Drucken Redaktion Startseite

Aufgalopp 736

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 736 vom Freitag, 16.09.2022

Als am 11. Mai der Nennungsschluss für den Prix de l’Arc de Triomphe anstand, da war Baaeed 2022 noch gar nicht am Start gewesen. Er war bei sechs Starts dreijährig ungeschlagen geblieben, stets ging es über 1600 Meter, zwei Gr. I-Rennen waren darunter. Der „Arc“ war logischerweise überhaupt nicht im Visier seiner Umgebung, er bekam keine Nennung. Am 14. Mai gab er sein Saisondebüt, das war in den Lockinge Stakes, die er genauso souverän gewann wie seine nächsten drei Rennen. Das Juddmonte International über 2100 Meter in York sogar mit 6 ½ Längen Vorsprung. Spätestens seitdem ist ein Paris ein Thema gewesen, geschürt auch von Shadwell, das nach dem Ableben von Hamdan Al Maktoum von dessen Tochter geführt wird. Es wurde stets erklärt, dass ein Start von Baaeed im „Arc“ maßgeblich von den dortigen Bodenverhältnissen abhängig sei.

Relativ früh, rund zwei Wochen vor dem Nachnennungsschluss, ist nun erklärt worden, dass der ursprüngliche Plan, Baaeed in den Champion Stakes über 2000 Meter laufen zu lassen, Bestand habe. Zwei Wochen nach dem „Arc“. Es drängt sich der Eindruck auf, dass damit der leichtere Weg gegangen wird. In Ascot wird die Konkurrenz übersichtlich, gegen Baaeed tritt man logischerweise eher ungern an, auch wenn auch dort eher weicher Boden zu erwarten ist. Sheikha Hissa, die Verantwortliche bei Shadwell, hat stets betont, dass die Deckhengst-Karriere von Baaeed über allem steht. Und dann liest sich ein Rekord von elf Siegen bei elf Starts exzellent. Eine mögliche Niederlage in Longchamp wäre zumindest ein Fleck auf der Weste. Vom sportlichen Standpunkt gesehen ist die Entscheidung von Shadwell, wer immer sie letztlich getroffen hat, mehr als bedauerlich.

Verwandte Artikel: