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Aufgalopp 742

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 742 vom Freitag, 28.10.2022

Am vergangenen Samstag wurden in Britanniens Hindernishochburg Cheltenham am Renntag 19.471 Besucher gezählt. Das war ein deutlicher Anstieg gegenüber der korrespondierenden Veranstaltung 2019, die vergangenen zwei Jahre können auf Grund der Corona-Maßnahmen nicht zum Vergleich herangezogen werden. Dabei geht die Zahl der Zuschauer auf den britischen Bahnen deutlich zurück, noch am Freitag waren die 8.509, die zur Eröffnung des zweitägigen Meetings in Cheltenham registriert wurden, die wenigsten an einem Oktober-Renntag auf dieser Bahn in den vergangenen 22 Jahren. 

Warum die hohe Zahl am Samstag? In Zusammenarbeit mit einer Eventagentur waren 5.000 Studierende von acht Universitäten auf die Bahn gekommen. 25 Pfund kostete eine Karte, inklusive gemeinsamer Busfahrt, Rennbahnbesuch, Party während der Rennen und natürlich danach. 40.000 individuelle Nutzer hatten sich die Website des Veranstalters über einen längeren Zeitraum angeschaut, das Interesse war also erheblich. “Es gibt bestimmt nicht viele 18jährige, die langfristig einen Tag in Cheltenham planen”, wird der Chef der Eventagentur zitiert, “aber wenn man sie abholt, ihnen etwas bietet und dann noch zurückfährt, dann bekommt man sie auch ins Boot.” 

Ein Vorbild für Deutschland? Unbedingt. Die Städte, in denen es Rennbahnen gibt, verfügen in der Regel auch über Universitäten. In Hamburg etwa studieren rund 120.000 Menschen, in Berlin circa 200.000, in Köln sind allein an der dortigen Universität rund 50.000 Studierende eingeschrieben. Die Metropolen pulsieren voller junger vergnügungssüchtiger Menschen, doch sind wir ziemlich sicher, dass die meisten gar nicht wissen, dass es in ihrer jeweiligen Stadt überhaupt eine Galopprennbahn gibt. Potenzielle neue Besucher gibt es ganz bestimmt genug.   

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