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BBAG-Frühjahrsauktion: Gutes Ergebnis mit Röttgener Salestopperin

Die Salestopperin Eleonora in Düsseldorf. www.galoppfoto.de - Stephanie Gruttmann

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 672 vom Freitag, 11.06.2021

Die Frühjahrsauktion der BBAG war in der Vergangenheit stets ein erster wichtiger Treffpunkt für die einheimische Branche. Ein Feuerwerk der Preise hat es eher selten gegeben, doch hat sich diese Auktion insofern in die Geschichtsbücher eingetragen, da dort vor elf Jahren Danedream (Lomitas) den Besitzer gewechselt hatte. In einem Jahr, in dem das Frühjahrs-Meeting gar nicht stattfand, weil gerade der Betreiber gewechselt hatte. Ähnlich war die Situation auch in diesem Jahr, doch an eine Präsenz-Auktion war auf Grund der Corona-Bestimmungen nicht zu denken.

So gab es die erste Online-Auktion in der Geschichte der BBAG. Im Ausland haben Arqana und Tattersalls damit bereits Erfahrungen gesammelt, in Australien führt Inglis Internet-Auktionen seit einiger Zeit regelmäßig durch. Die Iffezheimer Premiere kann als durchaus gelungen bezeichnet werden, auch wenn die Musterung der Pferde vor Ort natürlich durch nichts zu ersetzen ist. BBAG-Geschäftsführer Klaus Eulenberger kann sich durchaus vorstellen, ein solches Format zu wiederholen. „Etwa für Startpferde vor großen Meetings“, sagt er, „warum sollen wir nicht versuchen, einen Derbystarter kurz vor Hamburg online zu versteigern? Möglicherweise schon dieses Jahr.“ Vorbilder gibt es genug: Gerade dieser Tage versteigerte Inglis eine von Zoustar tragende Black Type-Siegerin für 800.000 Dollar – Rekord für eine Mutterstute bei einer Online-Auktion.

Ganz so tief musste bei der BBAG nicht in die Tasche gegriffen werden. Den Höchstpreis von 23.500 Euro erzielte die vom Gestüt Röttgen angebotene Eleonora (Relaible Man), die erst wenige Tage zuvor in Düsseldorf ihre Maidenschaft abgelegt hatte, was durchaus verkaufsfördernd gewesen sein dürfte. Radel Holcak aus Tschechien bekam den Zuschlag für die Vierjährige, die langfristig natürlich auch für die Zucht von Interesse ist. Wer in diesem Fall der Unterbieter war ist unbekannt – das ist halt bei Online-Auktionen so, denn nur das Land des Bieters wird angezeigt, hier war es Deutschland.

Nach Irland an Sean O’Kelly ging es für die vom Gestüt Ammerland angebotene Bahama Sea (Australia). Die Dreijährige hatte zwar bei ihren bisherigen Starts nicht viel geboten, ist aber eine interessante Zuchtstute, ihre zweite Mutter ist die exzellente Borgia (Acatenango). Der Unterbieter kam in diesem Fall aus Großbritannien.

Zunächst nicht verkauft war der aus dem Rennstall von Pavel Vovcenko angebotene Billy the Kid (Pastorius), doch konnte der Hachetaler dann im Nachverkauf noch abgegeben werden. Für 20.000 Euro ging der noch nicht gelaufene dreijährige Hengst, ein Bruder u.a. des guten Handicappers Braveheart (Neatico) an Marc Neuschwander. Von den beiden Dreijährigen im Besitz von Holger Renz wurde Gedöns (Jukebox Jury) zurückgekauft, während Flitsch (Reliable Man) für 16.000 Euro an Senad Vatic abgegeben wurde.

Festzuhalten bleibt, dass die Auktion technisch einwandfrei durchgeführt wurde, es gab diesbezüglich keinerlei Probleme. Am Ende wurden 27 Pferde zu einem Schnitt von 8.050 Euro verkauft, was sicher im Rahmen der Erwartungen lag. Ein Vergleich zu 2019 verbietet sich natürlich, damals lag der Schnitt bei 10.345 Euro.

Die nächste Auktion der BBAG findet am 3. September in Iffezheim statt, die dann wieder vor entsprechendem Publikum durchgeführte Jährlingsauktion. Der Katalog mit erstklassigen Angeboten von allen führenden deutschen Zuchten ist in der finalen Bearbeitung.

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