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Deckplan 2020: Gestüt Ohlerweiherhof

A winning warrior, Salestopper vergangenen Herbst bei der BBAG. www.galoppfoto.de

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 611 vom Freitag, 27.03.2020

Es ist ein umfangreiches Dienstleistungsunternehmen, das Gestüt Ohlerweiherhof in St. Wendel, denn es werden nahezu alle Facetten von Vollblutzucht und Rennsport bedient, inklusive des wohl größten Pre-Training-Zentrums der Republik, das auch in diesen Tagen noch stark frequentiert wird. Hinzu kommen das eigene Gestüt, eine Reihe von Pensionären und natürlich der Deckbetrieb, denn Isfahan und der sich immer mehr in den Vordergrund schiebende Tai Chi sind gut gebucht. Dieser Deckbetrieb läuft derzeit trotz aller Probleme ungestört weiter. 

Letzterer hatte im vergangenen Jahr mit Nancho seinen ersten Gruppe I-Sieger auf der Bahn, insgesamt sind es aber immer noch quantitativ schwächere Jahrgänge, von denen er repräsentiert wurde. Seine ersten drei Jahrgänge, 2014 bis 2016 geboren, umfassen gerade einmal 41 Köpfe, nur sechs Fohlen hatte er etwa 2016. Doch haben die Bedeckungszahlen deutlich angezogen, 2019 gehörte er zu den am meisten beschäftigen Hengsten im Lande, insbesondere die Qualität der ihm zugeführten Stuten hat sich stark verbessert. Isfahan hingegen hatte von Beginn volle Listen, sein erster Jahrgang ist in den Rennstall eingerückt, das Feedback der Trainer ist durchweg positiv, im Herbst wird man mehr wissen.

Dass beide Hengste von den eigenen Stuten gut bedient werden, ist selbstverständlich, mehr als die Hälfte bleibt daheim. Die Herde wurde wie jedes Jahr verjüngt, teilweise neu aufgestellt, eine Reihe von Stuten geht ins Ausland, die Zusammenarbeit mit Darley hat sich in den letzten Jahren bewährt. Ohnehin muss kommerziell gedacht werden, denn in der Regel gehen die Pferde zur Auktion. Bei der BBAG wurde im letzten Jahr der Tai Chi-Sohn A winning warrior für 61.000 Euro an Club Rose verkauft, die Mutter hat das Gestüt allerdings verlassen. Noch besser war natürlich der Verkauf der Night of Thunder-Tochter Timeless Soul, die 85.000 Euro brachte und ihre neue Heimat in Newmarket bei Roger Varian gefunden hat.

Ein Quartett bleibt bei Isfahan, darunter der Neuzugang Breezy Bassett. Sie war nicht am Start, stammt aus einer Schwester des mehrfachen Gruppe-Siegers und Deckhengstes Bathyrhon (Monsun) und der Listensiegerin Beiramar (Monsun). Itschou hat drei Rennen gewonnen, ihre Brüder Irian (Tertullian) und Ibicenco (Shirocco) waren Gr.-Sieger, eine Schwester ist Mutter der großartigen Spectre (Siyouni). Ihr Erstling ist eine Jährlingsstute von Golden Horn. Layliya, die bei Arqana für 10.000 Euro aus dem Bestand des Aga Khan gekauft wurde, war nicht am Start, die Mutter konnte sich auf Listenebene platzieren und ist bereits Siegermutter. Sie ist Schwester zu drei Black Type-Siegern, die zweite Mutter ist Schwester der Gr. I-Sieger Luna Wells (Sadler’s Wells) und Linamix (Mendez). Eine Jährlingsstute hat Tai Chi als Vater. Neu ist die nicht gelaufene Morethanbeautiful, deren Mutter eine Schwester von Brametot (Rajsaman) ist.

Fünf Stuten werden von Tai Chi gedeckt. Nach einem Verkaufsrennen in Clairefontaine wurde Mitte 2017 Edged in Blue geclaimt. Sie hat in England über 1200 Meter gewonnen, konnte sich hierzulande 2018 bei nur zwei Starts jeweils Platz zwei sichern. Ihre Mutter, die dreijährig gewonnen hat, ist eine Schwester des Gr. I-Siegers und Deckhengstes Toylsome (Cadeaux Genereux) und der Gr. III-Siegerin Coral Mist (Bahamian Bounty). Ihr Erstling ist gerade zur Welt gekommen.

Lucretia wurde letztes Jahr bei Arqana für gerade einmal 6.000 Euro vom Haras de la Perelle gekauft, ein Al Wukair-Sohn wurde Anfang Februar geboren. Sie ist Siegerin, ihr von Siyouni stammender Erstling ist ebenfalls Siegerin, es gibt noch jüngere Nachzucht in Frankreich. Die Mutter ist eine Schwester von Lomitas (Niniski) aus der bestens bekannten Fährhofer L-Familie. Monster Mash stammt aus einer Deep Impact-Mutter. Die zweite Mutter Muncie (Sadler’s Wells) hat den Prix Saint-Alary (Gr. I) gewonnen, dahinter im Pedigree findet man auch die Gr. I-Siegerin Mersey (Crystal Palace). Die Linie ist auch im Gestüt Auenquelle durch Molly Dancer (Shareef Dancer) und ihre Nachkommen erfolgreich.

Pakdasht war nur zweimal am Start. Ihre Mutter hat das St. Leger Italiano (Gr. III) gewonnen, sie ist eine Schwester des Gr. II-Siegers und Deckhengstes Pomellato (Big Shuffle). Wetea ist eine nicht gelaufene Holy Roman Emperor-Stute aus Fährhof, sie ist eine Schwester der Listensieger Win for sure (Stravinsky) und Why not (Königstiger) aus einer in mehreren deutschen Zuchten prominent vertretenen Linie. Ihr Erstling ist eine Jährlingsstute von The Gurkha.

Vier Hengste werden in Deutschland berücksichtigt, Amaron, Brametot, Counterattack und Soldier Hollow. Esenya, die zu Amaron geht, stammt aus der Aga Khan-Zucht. Ihre Mutter war listenplatziert, es ist die Familie der Gr. I-Sieger Ebadiyla (Sadler’s Wells), Estimate (Monsun), Enzeli (Kahyasi) und Edabiya (Rainbow Quest). Ihr jetzt dreijähriger Bruder Enzel (Intello) hat beim einzigen Start souverän gewonnen, scheint ein besseres Pferd zu sein.

Party Queen, die Partnerin von Counterattack, hat bei nur fünf Starts zwei Rennen gewonnen. Sie ist eine Schwester der listenplatziert gelaufenen Pazifiksturm (Samum) und Paradise (Samum) aus einer Familie, der die „Pepper“-Pferde, aber auch Palace Prince (Areion) und eine Reihe von guten Fährhofer Pferden angehören.

Die aus Fährhofer Zucht stammende Nakura, die zu Brametot geht, war nicht am Start, doch wird mit ihr eine Familie angesiedelt, die in vielen deutschen Gestüten erfolgreich vertreten ist. Sie ist Halbschwester der mehrfachen Listensiegerin Nianga (Lomitas), des Gr. III-Zweiten Nadelwald (Shamardal) und des in Frankreich auch in diesem Jahr schon erfolgreichen Noxareno (Maxios). Nakuras Erstling ist eine Jährlingsstute von Excelebration. Seven Shares (Peintre Celebre), die den Premio Giovanni Falck (LR) in Mailand  gewann und ein Rating von 89kg hat, hat sich mit der listenplatziert gelaufenen Shining Bright (Makfi) schon gut eingeführt. Bereits zweifacher Sieger ist der jetzt drei Jahre alte Stormy Night (Charm Spirit), der ebenso bei Henk Grewe steht wie sein ein Jahr jüngerer Bruder Siamak (Isfahan). Er wurde über die HFTB Racing Agency im Oktober bei der BBAG an Darius Racing verkauft. Seine Mutter geht zu Soldier Hollow.

Drei Darley-Hengste werden in Frankreich, England und Irland aufgesucht. Cloth of Stars, ein spannender Nachwuchshengst im Haras du Logis, stand schon vergangenes Jahr auf dem Zettel. Zu ihm geht Tatienne, die Halbschwester von Tai Chi (High Chaparral), Takenja (Dubawi) und Taraja (High Chaparral). Sie startete in der Zucht mit Tripple Arrow (Helmet), der daheim im Training ist, dann kam Timeless Soul (Night of Thunder), die wie erwähnt bei der BBAG über Alex Elliott für 85.000 Euro in den Stall von Roger Varian nach Newmarket verkauft wurde. Im Jährlingsalter ist Time is Money (Holy Roman Emperor).

Cracksman stand oder steht auf mehreren deutschen Deckplänen. Zu ihm geht die aus der Anna Paola-Familie stammende Adalea, eine Schwester u.a. von Alaskakönigin (Sternkönig) und der Henkel-Preis der Diana (Gr. I)-Dritten Andrea (Dashing Blade). Ihre Tochter Abadan (Samum) hat sechs Rennen gewonnen, darunter den „Langen Hamburger“ (LR), zudem war sie Dritte auf Gr. III-Ebene in Hannover. Der zwei Jahre alte Agent Empire (Sidestep) ist noch im Pre-Training, wird demnächst zu Henk Grewe gehen.

Die Waldrun-Familie wird durch Wiesenblume, Schwester des Gr. III-Siegers Wiesenbach (Jukebox Jury), vertreten. Sie hat bei nur zwei Starts gewonnen, hat als Erstling die bereits platziert gelaufene, drei Jahre alte Wengernalp (Reliable Man) gebracht. Schon auf das Konto von Ohlerweiherhof geht die zwei Jahre alte Wiesenbluete (Pastorius), die im eigenen Besitz geblieben ist. Im Jährlingsalter ist Wiesenfee (Night Thunder). Es geht jetzt nach Irland zu Teofilo, einem der profilierten Darley-Hengste, Vater von inzwischen 45 Gr.-Siegern.

 

ISFAHAN (2013), v. Lord of England – Independent Miss v. Polar Falcon 

Breezy Bassett (2017), v. Wootton Bassett – Breezy Hawk v. Hawk Wing, Stutfohlen (Breezy Cheezy) v. Tai Chi, 2.2.

Itschou (2010), v. Shirocco – Iberi v. Rainbow Quest, Stutfohlen v. Tai Chi, 8.2.

Layliya (2014), v. Raven’s Pass – Ludiana v. Dalakhani, Stutfohlen v. Cloth of Stars, 17.3.

Morethanbeautiful (2017), v. Tai Chi – Morning Mist v. Peintre Celebre, Maiden

 

TAI CHI (2009), v. High Chaparral - Taita v. Big Shuffle

Edged in Blue (2014), v. Acclamation – Dutch Diamond v. Dutch Art, Hengstfohlen v. Helmet, 6.2.

Lucretia (2011), v. Sabiango – La Candela v. Alzao, Hengstfohlen (Legal Weapon) v. Al Wukair, 8.2.

Monster Mash (2013), v. Zamindar – Monster Munchie v. Deep Impact, Stutfohlen v. Territories, 25.2.

Pakdasht (2016), v. Medicean – Parivash v. Singspiel

Wetea (2014),v. Holy Roman Emperor – Win for us v. Surumu, Stutfohlen v. New Approach, 13.3.

 

AMARON (2009), v. Shamardal – Amandalini v. Bertolini (Gestüt Etzean)

Esenya (2014), v. Medicean – Ensaya v. Alhaarth

 

BRAMETOT (2014), v. Rajsaman – Morning Light v. Law Society (Gestüt Ebbesloh)

Nakura (2014), v. Campanologist – Nobilissima v. Bluebird, Hengstfohlen (Nebrasko) v. Adlerflug, 2.2.

 

CLOTH OF STARS (2013), v. Sea The Stars – Strawberry Fledge v. Kingmambo (Haras de Logis/FR)

Tatienne (2012), v. Nayef – Taita v. Big Shuffle, trgd. v. Amaron

 

COUNTERATTACK (2012), v. Redoute’s Choice – Kisma v. Snippets (Gestüt Karlshof)

Party Queen (2015), v. Tai Chi – La Parabol v. Trempolino, trgd. v. Isfahan

 

CRACKSMAN (2014), v. Frankel – Rhadegunda v. Pivotal (Dalham Hall Stud/GB)

Adalea (2008), v. Dalakhani – Annouche v. Unfuwain, Stutfohlen (Anna Maria) v. Tai Chi, 24.1.

 

SOLDIER HOLLOW (2000), v. In The Wings – Island Race v. Common Grounds (Gestüt Auenquelle)

Seven Shares (2009), v. Peintre Celebre – Sword Tigress v. Tiger Hill, trgd. v. Tai Chi

 

TEOFILO (2004), v. Galileo – Speirbhean v. Danehill (Kildangan Stud/Irland)

Wiesenblume (2012), v. Halling – Wurfscheibe v. Tiger Hill

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