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England verschärft die Peitschen-Strafen

Tom Scudamore gehört zur Sonderkommission. www.galoppfoto.de - JJ Clark

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 727 vom Freitag, 15.07.2022

Eine 15köpfige Kommission hat die Überlegungen zur Neuordnung des Peitschengebrauchs in Großbritannien erarbeitet. Es handelt sich zunächst einmal um einen Vorschlag, doch ist davon auszugehen, dass die Empfehlungen spätestens im Herbst umgesetzt werden. Der Kommission gehören u.a. die Jockeys PJ McDonald und Tom Scudamore, die Trainer Henry Daly und John Gosden, der Agent Tom Goff, Journsalisten, Funktionäre und Tierschützer an. Die wichtigsten Punkte:

+ Die Peitsche darf nur „backhand“ benutzt werden, nicht „forehand“.

Dazu gibt es ein aktuelles Video mit PJ McDonald, dem Präsident der Professional Jockey Association (nach ca. 6 Minuten erklärt er „backhand“ und „forehand“:

Klick zum Video

+ Erlaubt sind „backhand“ bis zu sieben Peitscheneinsätze in Flach- und acht in Hindernisrennen.

+ Disqualifikation bei elf Peitscheneinsätzen in Flach- und zwölf in Hindernisrennen.

+ Deutliche Steigerung der Strafen bei zu starken Peitscheneinsätzen. In größeren Rennen sollen die Strafen (Sperren und Geldbußen) höher ausfallen als in Basisrennen.

+ Einsetzung einer Kommission, die alle Ritte auswertet und notwendige Entscheidungen trifft, die über die der Rennleitungen hinausgeht.

In mehreren führenden Rennsportländern ist der Peitscheneinsatz eher unzureichend geregelt. So ist etwa in Japan, Hong Kong und Singapur die Anzahl der Einsätze nicht gedeckelt, in den Regeln ist nur vom Verbot des „exzessiven oder übertriebenen“ Gebrauchs die Rede, womit es für die Stewards einen relativ großen Spielraum gibt. In Australien darf die Peitsche bis einhundert Meter vor dem Ziel nur fünfmal eingesetzt werden, im Finish gibt es keine Restriktionen, was oft zu wilden Szenen führt. In den USA ist es von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden, die Majorität hat keine genauen  Bestimmungen, doch findet dort inzwischen ein Meinungswechsel statt. In New Jersey und Kalifornien gibt es bereits relativ strikte Regeln, andere Staaten dürften folgen. Frankreich hat ähnliche Regelungen wie Deutschland, doch sind die Strafen dort eher gering.

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