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Corona-Update

Wo sind meine Fans? Filip Minarik nach seinem Sieg auf Megere Su vor leeren Tribünen am Sonntag in Nakayama. www.galopp-foto.de - Yasuo Ito

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 609 vom Freitag, 13.03.2020

In vielen Ländern legt das Coronavirus den Rennsport lahm oder verursacht erhebliche Einschränkungen. Ein unvollständiger Überblick:

Deutschland: Köln wird ohne Zuschauer veranstalten, Krefeld hat für den 22. März bereits abgesagt. Was danach geschieht, steht noch in den Sternen. So ist etwa in Düsseldorf ein Verbot für Veranstaltungen mit über 1.000 Besuchern bis zum 22. April erlassen worden, so dass die Renntage am 29. März und 19. April in der geplanten Form nicht durchgeführt werden. Der Reiter- und Rennverein prüft, ob er die Veranstaltungen, ohne finanziellen Schaden zu erleiden, auch ohne Zuschauer abhalten kann. Der Ostermontag in Saarbrücken ist bereits abgesagt, auch die anderen Ostertermine erscheinen auf Grund der Restriktionen der Behörden gefährdet. Der Galopper-Dachverband hat angekündigt, Renntage unter Beachtung der Vorschriften weiter durchführen zu wollen, am Montag gibt es eine Präsidiumssitzung. Eine Pressemitteilung dazu können Sie hier lesen

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Der "Tag der Rennställe" an diesem Samstag wurde teilweise abgesagt, werden aber bei manchen Trainern, so etwa in Düsseldorf, Heumar, Mannheim und Weilerswist durchgeführt. Infos gibt es auf der Website des Verbandes. 

Frankreich: Renntage im Umkreis von Paris wie etwa in Chantilly und Compiegne finden derzeit ohne Zuschauer statt, was wirtschaftlich keine ganz großen Einbußen nach sich zieht, da in Frankreich die Besucherzahlen bei den aktuellen Veranstaltungen ohnehin nur im dreistelligen Bereich liegen. Wie das auf längere Sicht aussieht, ist noch unklar. So ist für den 21. März der Saisonauftakt in Straßburg mit traditionell starker deutscher Beteiligung vorgesehen. Das Elsass ist allerdings als Corona-Risikogebiet eingestuft worden.

Großbritannien/Irland: Es muss schon erstaunen, mit welcher Gelassenheit der Rennsport in diesen Ländern mit dem Coronavirus umgeht. Cheltenham wird mit unverändert großen Zuschauerzahlen durchgezogen, auch ohne Ryanair-Chef Michael O’Leary, der sich um die eingebrochenen Geschäfte kümmern muss. Aktuelle Aussagen zeigen aber, dass demnächst doch über Restriktionen nachgedacht werden muss. Zudem stehen in den kommenden Wochen Breeze Up-Auktionen von Tattersalls und Goffs an, die ganz sicher auch mit einem Fragezeichen zu versehen sind.

USA: Das Virus ist längst in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen, doch sind Renntagsabsagen oder Veranstaltungen ohne Publikum kein Thema. Keeneland hat im Vorfeld seines Frühjahrsmeetings, das vom 2. bis zum 24. April stattfindet, allerdings umfangreiche hygienische Maßnahmen angekündigt. Um Schlangen vor den Kassen zu vermeiden sollen Tickets möglichst online verkauft werden. Gewettet werden soll vorwiegend mobil, per Telefon, so dass der Gang zum Wettschalter und damit der direkte Kontakt zu anderen Personen vermieden werden soll. In den kommenden Tagen soll die Situation weiter beobachtet werden.

Eine Zweijährigen-Auktion in Ocala soll in der kommenden Woche wie geplant durchgeführt werden, Käufer aus Japan und Korea haben sich angekündigt, für diese gilt scheinbar noch kein Einreisestopp wie etwa für Europäer. Eine Trabrennveranstaltung in Yonkers/New Jersey wurde abgesagt, nachdem der Präsident der New Yorker Besitzervereinigung das erste Coronavirus-Opfer im Staat New York war, Anfang der Woche verstorben ist.

Italien: Das öffentliche Leben steht still und somit auch der Rennsport. Galopp- und Trabrennen sind vorerst bis einschließlich 3. April ausgesetzt.

Osteuropa: Dort herrscht noch allgemeine Winterpause, Prognosen können somit nicht gestellt werden. In Bratislava/Slowakei ist der erste Renntag für den 5. April terminiert, an diesem Tag soll es auch in Prag losgehen.

Arabische Emirate: Weiterhin werden alle Renntage bis einschließlich 20. März (Jebel Ali) ohne Zuschauer gelaufen. Eine Entscheidung bezüglich des World Cup-Tages, dem 28. März in Meydan, wird später getroffen.

Ferner Osten: In Japan und Hong Kong finden die Rennen unverändert ohne Publikum statt, an eine Einschränkung des Rennbetriebs ist allerdings nicht gedacht.

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