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Dato macht den Punkt

Dato ist unter Alexander Pietsch souverän. www.galoppfoto.de

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 645 vom Freitag, 20.11.2020

Der Vorhang ist gefallen: Dato (Mount Nelson) gewann für den Stall Grafenberg und Trainer Sascha Smrczek am Mittwoch in Dresden mit dem Wettstar Großer Dresdner Herbstpreis (LR) das letzte Black Type-Rennen der Saison in Deutschland. Es war auch einer der letzten Grasbahnrenntage 2020, „ein Jahr zum Abhaken“, bilanzierte Michael Becker, Präsident des Dresdener Renn-Vereins, womit er mit dieser Meinung sicher nicht alleine steht. (siehe auch Turf National).

Als Dato vor einem Jahr einen Ausgleich I in Mannheim mit der halben Bahn gewann, dachte man, dass er in dieser Saison den Sprung in die Gruppe-Klasse schaffen würde. Doch tat er sich bei den ersten Versuchen 2020 manchmal schwer, es passte auch der Boden das eine oder andere Mal nicht. Im September zeigte er bis dahin seine beste Saisonleistung, als er in einem Listenrennen in Straßburg Dritter wurde, was den Handicapper zu einem Aufgewicht von stolzen 6,5 Kilo veranlasste. Der zweite Platz zu Wonderful Moon in einem Gr. III-Rennen in Hannover war eine weitere Steigerung, in Dresden kam er zu einem erwarteten Sieg, wobei sein Jockey, stets auf der Suche nach der besten Spur, einen mutigen, aber letztlich erfolgreichen Ritt zeigte. Das Saisonende kommt eigentlich etwas früh für ihn, denn er ist fraglos in großer Verfassung.

Bei der BBAG-Jährlingsauktion war er von der IVA-Alles für 49.000 Euro aus dem Angebot der Stiftung Gestüt Fährhof ersteigert worden, gezogen wurde er vom Newsells Park Stud. Das war damals schon eine solide Summe, der Reservepreis lag deutlich darunter. Sein Vater Mount Nelson (Rock of Gibraltar) begann seine Deckhengst-Karriere in Newsells Park, wechselte 2017 in die National Hunt-Zucht in das Boardsmill Stud nach Irland, dort ist er vor geraumer Zeit eingegangen. Sein Sohn Boscaccio steht im Gestüt Söderhof.

Die Mutter Dear Lavinia (Grand Slam) hat das Grand Criterium de Bordeaux (LR) gewonnen, war in Frankreich auch auf Listenebene mehrfach platziert. 2013 hat sie Newsells Park tragend von Hard Spun bei Tattersalls für 220.000gns. gekauft, doch war sie bis zu Dato in der Zucht eine Enttäuschung. Ihr einziger Sieger war Ousden House (Oasis Dream), der in Skandinavien sechs Rennen gewinnen konnte. Der drei Jahre alte Tito (New Approach) ist dieses Jahr in Spanien platziert gelaufen. Newsells Park hat ihn als Fohlen für 12.000gns. verkauft und inzwischen auch die Mutter, sie ging 2017 tragend von Nathaniel für 20.000gns. nach Indien.

Dear Lavinia ist Schwester von Dream Awhile (War Front), Gr. III-Siegerin in Monmouth Park/USA, sowie von High School Days (Elusive Quality), Gr. III-Dritte über Jagdsprünge in Irland. Die nächste Mutter Baroness Richter (Montjeu) war Listensiegerin in Frankreich, sie ist Schwester von Kongo Rikishio (Stravinsky), Gr. II-Sieger in Japan. Aus der Familie kommt auch der erstklassige Flieger Signs of Blessing (Invincible Spirit), erfolgreich u.a. im Prix Maurice de Gheest (Gr. I) und auch in der Goldenen Peitsche (Gr. III).  

 

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