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Dettori-Jump in Düsseldorf: Die 162. Diana-Siegerin heißt Miss Yoda!

Autor: 

Daniel Delius

Von mächtigen Kräften unterstützt: Miss Yoda gewinnt nach einem traumhaften Ritt von Jockey-Superstar Frankie Dettori den 162. Henkel-Preis der Diana. Foto: Dr. Jens FuchsVon mächtigen Kräften unterstützt: Miss Yoda gewinnt nach einem traumhaften Ritt von Jockey-Superstar Frankie Dettori den 162. Henkel-Preis der Diana. Foto: Dr. Jens FuchsDie Siegerin im 162. Henkel-Preis der Diana heißt Miss Yoda. Auf der Galopprennbahn in Düsseldorf-Grafenberg gewann die drei Jahre alte Stute im Besitz von Georg von Opel das mit 500.000 Euro dotierte Rennen gegen Zamrud (Anthony Crastus) und Virginia Joy (Adrie de Vries). Trainer von Miss Yoda ist John Gosden aus England, im Sattel saß der 49 Jahre alte Lanfranco „Frankie“ Dettori.

Die Diana fehlte bisher in seiner Erfolgsbilanz, doch das hat Frankie Dettori am Sonntag eindrucksvoll nachgeholt. Im Absattelring zelebrierte er dann auch seinen berühmten "Dettori-Jump" vom Pferd, auf den alle Fotografen und Zuschauer  gewartet hatten. Start-Ziel gewann er im Sattel von Miss Yoda den Henkel-Preis der Diana, „auf einer nicht so ganz einfach zu reitenden Bahn“, sagte er, „deshalb bin ich gleich nach vorne gehen, da hat man alles unter Kontrolle.“ Nur dreihundert Meter vor dem Ziel gab es einen kleinen Schreckmoment, als Miss Yoda etwas ins Straucheln kam, „sie wollte in den Stall zurück“, meinte der Reiter, der das aber schnell in den Griff bekam.

Ihr Trainer John Gosden, der in Newmarket im Norden der englischen Hauptstadt rund 150 Pferde betreut, hatte die Reise nach Düsseldorf gar nicht angetreten. „Sie ist schon ein sehr gutes Pferd“, kommentierte Dettori seinen Sieg, „natürlich hatten wir eine sehr gute Startposition, die habe ich dann auch ausgenutzt.“ Aktuell eilt er wieder von Sieg zu Sieg in den großen europäischen Rennen, „so fünf, sechs Jahre will ich schon noch reiten“, sagt er.

Nach dem Sieg wurde zwar die englische Nationalhymne intoniert, bezugnehmend auf den Trainingsstandort des Pferdes, gezogen ist Miss Yoda aber im Gestüt Etzean im Odenwald – das hat die Stute dann in Baden-Baden verkauft. 280.000 Euro hatte der in der Nähe von London lebende Unternehmer Georg von Opel für Miss Yoda vor zwei Jahren gezahlt, eine am Ende doch sehr lohnende Investition.  „Wir haben noch eine Schwester von ihr im Fohlenalter“, berichtete Marc Sonnenburg vom Gestüt Etzean, „die kann man dann im nächsten Jahr kaufen.“ 

Wird nach jedem Gr. I-Sieg zelebriert: Diesmal nach dem 162. Henkel-Preis der Diana - der Dettori-Jump im Absattelring. Foto: Dr. Jens FuchsWird nach jedem Gr. I-Sieg zelebriert: Diesmal nach dem 162. Henkel-Preis der Diana - der Dettori-Jump im Absattelring. Foto: Dr. Jens FuchsVor so wenigen Zuschauern hat Dettori eher selten ein so großes Rennen gewonnen, auch wenn in England ebenfalls derzeit außer den unmittelbar Beteiligten keine Besucher auf den Bahnen zugelassen sind. In Düsseldorf kamen nur ein paar hundert Tickets in den Verkauf, ansonsten ist an diesem Tag stets eine fünfstellige Zuschauerzahl vor Ort.

Die Restriktionen dürften auch in den kommenden Wochen noch auf den Rennbahnen Bestand haben, was die Veranstalter vor erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten stellt. „Ohne unseren Partner könnten wir einen solchen Renntag gar nicht durchführen“, sagt Rennvereinspräsident Peter-Michael Endres, der nach dem Hauptereignis etwas gespalten war, denn er ist im Mitbesitz der Drittplatzierten Virginia Joy, einer der Mitfavoritinnen. Sie lief zwar ein sehr gutes Rennen, nur: Für den Sieg gibt es keinen Ersatz.

Der Wöhler-Geheimtipp Sanora im Fritz Henkel Stiftung-Rennen vorne

Sieg im Fritz Henkel Stiftung-Rennen: Mit Sanora gewinnt das Pferd aus dem Trio, das Trainer Andreas Wöhler gesattelt hat, das mit 17,6:1 am höchsten am Toto stand. Jozef Bojko steuerte die 5-jährige Soldier Hollow-Tochter für den Stall Chronos zum Sieg. Foto: Dr. Jens FuchsSieg im Fritz Henkel Stiftung-Rennen: Mit Sanora gewinnt das Pferd aus dem Trio, das Trainer Andreas Wöhler gesattelt hat, das mit 17,6:1 am höchsten am Toto stand. Jozef Bojko steuerte die 5-jährige Soldier Hollow-Tochter für den Stall Chronos zum Sieg. Foto: Dr. Jens FuchsGleich drei Pferde sattelte sattelte der Trainer Andreas Wöhler aus Gütersloh im zweiten Grupperennen des Tages, dem Fritz Henkel Stiftung-Rennen (ex Meilen Trophy), Gr. III. Mit Sanora siegte das Pferd, das mit 17,6:1 aus diesem Trio am höchsten am Toto stand. Jozef Bojko steuerte die 5-jährige Soldier Hollow-Tochter für den Stall Chronos zum Sieg. Auf dem 2. Platz landete Runnymede mit Rene Piechulek für Trainerin Sarah Steinberg vor Thorin (Andrasch Starke) aus dem Grewe-Quartier. Die beiden anderen Wöhler-Pferde Axana (Clément Lecoeuvre) und Lacento (Bauyrzhan Murzabayev)  landeten auf den Plätzen 4 und 8. Der Favorit Aviateur (Adrie de Vries) kam nur auf den 6. Platz.

Phuket Paradise gewinnt das Grafenberg BBAG-Auktionsrennen

Während der Klassiker ohne Düsseldorfer Pferde über die Bühne ging, gab es zumindest aus Besitzersicht einen Heimsieg bei den wichtigen Rennen im Rahmenprogramm, als Phuket Paradise im Eigentum  der Düsseldorfer Christoph Holschbach und Thomas Krauth unter Andrasch Starke das mit 37.000 Euro dotierte Grafenberg BBAG-Auktionsrennen gewann. Startberechtigt waren ausschließlich dreijährige Pferde, die im vergangenen Jahr bei einer Versteigerung in Baden-Baden angeboten wurden. Als Kaufanreiz gibt es für sie über die Saison eine Serie von preislich üppig ausgestatten Rennen, von denen sich Phuket Paradise jetzt schon das zweite nach einer ähnlichen Prüfung in Hamburg holte. „Der wird noch in besseren Rennen mitmischen“, kommentierte Starke den Sieg.

In Düsseldorf wohnt er zwar nicht mehr, aber in der Landeshauptstadt genießt er immer noch größte Sympathien: Klaus Allofs, inzwischen auch im Vorstand des Reiter- und Rennvereins aktiv, konnte einmal zur Siegerehrung schreiten, nachdem der in seinem Mitbesitz stehende Whizz Kid nach langer Verletzungspause gleich wieder erfolgreich war. Das Pferd dürfte bald in ganz anderer Klasse mitmischen.

Trotz der nur übersichtlichen Besucherzahl war es ein Renntag mit ganz eigener Atmosphäre. „Die Stimmung konnte unter den Umständen nicht besser gewesen sein“, bilanzierte Rennvereins-Geschäftsführerin Andrea Höngesberg, „und mit über einer halben Million Euro Wettumsatz waren wir mehr als zufrieden. Wir warten aber sehnlichst auf den Tag, an dem wir wieder unbegrenzt Zuschauer auf die Bahn lassen können.“ Das könnte noch dauern.

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