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Deutsche Pferde in Hong Kong chancenlos

Akeed Mofeed und Douglas Whyte nach dem Erfolg im Longines Hong Kong Cup. www.galoppfoto.de - Frank Sorge

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Pressemitteilung

Vier deutsche Pferde starteten am Sonntag bei der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Galopper, den Hong Kong International Races auf der Sha Tin-Rennbahn in der Ex-Kronkolonie. Doch eine vordere Platzierung war dem Quartett nicht vergönnt.
Im Hong Kong Cup (22 Mio. HK-Dollar, ca. 2,1 Millionen Euro, 2.000 m) galt Gestüt Ittlingens Seriensieger Neatico (Andrasch Starke/ Peter Schiergen) als Riesenaußenseiter (Quote: 1.300:10). Im großen 14er-Feld wurde der hiesige Hoffnungsträger Achter. Von drittletzter Stelle verbesserte er sich unterwegs bald auf Platz sechs. Zu Beginn der Zielgeraden war an der Innenseite beim Angriff wenig Freiraum, aber eine ernsthafte Chance besaß er am Ende nicht. Allerdings lief Neatico besser, als es die Platzierung ausdrückt, denn der Abstand zum Sieger betrug nur dreidreiviertel Längen.
Hier setzte sich der letztjährige Hong Kong Derby-Sieger Akeed Mofeed (30:10, Douglas Whyte/ Richard Gibson) sicher gegen den vorne lange standhaltenden Japaner Tokei Halo und den französischen Gast Cirrus des Aigles durch. Es war dennoch zumindest teilweise ein deutscher Zuchterfolg, denn Akeed Mofeeds Mutter Wonder Why ist eine Tochter des hiesigen Klassehengstes Tiger Hill und stammt aus der Zucht von Georg Baron von Ullmann!
Ein großes Aufgebot von drei Kandidaten aus Deutschland bestritt die Hong Kong Vase (15 Millionen HK-Dollar, ca. 1,4 Millionen Euro, 2.400 m). Doch eine ernsthafte Rolle spielte das Trio in diesem enorm stark besetzten Rennen nicht. Am besten schlug sich der von Michael Figge für den Rennstall Eivissa vorbereitete Feuerblitz (Thierry Thulliez) als Achter, der von einem der letzten Plätze im Schlussbogen in äußerer Spur viel Boden gutmachte, zunächst auf der Zielgeraden wenig Platz hatte und sich noch ins Mittelfeld schob (9,5 Längen hinter dem Sieger). „Er lief gut, aber offensichtlich war die Bahn zu fest für ihn“, erklärte Thulliez.
Einfluss auf die Entscheidung hatte Feuerblitz ebensowenig wie der aus dem Mittelfeld an der Innenseite bald unter Druck befindliche Karlshofer Seismos (Andrea Atzeni/Andreas Wöhler) und die nach langer Führung (bei langsamer Fahrt) früh geschlagene Stall Nizza-Stute Nymphea (Andrasch Starke/Peter Schiergen), die mit Platz elf und zwölf die letzten beiden Ränge belegten.
Seismos‘ Reiter Andrea Atzeni kommentierte: „Er kam langsam vom Start, muss normalerweise gleich besser dabei sein. Daher lief von Beginn an einiges gegen uns.“ Und Nympheas Jockey Andrasch Starke erläuterte: “Ich war nie happy, und wir waren auf der Zielgeraden geschlagen.”
Überraschend ging der Sieg an den nach aktueller Form kaum empfohlenen fünfjährigen Hong Kong-Wallach Dominant (137:10, Zac Purton/ John Moore), der im Schlussbogen noch Letzter gewesen war, aber in der entscheidenden Phase früh die Führung hatte und die starken Angriffe der Favoritin
The Fugue aus England und des Franzosen Dunaden parierte. Vorjahressieger Red Cadeaux folgte als Vierter schon deutlicher zurück.
Der Hong Kong Sprint (15 Mio. HK-Dollar, ca. 1,4 Millionen Euro , 1.200 m) wurde wie schon 2012 eine Beute des klar favorisierten Japaners Lord Kanaloa (Y. Iwata), der mit riesigem Vorsprung den Iren Sole Power und Frederick Engels distanzierte.
In der Hong Kong Mile (20 Mio. HK-Dollar, ca. 1,9 Mio. Dollar) gab es durch Glorious Days (88:10, Douglas Whyte/Trainer John Size) einen weiteren heimischen Sieg vor Gold Fun und Packing Whiz. Die vielfache französische Gruppe I-Siegerin Moonlight Cloud endete als Sechste im geschlagenen Feld. An diesem großen Tag gewannen drei Hong Kong- und ein japanisches Pferd. Die Europäer gingen leer aus.

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