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Das "Chef-Duell" in Düsseldorf: Der "Vize" siegt mit Nymeria vor dem Präsidenten-Pferd Auenlee

Nymeria (vorne rechts mit Alexander Pietsch) siegt für den Vize-Präsidenten vor dem Präsidenten-Pferd Auenlee (links). Foto: Dr. Jens Fuchs

Autor: 

Daniel Delius

Rot-weiß gestreift waren die Krawatten der Rennstallbesitzer, rot-weiß ist der Dress des Stalles Grafenberg, Farben, die sich Jockey Alexander Pietsch vor dem achten Rennen des Samstags auf der Rennbahn in Düsseldorf überstreifte. Da konnte doch gar nichts schiefgehen mit Nymeria im BMW Preis Düsseldorf (beim Klick auf den Renntitel gibt es alle Infos, inkl. Video unter "Renndetails"!) und in der Tat konnten die Herren anschließend zur Siegerehrung schreiten. Nachdem die drei Jahre alte Stute die Arbeit erledigt und das Hauptereignis des Tages gewonnen hatte.

Hier geht es zum kompletten Renntag mit allen Ergebnissen: Klick!

Die Besitzer mit Rennvereins-Vize Albrecht Woeste an der Spitze brauchten nur zuzuschauen, doch kostete das schon Nerven. Denn im Ziel waren es nur wenige Zentimeter Unterschied zwischen der Erst- und Zweiplatzierten, Auenlee, deren Miteigner Peter-Michael Endres Präsident des Rennvereins ist, war Nymeria am Ende noch gefährlich nahe gekommen. Dafür gab es Jockeyschelte von Siegtrainer Waldemar Hickst. „Er ist zu früh an die Spitze gegangen“, rügte er Alexander Pietsch, „das Pferd dachte, das war‘s, ich brauch mich nicht mehr anzustrengen.“ Es ging am Ende aber gut und die Besitzergemeinschaft des Stalles Grafenberg kann dem nächsten Großereignis zuversichtlich entgegen sehen, dem Henkel-Preis der Diana am ersten August-Sonntag. Denn auch wenn die 25.000 Euro, die im wichtigsten Rennen des Samstags als Preisgeld ausgeschüttet werden, viel Geld sind, so geht es beim Highlight der Saison in sechs Wochen um eine halbe Million Euro und natürlich ungleich mehr Prestige. Man hofft da auf etwas mehr Glück als vor drei Jahren. Da gewann Sworn Sold für den Stall Grafenberg eben diesen BMW Preis, um in der „Diana“ dann ziemlich unterzugehen. Zumindest der Trainer ist diesbezüglich optimistischer. „Nymeria ist stabiler als die andere Stute damals“, konstatierte Hickst, Chef über rund einhundert Pferde in Köln.

Bei dem Halb-Millionen-Spektakel wird sich die Siegerin vom Samstag natürlich wieder mit Auenlee herumschlagen müssen, die trotz der Niederlage bei ihrem erst zweiten Start eine starke Leistung bot. „Ich würde sie vor der Diana noch einmal laufen lassen“ meinte Jockey Filip Minarik, „sie braucht noch mehr Routine. Und in einem solch großen Rennen, wenn dann viele Pferde laufen, muss man auch ein bisschen Ellenbogen haben.“ Im Klartext: Dann geht es zur Sache, dann muss man sich durchsetzen.

Eher sparsam schaute das Team um die Favoritin Arles drein, sie wurde nur Dritte, hatte keine echte Siegchance. „Das kann in ein paar Wochen schon ganz anders aussehen“, machte sich Trainer Andreas Wöhler Mut.

Einheimische Pferde waren in dem Rennen nicht am Start, dafür aber reichlich im Rahmenprogramm. Einen Volltreffer gab es jedoch nicht, immerhin ein paar lukrative Platzgelder für Schützlinge von Sascha Smrczek. Der konnte sich über den Sieg eines nach Frankreich geschickten Pferdes freuen, Windsea gewann ein 52.000-Euro-Rennen in Compiegne. Und nächste Woche soll es beim am Samstag beginnenden, eine Woche dauernden Derby-Meeting in Hamburg zur Sache gehen. „Ich habe 35 Pferde dafür vorgesehen“, berichtete Smrczek.

Wie immer beim BMW-Renntag war die Bahn bestens gefüllt, die Zuschauerzahl dürfte am Ende fünfstellig gewesen sein, zumal der eigentlich angekündigte Regen ausblieb. Ein Wetter dürfte besonders erfreut gewesen sein: Als einziger hatte er im siebten Rennen die ersten vier Pferde in richtiger Reihenfolge vorhergesagt und kassierte 10.000 Euro – eingesetzt hatte er zehn Euro. 

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