das Feld auf die Reise. Es ist wie immer ein ganz besonderes Erlebnis, wenn das Feld an den Tribünen mit wirbelnden Hufen vorbei donnert, der ganze Boden bebt und der berühmte Hamburg-Roar von der Tribüne ertönt. Karltheodor ist vorne, aber die grün-weißen Farben von Sea The Moon direkt dahinter, dann sind die Pferde aus dem Blickwinkel und irgendeine Flagge weht immer vor der Großbildleinwand, so dass man leider wenig sieht, erst wieder, wenn die Pferde in den Einlauf kommen. Dann erblickt man Sea The Moon an der Spitze, wie er plötzlich ganz nach rechts an die Rails abdriftet und während man noch denkt, was macht er da und ob das wohl gut geht, rauscht er heran und man sieht dann erst, wie groß der Vorsprung ist. Christophe Soumillon kann sich in aller Ruhe umsehen, seine Peitsche steckenlassen, Sea The Moon maschiert wie von einem anderen Stern und gewinnt das IDEE 145. Deutsche Derby mit elf Längen. Eine Sternstunde des deutschen Turfs, nur Orofino war noch weiter voraus. Gänsehaut-Feeling. Was für ein Pferd! 

Emotionen pur auf der Rennbahn

Der erste Derbysieger: Trainer Markus Klug jubelt nach dem Erfolg mit Sea The Moon. www.galoppfoto.de - Frank SorgeDer erste Derbysieger: Trainer Markus Klug jubelt nach dem Erfolg mit Sea The Moon. www.galoppfoto.de - Frank SorgeTrainer Markus Klug (38), bekennender Fußball-Fans, zeigt auf dem Geläuf, dass auch Galopper-Trainer die großen Posen beherrschen. Er kniet auf dem Rasen, springt hoch und reckt die Arme in die Luft und es sprudelt in jedes Mikro, das sich ihm entgegenreckt, der Satz: "Das ist die Erfüllung meines Lebenstraums!"

Gemeinsamer Jubel: Sea the Moon mit Christophe Soumillon, Besitzerin Heike Bischoff-Lafrentz, Tochter Katharina und Jockey Andreas Helfenbein. www.galoppfoto.de - Frank SorgeGemeinsamer Jubel: Sea the Moon mit Christophe Soumillon, Besitzerin Heike Bischoff-Lafrentz, Tochter Katharina und Jockey Andreas Helfenbein. www.galoppfoto.de - Frank SorgeDas sind die Bilder, die man von diesem Derby in Hamburg gerne auch noch im neuen Imagefilm sehen möchte. Derweil lecken die Platzierten ihre Wunden. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Laufen von Lucky Lion", heißt es später über dessen 2. Platz von Trainer Andreas Löwe, "der Jockey hat alles richtig gemacht, natürlich hätten wir gerne gewonnen, aber Sea The Moon war heute das überragende Pferd." Auch Züchter Hans-Dieter Lindemeyer, der mit Red Lips am Tag zuvor immerhin mit dem Esso-Cup einen Listentreffer feiern konnte, sah das Ergebnis mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "So eine Chance hat man ja nicht alle Tage, aber wir sind stolz auf Lucky Lion!"Hahn im Korbe: Der Derby-Vierte Eric mit seiner Besitzerin Gabriele Gaul (links), und Trainertochter Alexa von der Recke, 2. von rechts. Foto: privatHahn im Korbe: Der Derby-Vierte Eric mit seiner Besitzerin Gabriele Gaul (links), und Trainertochter Alexa von der Recke, 2. von rechts. Foto: privat Züchter Hans-Dieter Lindemeyer mit Lebensgefährtin Dr. Helge Petersohn: "Wir sind stolz auf den 2. Platz von Lucky Lion, aber wir sind heute von einem Ausnahmepferd geschlagen worden."Züchter Hans-Dieter Lindemeyer mit Lebensgefährtin Dr. Helge Petersohn: "Wir sind stolz auf den 2. Platz von Lucky Lion, aber wir sind heute von einem Ausnahmepferd geschlagen worden."Richtig happy waren die Platzierten dahinter, besonders Gabriele Gaul, deren Außenseiter Eric auf einem sensationellen 4. Platz landete: "Das ist mein erstes selbst gezogenes Pferd, mein erster Derbystarter", strahlte die Mannheimerin auf der Tribüne, "und dann so ein Erfolg!" Der Trainer Christian von der Recke nutzte die Gelegenheit um ein weiteres Bonmot seiner gesammelten Galopper-Weisheiten zum Besten zu geben: "Wer nicht läuft, kann nichts gewinnen!" 

Hier geht es zum kompletten Renntag am Sonntag mit allen Ergebnissen inkl. Videos: Klick!

Der Dienstag zum Abschluss 

Gewinnt das letzte große Rennen des Meetings: Andreas Helfenbein freut sich über seinen Sieg mit Papagena Star im Großen Preis von Lotto Hamburg. www.galoppfoto.de - Frank SorgeGewinnt das letzte große Rennen des Meetings: Andreas Helfenbein freut sich über seinen Sieg mit Papagena Star im Großen Preis von Lotto Hamburg. www.galoppfoto.de - Frank SorgeEin Renntag nach dem Derby ist sicher nicht jedermanns Sache, aber wenn er, wie in diesem Fall über die PMU und deren Wettvermittlung nach Frankreich finanziert wird, nimmt man ihn gerne mit. Das Hauptrennen des Finaltages, den Großen Preis von Lotto Hamburg, Gr. III, gewinnt Papagena Star mit Andreas Helfenbein im Sattel. "Es gibt doch noch Gerechtigkeit", sprudelte es aus ihm im heraus, denn er trug bei diesem Sieg dieselben Rennfarben von Dr. Alexandra Margarete Renz wie bei seinem Sturz am Fronleichnamstag mit Lady of Budysin. Die überlebte den Sturz damals nicht und Helfenbein landete beim Derby auf der Kiste. Der Trainer des Pferdes wieder Markus Klug, sein zweiter Gruppe-Treffer des Meetings. 

Hier geht es zum kompletten Renntag mit allen Ergebnissen vom Dienstag: Klick!

Dann verfinsterte sich der Himmel wieder, ein Gewitter zog auf. Das Seejagdrennen als letztes Rennen auf der Karte musste abgesagt werden. Besonders bitter für die Aktiven, die eigens für dieses einzige Hindernisrennen des gesamten Meetings von weit her angereist waren. Früher lag das Rennen als eines der Publikums-Magneten immer in der Mitte eines Renntages, nun ganz am Ende. Für das Wetter konnte zwar niemand etwas, "aber als ein Rennen weiter vorne im Programm hätte es stattfinden können", wurden kritische Stimmen laut.  

Zufriedenstellende Bilanz

Rund 50.000 Besucher waren an den sieben Meetings-Tagen auf der Rennbahn in Hamburg-Horn zu Gast. Rennvereinspräsident Eugen-Andreas Wahler wertet das als eine "erfreuliche Aufwärtstendenz", zudem wären bestehende Sponsorenverträge noch vor Ort zugesagt worden und neue Kontakte hätten sich angebahnt. "Es ist alles gut gegangen": Rennvereinspräsident Eugen-Andreas Wahler und Derby-Sponsor und Vizepräsident Albert Darboven ziehen eine zufriedenstellende Bilanz. www.galoppfoto.de - Frank Sorge"Es ist alles gut gegangen": Rennvereinspräsident Eugen-Andreas Wahler und Derby-Sponsor und Vizepräsident Albert Darboven ziehen eine zufriedenstellende Bilanz. www.galoppfoto.de - Frank SorgeWirtschaftlich gesehen gingen die Wettumsätze allerdings um 7 Prozent zurück auf das Niveau von 2012, wobei natürlich auch die wetterbedingten Ausfälle und Verlegungen eine Rolle spielen. Hauptursache ist aber sicher die große Konkurrenz durch die Fußball-Weltmeisterschaft. Denn die Wetter können ihr Geld nur einmal ausgeben ...

Wenige Stunden nachdem die Wettkassen auf dem Horner Moor geschlossen sind, ist es Thomas Müller, der Deutschland im WM-Halbfinale gegen Brasilien in Führung bringt. Nach dem 7:1-Wahnsinn steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der pferdebegeisterte Fußball-Nationalspieler demnächst als Weltmeister auf einer Rennbahn erscheinen wird. Das wäre dann wirklich mal eine hübsche Werbung für den deutschen Galopprennsport.

Das Derby im TV

Geschafft: Trainer Markus Klug am Ende eines langen, erlebnisreichen Derby-Tages mit seinen Eltern in der Derby-Lounge. www.dequia.deGeschafft: Trainer Markus Klug am Ende eines langen, erlebnisreichen Derby-Tages mit seinen Eltern in der Derby-Lounge. www.dequia.deGleich auf drei Kanälen gab es Nachberichte vom Derby, teilweise mit Bildern ein mitfahrenden Kamera. Hier der Link zum ZDF-Bericht: Klick! Die NDR-Nachlese ist hier zu sehen: Klick! Der TV-Sender Sky berichtet so: Klick (Link funktioniert nur für Facebook-User)! Bild-TV war auch dabei: Klick!

 

 

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