Drucken Redaktion Startseite

Fergus Sweeney gewinnt Polnisches Derby

Derbyfavorit Ryony mit Jaroslav Linek im Sattel. Foto: Vaclav Volf

Autor: 

Martin Cáp

TurfTimes: 

Ausgabe 576 vom Freitag, 12.07.2019

Warschau hatte dieses Jahr – ähnlich wie Budapest – ein Stutenderby gesehen. Den Sieg im Westminster Derby (2400 m, ca. 41.000 Euro) holte sich aber nicht die als Favoritin geltende 1000 Guineas-Siegerin Pride Of Nelson (Mount Nelson), sondern die in den Farben des Stalles Pegaz II laufende Nemezis (Sea The Stars), die vor dem Derby leicht das 2200 Meter lange Nagroda Soliny gewonnen hatte. Der legendäre Trainer Andrzej Walicki vergab den Ritt an Fergus Sweeney, den „singenden Jockey“ aus Nordirland, der vor zwei Jahren am Prager European Jockeys‘ Cup teilnahm.

Nemezis hatte ein nahezu ideales Rennen aus dem Hintertreffen. Für das Tempo sorgte die Stallkollegin der Favoritin Sixte (Silver Frost) und Tomás Lukásek übernahm mit Pride Of Nelson bereits Eingangs der Zielgerade die Spitze. 300 Meter vor dem Ziel sah es nach einem lockeren Sieg der von Piotr Piatkowski trainierten Stute aus, aber dann kamen Nemezis und Ophelia’s Aidan (Camacho) immer besser auf Touren und Nemezis hatte im Ziel eine halbe Länge Vorsprung vor Ophelia’s Aidan, Pride Of Nelson folgte weitere 1 3/4 Längen dahinter auf dem dritten Platz. 

Klick zum Video

Der letztjährige Derbysieger und Pferd des Jahres Fabulous Las Vegas (Air Chief Marschal) aus dem Stall Tracja demonstrierte im Nagroda Prezesa Totalizatora Sportowego (2600 m, ca. 22.100 Euro) einmal mehr seine Form, mit seinem ständigen Reiter Szczepan Mazur schlug er um 2 1/2 Längen die stark laufenden Akademia (Muhtathir) und Height Of Beauty (Youmzain). 

Klick zum Video

Für Mazur war es einer von vier Tagessiegen, im Rahmenprogramm beteiligte er sich an einem Erfolg der einheimischen Zucht, als die vom Stall Tracja selbstgezogene 5-jährige Incepcja (Le Havre) das Memorial Fryderyka Jurjewicza (1600 m, cca 4700 Euro) sicher um 3/4 Längen vor Umberto Caro (Stormy River) und Kokshe (Windsor Knot) gewann. 

Klick zum Video

Am Sonntag kommt in Bratislava mit dem Slowakischen Derby (2400 m, 55.000 Euro) das letzte Blaue Band in der Region über die Bühne. Im 12-köpfigen Feld sind die einheimischen Ställe in der Überzahl und mit dem Trial-Sieger Ryony (Zoffany) aus dem Stall von Jaroslav Línek stellen sie den Favoriten des Rennens. Fünf Starter kommen aus Tschechien, der beste von ihnen ist ohne Zweifel der zweite aus dem Prager Derby Angkor Wat (Nathaniel). Trainer Josef Vána verpflichtete diesmal den Champion David Liska, der Ende Juni seine Lehre abgeschlossen hatte. Unter seinen Gegnern sind auch der 2000 Guineas-Sieger Arcturus (Fast Company) und der immer bessere Shawnee’s Triumph (Cima de Triomphe).

Das interessanteste Hindernisrennen des letzten Wochenendes wurde am Samstag in Lissa an der Elbe gelaufen. Im Eva Palyzová-Memorial (4600 m, cca 5900 Meter) zeigte sich zum ersten mal der 9-jährige Bugsie Malone (Mahler), der aus dem Stall von Chris Gordon zu Radek Holcák wechselte. Die neue Hoffnung des Stalles Monte Negro, der vor zwei Wochen mit Pacific Hill das Tschechische Derby gewonnen hatte, kam mit 5 Siegen und mit dem Rating 125 ins Land, in seinem ersten tschechischen Cross Country musste er sich aber mit dem dritten Platz zufrieden geben. Mit großem Endspeed im letzten Kilometer kam zu einem hochüberlegen Sieg die einstige Derby-Hoffnung Aeneas (Galileo), der inzwischen 5-jährige Hengst im Besitz des Fußball-Managers Josef Dufek. Unter Jan Kratochvíl schlug er um 7 Längen den letztjährigen Sieger des Hamburger Seejagdrennens Peintre Elusif (Elusive City). Der aus der Zucht von Galopp Management Grässer stammende und früher in den Farben von Peter Gehm laufende Leo Fantastico (Jukebox Jury) wurde bei seinem tschechischen Debüt Fünfter. 

Klick zum Video

Martin Cáp, Prag

 

Verwandte Artikel: