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Das dritte deutsche Galoppmärchen von Paris: Torquator Tasso gewinnt den Prix de l'Arc de Triomphe!

Autor: 

Frauke Delius
100. Prix de l'Arc de Triomphe: Torquator Tasso sorgte mit René Piechulek im Sattel für den dritten deutschen Sieg im wichtigsten Rennen des Jahres für das Gestüt Auenquelle als Besitzer, Paul Vandeberg als Züchter und Marcel Weiß als Trainer. ©Turf-Times/Dr. Jens Fuchs100. Prix de l'Arc de Triomphe: Torquator Tasso sorgte mit René Piechulek im Sattel für den dritten deutschen Sieg im wichtigsten Rennen des Jahres für das Gestüt Auenquelle als Besitzer, Paul Vandeberg als Züchter und Marcel Weiß als Trainer. ©Turf-Times/Dr. Jens FuchsEs regnete in Paris an diesem Arc-Wochenende Viele schauten mit sorgenvollen Blicken in den grauen Himmel, nur Marcel Weiß nicht, ganz im Gegenteil. "Ich möchte Torquator Tasso mal auf richtig schwerem Boden sehen", hatte der uns schon nach dessem 2. Platz im Deutschen Derby im Interview erzählt. Heute ist dieser Wunsch wahr geworden. Der Mülheimer Trainer hat seinen Schützling auf schwerem Boden gesehen - als Sieger im 100. Prix de l'Arc de Triomphe (Gr. I, 2.400m, 5 Mio. Euro), dem wichtigsten Galopprennen der Welt 
Was für eine tolle Geschichte um dieses Pferd, das aus der kleinen Zucht des Niederländers Paul Vandeberg stammt, der es nur auf die BBAG-Herbstauktion geschickt hat, damit es in den Auktionsrennen laufen kann und nicht daran geglaubt hat, dass sich jemand sich für den Adlerflug-Sohn aus der sieglosen Tijuana (Toylsome) interessiert.

Aber dann kam alles ganz anders, denn der Trainer Peter Hirschberger, der Vorgänger von Marcel Weiß im Mülheimer Diana-Stall, hatte ein Auge auf den Fuchshengst geworfen und dem Gestüt Auenquelle empfohlen, ihn zu kaufen. Mit 24.000 Euro war das natürlich im Nachhinein ein sensationeller Kauf für den Jährling, der noch mit dem Namen Tijuan Hilleshage - nach dem Namen der Mutter und dem Wohnort des Züchters - im Auktionsring war und dann umgetauft worden ist!

Der Hengst ging nach zwei Maidenrennen, von denen er eines gewinnen konnte, direkt ins Derby, wurde dort Zweiter. Hat seitdem zwei Gr. I-Rennen gewinnen können, den 130. Preis von Berlin und danach den 149. Großen Preis von Baden, und war danach einige Male nach für ihn nicht ganz glücklichen Rennverläufen"nur" platziert. 
Sein Trainer hat erst im letzten Jahr seinen ersten Starter auf die Rennbahn geschickt und sein Reiter René Piechulek saß das erste Mal beim Arc im Sattel, hat im letzten Jahr sein erstes Gr. I-Rennen überhaupt gewonnen und das Glück gehabt, dass sich das Team von Torquator Tasso für ihn als Reiter entschieden hat. und sorgt nun für nach Star Appeal 1975 und Danedream 2011 für den dritten Arc-Sieg in der Geschichte des deutschen Galopprennsports. 
Auch für die Besitzer ist dieser Erfolg der größte in langen Jahren auch als ambitionierte Züchter. Schon nach seinem Maidensieg in Köln gab es lukrative Kaufangebote, denen Peter-Michael Endres jedoch widerstand, "ich träume davon, einmal einen Starter im Arc zu haben", hieß es im Juni des vergangenen Jahres. Jetzt ist dieser Traum wahr geworden. Der Galopprennsport schreibt immer neue Märchen.
 

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