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Aufgalopp 726

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 726 vom Freitag, 08.07.2022

Fangen wir positiv an. Gewettet wurde in Hamburg sehr anständig. Wie immer in den vergangenen Jahren zeigten sich die Besucher dort wettaffin, die Umsätze lagen über den Erwartungen, spülten dringend benötigtes Geld in die Kassen. Dies trotz quantitativ übersichtlicher Felder, ein Problem, das in den kommenden Wochen mit einem im Vergleich zu der Zahl der vorhandenen Pferde viel zu dichten Programm vermehrt auftreten wird. Und Sammarco war sicher ein würdiger Sieger. Mit der Nummer eins, aus einem erfolgreichen Gestüt, trainiert von einem Top-Mann, geritten vom Champion, aus einer uralten Erfolgslinie.

In Erinnerung wird auch anderes bleiben: Die 25minütige Starterzögerung, die von den Aktiven sogar noch relativ gelassen hingenommen wurde. Wer auch immer die Verantwortung dafür trug, dass die Bahn für zwanzig Pferde in der Anfangsphase des Derbys einfach nicht breit genug war: Es war peinlich. Was wäre gewesen, wenn sich die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten für eine Live-Übertragung entschieden hätten? Oder das Derby wäre an den internationalen World Pool angeschlossen gewesen? Und in Erinnerung bleibt der Peitscheneinsatz der Jockey der beiden auf den ersten Plätzen eingekommenen Pferde. Schon nach dem Union-Rennen kochten die Diskussionen hoch, das Derby ist ja noch einmal eine Kategorie höher. In die unmittelbare, ohnehin nicht sehr umfangreiche überregionale Berichterstattung ist der Vorfall nicht einmal eingeflossen, weil die Rennleitung halt erst weit nach dem Zieleinlauf in Aktion trat.

Es war aber kein Ausgleich IV, es war das wichtigste Rennen des Jahres. Und es sind aktuell keine unerfahrenen Nachwuchskräfte, die die Regeln brechen, sondern die erfolgreichsten Jockeys der Republik. Bei fünf Peitscheneinsätzen ein Hero, bei sechs der Teufel. So schmal ist der Grat.   

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