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Die Diana-Starterinnen von Markus Klug: Sieben auf einen Streich!

Near England mit Andreas Helfenbein und Trainer Markus Klug nach dem Sieg in Hamburg. www.galoppfoto.de - Frank Sorge

Autor: 

Daniel Delius

Der berufliche Hintergrund eines Trainers von Galopprennpferden ist in der Regel in der Branche selbst zu finden. Oft sind es ehemalige Jockeys, die diesen Beruf ergreifen, oder Söhne von Trainern. Zwei Protagonisten des 158. Henkel-Preis der Diana (beim Klick auf den Renntitel gibt es alle Infos!), das 500.000-Euro-Spektakel am Sonntag auf der Grafenberger Rennbahn in Düsseldorf, war es nicht in die Wiege gelegt, Tag für Tag zu frühmorgendlicher Stunde aufzustehen und Vollblüter zu trainieren.

Hier geht es zum kompletten Renntag mit insgesamt neun Rennen mit allen Rennen, Pferden, Formen, Jockeys, Trainern und Infos (1. Start um 14 Uhr, Start zum Hauptrennen um 16:45 Uhr): Klick zur Übersicht!

Markus Klug, 40, der in der „Diana“ mit Near England (Foto), Dhaba, MileniaKasalla, She's GinaFosun und La Dynamite gleich sieben Stuten sattelt, fraglos Weltrekord für ein solches Rennen, ist gelernter Versicherungskaufmann, war eigentlich nur Rennsportfan und stieg erst in spätem Alter in den Job ein. Heute betreut er rund achtzig Pferde auf einer privaten Trainingsanlage in Köln-Heumar, vor zwei Jahren war er Deutscher Meister und steht aktuell wieder an Nummer eins der einschlägigen Statistik.

Hugo Palmer, 35, Trainer der Favoritin Architecture hat ein paar mehr Pferde in seinem Stall im englischen Newmarket, rund 140 dürften es sein. Er gilt als Aufsteiger der Szene, als künftiger Champion. Dabei könnte er es qua Geburt eigentlich ruhig angehen lassen. Seiner Familie gehört die größte Keksfabrik im Lande, der Familiensitz Manderston in Schottland kann eine mit echtem Silber beschlagene Treppe vorweisen – angeblich die einzige im Vereinigten Königreich.

„Ich wollte eigentlich immer nur Trainer von Rennpferden werden“, sagt Hugo Palmer heute. Einige Jahre arbeitete er in der zweiten Reihe, in England und Australien, 2011 machte er sich mit einem Dutzend Pferden selbstständig. Und es ging sofort bergauf, heute zahlen alle „big player“ der Branche bei ihm Trainingsgeld. Architecture etwa, die Favoritin des Rennens, eine der besten Stuten in Europa, gehört Roy und Gretchen Jackson. Roy Jackson, 79, einst Besitzer zahlreicher Baseball-Teams, hat das Pferd noch nie gesehen. Und auch Hugo Palmer nicht. Man kommuniziert fernmündlich. Dass Architecture für immerhin 50.000 nachgenannt wurde, weil sie zum ursprünglichen Nennungsschluss nicht gemeldet wurde? Geschenkt, die Jacksons wollen ein Rennen von diesem Format gewinnen und deshalb wird ihre Stute nach Düsseldorf transportiert.

„Ich wollte eigentlich immer nur Trainer von Rennpferden werden“, sagt Markus Klug heute. Der Dauerkarteninhaber von Borussia Mönchengladbach („leider kollidieren die Spieltage oft mit Rennveranstaltungen“) trainierte Pferde zunächst nur als Hobby, neben dem eigentlichen Beruf. Vor sechs Jahren suchte die Mehl Mülhens-Stiftung für ihr Gestüt Röttgen einen Trainer. „Die Chance meines Lebens“, wusste Klug, griff zu. Und stieg aus dem Stand in die Spitzengruppe seiner Berufssparte auf, vor zwei Jahren gewann er mit Sea The Moon das IDEE 145. Deutsche Derby.

Klug und Palmer dürft noch nie ein Wort gewechselt haben, ihr Hintergrund ist grundverschieden, doch sind sie in Vielem gleich: Sie trainieren erfolgreich Rennpferde. Ob einer von Ihnen am Sonntag im Blickpunkt stehen wird man gegen 17 Uhr erfahren – dann ist der Henkel-Preis der Diana 2016 Geschichte. Klug mag von der Quantität mit seinen sieben Starterinnen im Vorteil sein, die Qualität könnte für den Kollegen aus England sprechen, der irgendwann einmal Baron Palmer heißen wird.

Es wird voll

Frühes Kommen sichert die besten Plätze: Das gilt für den Sonntag (erster Start 14 Uhr), denn es ist der publikumsträchtigste Tag des Jahres, bis zu 20.000 Besucher könnten es in Grafenberg werden. Es gibt entsprechende Verkehrsregelungen, Shuttlebusse fahren vom Staufenplatz.

Neben dem Hauptereignis gibt es noch mehrere weitere bestens besetzte Rennen. So läuft der vorjährige Derbydritte Fair Mountain im Fritz Henkel Stiftungs-Rennen um 25.000 Euro. Zweimal wird die Viererwette ausgespielt, bei der man mit 50 Cent Grundeinsatz im Erfolgsfall fünfstellige Beträge gewinnen kann. Eines dieser Rennen ist der Henkel-Preis der Diana.

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