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Aufgalopp 731

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 731 vom Freitag, 12.08.2022

An diesem Donnerstagabend fand im englischen Lingfield die zweite Etappe der „Racing League“ statt. Das ist ein Jockeywettbewerb, dessen Premiere im vergangenen Jahr über die Bühne ging. An sechs Donnerstagen im Sommer messen sich regional ausgerichtete Teams gegeneinander, es gibt eine Punktwertung und entsprechende Prämien. Die Regularien erschließen sich dem Außenstehenden nur sehr schwer und die fast schon verzweifelten Erklärungsversuche der britischen Fachkollegen zeigen, dass wir mit unserem mangelnden Verständnis nicht alleine sind. Frankie Dettori war in Lingfield erstmals dabei, er reitet für das Team „Wales and the West“, was auch nicht jeder begreifen muss. Gelaufen werden an den Tagen ausschließlich Handicaps mit einer Mindestdotierung von 25.000 Pfund, die Buchmacher sind die wichtigsten Financiers, der Fernsehsender ITV überträgt, vergangenes Jahr war das Interesse aber nur mäßig. Die Besitzer und Trainer mag es freuen, aber ein sportliches Highlight ist es nicht.

In Deutschland hat es vor einigen Jahren ähnliche Planspiele gegeben. Von einer Galopper-Bundesliga war die Rede, es gab konkrete Überlegungen, doch durch Corona wurde nicht nur dieses Projekt gestoppt. Kaum anzunehmen, dass es noch einmal auflebt, vermutlich würde es schon an der übersichtlicher gewordenen Zahl von Startpferden scheitern. Jockey-Challenges, wie etwa gerade der Shergar Cup in Ascot, sind für die Beteiligten ein lukratives Zubrot, die Tage an sich mit entsprechendem Beiprogramm sind zuschauerträchtig, doch ob ein positiver langfristiger Effekt eintritt, ist fraglich. Vor Jahrzehnten gab es in Hamburg den Holsten Jockey-Cup mit höchstmöglicher Prominenz, selbst Bill Shoemaker wurde einmal aus den Staaten eingeflogen. Historie. Nostalgiker können sich auf Youtube noch ein eher putziges Video dieser Veranstaltung anschauen.

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