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Baffert schafft den Derby-Rekord

Authentic gewinnt unter John Velazquez das 146. Kentucky Derby. Foto: offiziell

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 635 vom Freitag, 11.09.2020

Als nahezu unschlagbar war in der 146. Auflage des Kentucky Derbys Tiz the Law (Constitution) angesehen worden, zum Kurs von 3:5 rückte er in die Startbox 17 im 18köpfigen Feld ein – doch am Ende wurde er nur Zweiter, ausgerechnet hinter dem Pferd, das aus der Nummer 18 das Rennen aufgenommen hatte. Authentic (Into Mischief) bescherte vor leeren Tribünen in Churchill Downs Trainer Bob Baffert dessen sechsten Sieg im Kentucky Derby (Gr. I), ein Rekord.

Trotz der ungünstigen Startnummer gelang es Jockey John Velazquez, Authentic gleich an die Spitze zu bringen. Tiz the Law griff unter Manny Franco zwar eingangs der Zielgeraden kurz gefährlich an, doch hatte die 8:1-Chance im Besitz eines großen Syndikates mit der Spendthrift Farm an der Spitze größere Reserven, gewann nach 2000 Metern am Ende leicht. Der Außenseiter Mr. Big News (Giant’s Causeway) wurde Dritter.

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Dabei hatte das mit drei Millionen Dollar dotierte Rennen für Baffert unglücklich begonnen, denn sein anderer vorgesehener Starter Thousand Words (Pioneerof the Nile) stürzte beim Satteln und musste kurzfristig zurückgezogen werden. Bafferts Assistent Jimmy Barnes zog sich dabei einen Armbruch zu.

Es war beim sechsten Start der fünfte Sieg für Authentic, der seine einzige Niederlage im Juni im Santa Anita Derby (Gr. I) gegen Honor A. P. (Honor Code), der diesmal Vierter wurde, einstecken musste. Im Vorfeld von Churchill Downs hatte er im Juli in Monmouth Park das Haskell Invitational (Gr. I) gewonnen. Spendthrift hatte wenige Tage vor dem Santa Anita einen maßgeblichen Anteil an Authentic erworben, kurz danach stieg auch das von dem Gestüt unterstützte Unternehmen MyRacehorse, ein Syndikat mit Mikro-Anteilen (4.500 Anteilseigner weltweit), bei dem Pferd ein.    

Authentic ist einer von sieben Gr. I-Siegern des Champion-Deckhengstes Into Mischief (Harlan’s Holiday), der zu einer Decktaxe von 175.000 Dollar auf Spendthrift steht. Eigentlich zeugt er nur Flieger und Meiler, Authentic ist sein erster Gr. I-Sieger über 2000 Meter. Die Mutter Flawless (Mr. Greeley) ist bei nur zwei Starts Siegerin gewesen, sie hat noch einen weiteren Sieger auf der Bahn, junge Hengste haben Bodemeister als Vater. Der von Peter Blum gezogene Authentic war ein 350.000-Dollar-Jährling in Keeneland.     

Eine Überraschung gab es in den mit 1,25 Millionen Dollar dotierten Kentucky Oaks. Nach 1800 Metern hatte die von Brad Cox für ein Syndikat, dem auch Qatar Racing angehört, trainierte Shedaresthedevil (Daredevil) das beste Ende, sie verwies in einem neunköpfigen Feld Swiss Skydiver (Daredevil) und die heiße Favoritin Gamine (Into Mischief) auf die Plätze. Florent Geroux ritt die Siegerin, die zuvor die Indiana Oaks (Gr. III) gewonnen hatte, insgesamt aber eine keineswegs aufregende Gesamtform hatte. Sie war schon mehrfach in einem Auktionsring, zuletzt Ende November 2019 in Keeneland, wo der Hammer bei 280.000 Dollar fiel.

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Ihr Vater Daredevil (More Than Ready), der auch die Zweitplatzierte stellte, war ein sehr guter Zweijähriger, 2014 gewann er u.a. die Champagne Stakes. Shedarestgedevil und Swiss Skydiver stammen aus seinem ersten Jahrgang, sind seine bisher einzigen Black Type-Sieger. Ende vergangenen Jahres wurde der jetzt Achtjährige an den Jockey Club der Türkei verkauft. Die Mutter Starship Warpspeed (Congrats) hatte bei acht Starts ein Rennen gewonnen, einen „Claimer“ in Belmont Park, diesen aber mit immerhin 27 Längen Vorsprung. Sie hat noch jüngere Nachkommen von Outwork, Speightster und Exaggerator.

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