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Corona-Folgen international

In Quarantäne: Javier Castellano. www.galoppfooto.de - Peeo Ploff

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 612 vom Freitag, 03.04.2020

Schweden

Nach bisheriger Planung wird nach der üblichen Winterpause die Galopprennsaison in Bro Park am kommenden Sonntag eröffnet. Es schließt sich am Mittwoch darauf eine Veranstaltung in Jägersro an. Der Trabrennsport in Schweden ist in den letzten Wochen ohne Unterbrechung fortgesetzt worden, allerdings ohne Zuschauer. 

USA

Javier Castellano, einer der führenden Jockeys in den USA, ist in der vergangenen Woche positiv auf das Virus getestet worden.

Santa Anita hat mit sofortiger Wirkung auf behördliche Anordnung seine Tore für Rennveranstaltungen geschlossen. Der Trainingsbetrieb wird mit entsprechenden Restriktionen aufrecht erhalten. Dort werden aktuell rund 1.700 Pferde trainiert, etwa 750 Menschen sind beschäftigt. Jockeys dürfen zwar noch auf der Bahn Galopps reiten, sich aber nicht mehr im Stallbereich aufhalten. Auf der ebenfalls von der Stronach-Gruppe geführten Rennbahn Golden Gate Fields in Nord-Kalifornien geht der Rennbetrieb hingegen weiter.

Die Rennbahn in Aqueduct in New York ist für absehbare Zeit geschlossen worden und soll in ein zeitweises Hospital umfunktioniert werden. Die New York Racing Association hofft, das Meeting in Belmont Park wie geplant am 24. April zumindest hinter verschlossenen Türen starten zu können, doch ist es bei der aktuellen Lage in der Stadt zumindest fraglich. Das Meeting umfasst bis zum 1. Juli 51 Renntage mit 58 Black Type-Rennen, die allein ein Preisgeldvolumen von 18,65 Millionen Dollar haben.

 

Kanada

Woodbine hat die für den 27. Juni vorgesehene 161. der Queen's Plate abgesagt. Ob das älteste ohne Unterbrechung gelaufene Rennen in Nordamerika später im Jahr wiederholt wird, ist noch nicht geklärt. 

 

Neuseeland

Das größte Trainingszentrum des Landes, der Cambridge Jockey Club, ist vergangene Woche geschlossen worden. Die Auflagen seien zu schwierig zu erfüllen gewesen, hieß es seitens der Verantwortlichen. Die dort stationierten Pferde sollen anderweitig untergebracht werden und an der Führmaschine bewegt werden. Nur wenn das nicht möglich ist, wird leichte Trabarbeit gestattet. Die Rennbahnen sind ohnehin geschlossen. Michael Pitman, einer der führenden Trainer des Landes, glaubt, dass an einen vernünftigen Rennsport nicht vor Juli zu denken ist. Auch von offizieller Seite wird jetzt Anfang Juli für einen Neustart ins Gespräch gebracht. 

 

Australien

Die Championships, eine Reihe von hochkarätigen Rennen am 4. und 11. April auf Sydneys Rennbahn Randwick, werden wie vorgesehen vor leeren Rängen durchgeführt, doch mit erheblich reduziertem Preisgeld. Die Börse für die acht vorgesehenen Gr. I-Rennen wurde um 50% gekürzt, wobei diese immer noch eine beachtliche Dotierung aufweisen. So gibt es in der Doncaster Mile (Gr. I) an diesem Samstag noch 1,5 Millionen A-Dollar (ca. €830.000) zu verdienen, vorgesehen waren drei Millionen. Die Queen Elizabeth Stakes (Gr. I) am 11. April weisen jetzt ein Preisgeld von zwei Millionen A-Dollar statt vier Millionen auf. In Australien sind die meisten Vorwettannahmestellen geschlossen, zudem fehlen natürlich die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern.

Racing Victoria wird ab dem 4. April die Rennpreise auf den Bahnen in diesem Bundesstaat um zwischen zehn und zwanzig Prozent kürzen. Das gilt grundsätzlich für alle Prüfungen bis zu den Top-Rennen in Caulfield.  

Der Moonee Valley Racing Club überlegt bereits jetzt, die geplanten großen Feierlichkeiten rund um die für den 24. Oktober vorgesehene 100. Austragung der Cox Plate um ein Jahr zu verschieben. „Es soll ein großes Event mit Gästen aus aller Welt werden“, sagt Michael Browell, der CEO des Racing Clubs, „da bedarf es einer gewissen Vorlaufzeit. Anfang Juni wird eine diesbezügliche Entscheidung geben. Ein Jubiläumsrennen ohne Zuschauer wäre die schlechteste aller Varianten.“ In Moonee Valley werden seit dem 20. März keine Meetings mehr durchgeführt. Eine Wiederaufnahme der Rennen ist für den 13. Juni vorgesehen.

Die Nachwuchsreiterin Zoe White ist für sechs Monate gesperrt worden, da sie die im Bundesstaat  Queensland angeordnete Zonenenteilung missachtet hatte. Nach den Regularien darf ein Azubi nur in der Region reiten, in der dessen Arbeitgeber tätig ist. Trotz entsprechender Aufforderung ritt White in der Morgenarbeit in einer anderen Zone.

In der vergangenen Woche war ein Corona-Test bei dem führenden Jockey Mark Zahra negativ ausgefallen. Er war zuvor in einem kleinen Flugzeug zusammen mit einem später positiv getesteten Co-Passagier unterwegs gewesen. Ein positiver Test bei Zahra hätte möglicherweise den Rennsport im gesamten Land zum Erliegen gebracht, da er ständig auf den großen Bahnen im Einsatz ist. Auf Twitter gab es dazu ein Video aus einer angeblichen Wettannahmestelle– natürlich ein Fake…

https://twitter.com/Punters/status/1243127896064966656

 

Hong Kong

Auch Rennstallbesitzer sind inzwischen vom Besuch der Rennen ausgeschlossen, da eine Ansammlung von mehr als vier Personen in Hong Kong verboten ist. Kurzfristig schien durch die Maßnahme sogar der Renntag am vergangenen Sonntag in Gefahr zu sein, das konnte abgewendet werden.

Der Jockey Club hat derweil eine Regelung gefunden, nach der neben Trainern, Jockeys, Offiziellen und Medienvertretern auch Besitzer zur Bahn kommen können. Weder auf der Tribüne noch im Führring dürfen aber mehr als vier Personen zusammenstehen, ein Sicherheitsabstand muss stets eingehalten werden.  

 

Singapur

Das für den 18. April mit einer Dotierung von einer Million S-Dollar (ca. €636.000) vorgesehene Singapore Derby über 1800 Meter ist auf einen späteren, noch nicht feststehenden Termin verschoben worden. Auch ein an diesem Tag geplantes hochdotiertes 1200-Meter-Rennen findet nicht statt. Aktuell werden auf der Bahn in Kranji nur freitags lokale Meetings mit kleineren Rennen vor leeren Rängen ausgetragen. Das gilt vorerst bis Ende April.

 

Spanien

Der Trainingsbetrieb in Madrid, wo rund fünfhundert Pferde stationiert sind, ist seit Montag bis zum 9. April weitgehend eingestellt worden. Die Pferde können longiert und geführt, aber nicht geritten werden, nicht mehr als dreißig Minuten pro Pferd. Die Trainingsbahnen in Zarzuela, der Rennbahn von Madrid, dürfen nicht betreten werden. In San Sebastian, wo ebenfalls auf der Bahn trainiert werden, dürfen die Trainer oder deren Beauftragte erst ab 11 Uhr die Ställe betreten. Es darf nur gefüttert und geführt werden.

 

Irland

Horse Racing Ireland hat den Schlussstrich unter die Hindernissaison 2019/2020 gezogen. Das Oster-Meeting in Fairyhouse wird in keinem Fall wiederholt und auch das Festival in Punchestown, vorgesehen vom 28. April bis zum 2. Mai, wird ersatzlos gestrichen. Sollte es zu einer Wiederaufnahme der Rennen kommen, dann wird es erst einmal ausschließlich Flachrennen geben. Hindernis-Champions gab es natürlich auch, es sind wie im Vorjahr Willie Mullins bei den Trainern und Paul Townend bei den Jockeys.

 

Japan 

Godolphin-Trainer Charlie Appleby hat eine Reihe von Pferden für große Rennen in Japan im Mai eingeschrieben. Dazu zählen u.a. Magic Lily (New Approach), Glorious Journey (Dubawi) und Well of Wisdom (Oasis Dream). Sie sind teilweise für Listenrennen gemeldet, was darauf schliessen lässt, dass es Ausweichmöglichkeiten für Pferde sind, die nicht in Europa laufen können.  

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